Ich denke Hypoport möchte damit sowas wie ein Magnet sein. Bis jetzt sind viele Lösungen gescheitert, weil diese einfach immer Einzellösungen waren. Jeder Versicherer oder Vertrieb hat sich seine eigene Lösung gebaut mit dem all dem Pflegeaufwand, Provisionierung, ContactManagementSystem, Schadensregulierung usw. Was dann dazu führte das so ein "m:n" Beziehungsgeflecht (m=Vertrieb, n=Versicherer) auf dem Markt entstanden ist, mit zig-fach redundanten Aufgaben/Lösungen. Und kommen alle einfach nicht raus aus der Nummer, haben keine Kraft dazu oder Vorstände aus dem letzten Jahrhundert. Dazu kommt der brutale Effizenzdruck und Margendruck, dem nur durch Digitalisierung zu begegnen ist.
Und da kommt dann Hypoport aus dem Dunkeln und bietet einen zentralen Verkehrspunkt an. Aus meiner Sicht analog zu der Baufiplattform europace. Sobald ein Vertrieb an die Plattform angeschlossen ist, hat er Zugang zu Versicherung, den er vorher nicht hatte. Und ein Versicherer hat sofort Zugriff auf "andere" Vertriebe. Mit allem drum und dran, CRM, Bestandverwaltung, Steuerung der Vertriebe, Provisionierung usw.
Um das alles aber richtige ins Rollen zu bringen und vor allem kritische Massen am "Verkehrspunkt" teilnehmen zu lassen, muss man das Henne-Ei-Problem überwinden. Das war bei europace damals genauso (deswegen sprach RS auf der HV von InsureTech=europace im Jahr 2002). Warum soll ein Vertrieb an die Plattform, wenn dahinter keine Versicherer sind, die Plattform also keinen Mehrwert bietet. Da frickelt man lieber selber weiter. Und natürlich umgekehrt genauso, warum soll ein Versicherer sich das antun, wenn kein Vertrieb dahinter sitzt.
Jetzt kommt der entscheidende Punkt. Man sucht sich einen Partner, der sowohl für Vertriebe und Versicherer eine Lösung "als InHouse-Lösung" hat. Das ist die jetzige NKK, welche als Systemhaus die Bedürfnisse der einzelnen Vertriebe/Versicherer in ihrer Software abbilden kann. Sprich alle Kunden von NKK sind "Einzelkunden", für welche die NKK aus ihrem Softwarepool (OASIS Module laut Webseite) Lösungen anbietet.
UND (wichtig!!)
führt das in eine "Oberplattform" oder als ASP Modell zusammen (Kern bleibt OASIS). Vorteile aus meiner Sicht: 1. man hat sofort Bestand auf der Plattform und eine gewisse Markteilnehmerzahl 2. bei den bestehenden Kunden stehen bekannte (OASIS) Systeme, an die kommt man ran, man weiß wie Schnittstellen zu bauen sind (Stichwort BiPro), Und das kommt dann allen Plattformteilnehmern zu Gute 3. NKK kennt sich in dem Markt aus, das Netzwerk müsste bei Hypoport erst aufgebaut werden
Und dann kommt der "Magneteffekt". Eine Versicherung ist dann eher bereit, sich mit einer zu bauenden Schnittstelle (Versicherer AltSystem --> "Mega-OASIS") anzufreunden als zu -zig Vertrieben. Es bietet sofort die Möglichkeit auf "neue Vertriebe". Und wenn es gut läuft, kann der Versicherer ja auch sein Altsystem ablösen und durch OASIS ersetzten. Stück für Stück. Andersrum genauso
Jeder Teilnehmer der angeschlossen wird, macht die Plattform wertvoller und attraktiver für wiederum neue Teilnehmer.
Aus meiner Sicht können Versicherer/Vertriebe gar nicht anders, sie werden die Digitalisierung profitabel allein niemals schaffen.
Nun fragt man sich, warum NKK selbst nicht auf die Idee gekommen ist. Ist man bestimmt, hat aber nicht Power neben der Pflege ihrer Systeme/Kunden solch einen Invest über Jahre allein zu stemmen und auch keine Erfahrung damit. Es ist halt bei NKK noch klassisches Lizenz vertickern und Customizing Projekte aquirieren. Und da haben sich Hypoport und NKK gefunden.
Zur den "anderen". Ich bin da nicht so tief drin, was an Startups vergleichbar ist. Was ich kenne und sehe, die StartUp legen sehr viel wert auf den Prozess der Vertriebsunterstützung bzw. vertreiben selber, Apps, die optimieren und beraten. Also viel Neugeschäft. Was "dahinter" passiert, ist aus meiner Sicht noch wichtiger.
Ingesamt finde ich es auch nicht utopisch 10% des Marktes auf die Plattform zu bringen. Wenn Hypoport/NKK performt, warum nicht. Es spricht schlicht nichts dagegen.
RL |