@Dagobert: Ich habe zur Münchner Rück fundamental überhaupt keine Meinung, sondern hatte die allein aus charttechnischen Erwägungen heraus gekauft. Wir haben gegenwärtig offenbar einen eindeutigen Ausbruch auf ein neues Hoch, bei dem allerdings zwei Dinge zu beachten sind: a) Am Donnerstag war aufgrund des Feiertags am Karfreitag ein vorgezogener kleiner Verfallstag von Optionen und es ist somit nicht klar, ob die Aktie nicht aus Gründen der Options-Halter auf einmal so dynamisch auf das gewünschte Verfallsniveau (hier offenbar um 165) gehoben wurde. Insofern bleibt die nächste Woche abzuwarten, wie die Aktie den steilen Kutrsanstieg auspendelt. b) Am 30.4. ist Hauptversammlung und Dividendenausschüttung. Angesichts der ansehnlichen Dividendenrendite mag da auch ein starker Schub von Dividendenjägern hinter dem Anstieg stehen.
Generell gilt es nach einem Ausbruch immer abzuwarten, wie die Aktie sich nun verhält. Normal wäre es, wenn die Aktie jetzt noch einmal auf das Ausbruchsniveau zurückfällt und dieses von oben testet. Muss aber nicht sein, vielleicht zieht die Aktie jetzt auch direkt auf 170 Euro durch, bevor sie eine Rücksetzer startet. Das alles betrachte ich durch die charttechnische Brille.
Ich selbst hab vielleicht am Donnerstag etwas vorschnell mit dem Verkauf gehandelt (400 Stück); aber zu verlockend war der Wunsch, meinen letzten grösseren Tradingverlust von 2000 Euro schnell auszubügeln. Zudem ist es mir in den letzten volatilen Wochen mehrmals passiert, dass ich anfänglich gute Kursgewinne leider wieder komplett abgeben musste, weil ich nicht schnell genug reagiert habe. Insofern gehe ich derzeit auch nicht mehr mit der nötigen Gelassenheit zu Werke, die eigentlich angebracht wäre. Du hast jetzt mehrere Möglichkeiten: a) Logischerweise Komplettverkauf und Gewinne sichern B) mentales Stop-Loss knapp unter Ausbruchsniveau (162,50) c) Teilverkauf; einen Teil der Gewinne sichern und des Rest weiterlaufen lassen; halte ich eigentlich immer für eine elegante Möglichkeit, wenn man sich unsicher ist.
Aus fundamentalen Gründen halte ich persönlich eigentlich die Deutsche Post langfristig für das aussichtsreichere Invest; bei einem Dauerinvest in einen Rückversicherer würde mich allein schon die jederzeit drohende Möglichkeit einer Naturkatastrophe mit entsprechenden Schadenshöhen nervös machen. Auf der anderen Seite ist Warren Buffet ja wohl nicht zu Unrecht sehr stark in Münchner Rück-Aktien investiert, was auf sehr gute Insider-Kenntnisse des Unternehmens schliessen lässt.
@Elwu: Ich weiss jetzt eigentlich nicht, warum du nach wie vor hartnäckig auf deine einmal geäusserte Meinung hinweist, dass die Deutsche Post zukünftig vom Dax-Outperformer zum durchschnittlichen Marketperfomer werden würde. Jeder hat es nun vielfach vernommen und ja, du lagst mit deiner Meinung richtig und nein, ich habe das vor einem halben Jahr nicht anders gesehen als du: Die gewaltige Unterbewertung der Post ist nun abgebaut, die Eurostoxx-Fantasie ist gespielt und die grossen Fonds haben sich sicherlich alle ausreichend mit Postaktien eingedeckt. Doch das ist nun Vergangenheit und es gilt der Blick auf die Zukunft. Für diese Zukunft steht es dir frei, deine Marketperformer-Meinung auch weiter aufrecht zu erhalten und hier zu äussern, doch dann tu das doch bitte nicht in fast jedem Posting, dass du hier schreibst in einem Schreibstil, der sehr stark nach: Und ich hab doch recht gehabt, klingt.
Ich hänge mich hier mal etwas aus dem Fenster und vermute mal: Die neue Strategie 2020 der Post gibt der Aktie neue Fantasie, aber auch diese Fantasie gibt nicht mehr die Steigerungsraten im Kurs von 40-60% im Jahr wie bisher her, denn dann würden wir bewertungsmässig allmählich in nicht mehr akzeptable KGV-Regionen stossen. Zukünftig wird alles wohl etwas langsamer vonstatten gehen. Doch gerade der Chartvergleich mit dem Dax aus den letzten Monaten zeigt, dass von Ausnahmen abgesehen, immer noch soviel Fantasie in der Aktie steckt, dass die Post parallel zum Index zwar mitkorrigiert hat, an jedem stärkeren Kursanstieg des Dax jedoch leicht überproportional teilgenommen, so dass immer noch eine zwar nicht mehr so deutliche, aber immerhin noch wahrnehmbare Outperformance gegenüber dem Index feststellbar ist. Und ich will auch gewisse Risiken nicht verhehlen, die ich aus charttechnischer Sicht sehe und die der "Statistikfuchs" ja inzwischen auch in seinen wöchtlichen Analysen angesprochen hat: Eine längere Seitwärtskorrektur auf hohem Niveau ist prinzipiell ja eher positiv für den weiteren Kursverlauf zu sehen, doch die gegenwärtige Chartformation könnte tatsächlich auch auf eine große obere Umkehrformation hinauslaufen, in der die starken Hände geschickt und kursschonend grosse Aktienpakete über einen längeren Zeitraum an die schwachen Hände abgeben. Davor schütze uns der große Manitou!! Auf jeden Fall weist die gegenwärtige "Trompetenform" der Kurse auf eine grosse Unsicherheit der Marktteilnehmer über die zukünftige Entwicklung hin, doch das ist auch schon alles (siehe angehängter Chart unten). Für mein Abschluss-Statement erwarte ich schon förmlich den vehementen Widerspruch von Chartlord: Ich halte die Post auf dem aktuellen Niveau für fair bewertet; die 2020er-Strategie schafft die nötige Fantasie, die ein Wachstumswert benötigt, doch die Post hat damit die Messlatte nun auch sehr hoch gehängt. Nicht erfüllte Prognosen werden vermutlich auf dem erreichten (und möglichen höheren zukünftigen) Kursniveau ziemlich brutal abgestraft werden. Ich bin hoch gewichtet in der Aktie investiert, weil ich optimistisch bin, dass des dem Mangement auch in Zukunft gelingen wird, seine Strategie erfolgreich umzusetzen. Sollte dies trotz meines inneren "Gespürs" nicht gelingen, hab ich ein ziemliches Problem an der Backe..................
Zum Schluß noch ein Wochenausblick vom geschätzten Michael Borgmann: http://superporcus.blogspot.de/2014/04/...14-die-emma-und-die-10.html
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