Also mein Anlageverhalten wird natuerlich sehr stark von der Tatsache geprägt, dass ich vom Geldvemögen leben muss, das gröstenteils im Aktienmarkt steckt. D.h. Ich kann mir keine grösseren Drawdowns leisten, ohne emotional nicht unter extremen Handlundsdruck zu kommen. 2007/08 und 2011 waren solche Phasen, wo ich bezogen auf das Anlagevolumen durch konsequentes Handeln praktisch +/- 0 rausgekommen bin. Nichts desto trotz brauch ich ja monatlich Geld fuer den Lebensunterhalt und da sind schon allein Phasen wie seit Jahresanfang schlimm genug, wo eigentlich in Summe nichts wesentliches zu verdienen ist, doch wenn zu den allgemeinen Ausgaben dann noch starke Verluste auf der Börsenseite hinzukommen - das ist der Worts case.
Deshalb bleibt mir nichts anderes uebrig, als mein Risikoprofil rechtzeitig anzupasen, um nicht im Worst-Case-Fall nervlich so beansprucht zu sein, dass ich der Versuchung dann doch nicht widerstehen kann, zum Schluss alles zu Tiefstkursen rauszuhauen.
Wie gesagt, ich hab nicht gesagt: "Jetzt wird es stark runter gehen"! Aber die Charttechnik in Dax und S&P sendet ganz einfach Alarmsignale, die ich nicht ueberhoeren kann. Ich bin mir sicher, dass die Maerkte schon laengst zu einer groesseren Korrektur angesezt haetten, wenn nicht die FED immer wieder durch ihre Aussagen Drogen in den Junkiemarkt pumpen würde. Deshalb ist es durchaus auch vorstellbar, dass wir nach weiterhin wilden Volatilitaeten letztlich doch die Charts nach oben auflösen. Aber sicher ist derzeit gar nichts mehr. Und danach handele ich. Viele Privatanleger, die sich am Aktienmarkt engagieren, sind eigentlich in erster Linie von der Gier nach Kursgewinnen getrieben. Dabei vernachlässigen sie eine enorm wichtige Frage: Wie ist eigentlich ihr Risikoprofil, welchen Investitionsgrad koennen sie sich leisten, welchen Drawdown koennen sie verkraften, um nicht zum Schluss dann doch die Nerven zu verlieren und letztlich alles nahe Tiefstkursen aus dem Depot zu hauen. Ich behaupte mal, dass das fehlende Risikomanagement letztlich der Hauptgrund dafuer ist, dass so viele Privatanleger laengerfristig auf keinen gruenen Zweig kommen.
Ein letztes noch: Wir haben jetzt einen ununterbrochenen Bullenmarkt ueber Jahre und jeder staerkere Drawdown wurde innerhalb kuerzester Zeit V-foermig wieder nach oben aufgelöst. Vielleicht es auch diesmal so, who knows - ich weiss es nicht. Wenn es aber auf einmal nicht mehr so ist, dann werden alle, die sich nicht rechtzeitig ueber ihre Verlusttoleranz Gedanken gedacht haben, ihr böses Erwachen erleben. Remember Gitti vor kurzem, als sie einen Teil ihrer Postaktien in einer Panikreaktion ausserboerslich nahezu am Tiefststand rausgehauen hat. Das ist die schlechteste aller Strategien und einer solchen Situation versuche ich im Vorfeld bereits zu begegnen.
@Chartlord Zu einer bestimmten Person äußere ich mich nicht mehr - dazu ist alles gesagt. Zur Post: Ja ich halte die Post aufgrund des Geschäftsmodells und ihrer Marktführerschaft für ein relativ risikoloses Investment - wobei ich risikolos natürlich nicht damit verbinde, dass es keine grösseren Kursrücksetzer geben kann. Ehrlich gesagt, ging mir der Kursanstieg seit 10 Euro viel zu schnell und deshalb habe ich auch auf die Frage an mich hier im Forum beim Anstieg auf über 28, da müsse mein Depot aber jetzt ordentlich zugelegt haben, auch geantwortet: Bei aller Freude über die Kursgewinne nicht vergessen: Es sind alles nur Buchgewinne und die sind flüchtig....
Die Post ist und bleibt mein Basisinvest im Depot und die Tatsache, dass die Dividende steuerfrei ausgeschuettet wird, ist doch sehr lukrativ, weil mir das Geld komplett zur Verfügung steht und ich die spätere Versteuerung über die Realisierung von Kursgewinnen ueber die Höhe der Verkäufe ja selbst steuern kann. |