Absätzen zum Ausdruck kommt, ist ja O.K., auch wenn Du da gewisse Dinge dann m.E. nicht nur überzeichnest, sondern dem Erhard'schen Modell einer sozialen Marktwirtschaft, von dem ich übrigens ebenfalls großer Fan bin, dann im Grunde eine Strohpuppe gegenüberstellst.
Auch dieser Beitrag kommt dann allerdings am Ende leider nicht ohne unsachliche und durchaus etwas unverschämte Unterstellungen Deinerseits aus, lieber Al.
Dass der Wahlkampf mittlerweile zu Ende ist, hattest Du schon mitbekommen, oder? ;-) Man sollte dann in seinen unsachlichen Polemiken, den politischen Gegner zu diskreditieren, dann doch langsam mal etwas abrüsten können.
Nun hast Du da in #175 schon diese schöne Pyramide vorgestellt, es gelingt Dir dann allerdings offenbar keineswegs, Deine eigenen Argumentations- oder auch Nichtargumentationslinien damit selber wirklich gut unter einen Hut zu bekommen.
Dass es gute und vernünftige Gründe geben könnte, liberale wirtschafts- und gesellschaftspolitische Standpunkte zu vertreten, scheinst Du indessen kaum für möglich zu halten, wie ich dann nur erneut zur Kenntnis nehmen kann. Jenseits Deiner Vorstellung, dass es dabei um Ausbeutung und Reiche, die immer reicher und Arme, die immer Ärmer würden, ginge, scheint da dann bedauerlicher Weise wenig Raum zu verbleiben.
Anderen solche Ressentiments um die Ohren zu hauen ist m.E. zum einen wenig konstruktiv, auf solch einer Grundlage lässt sich dann ja auch am Ende nichts Konkretes wirklich diskutieren, und zum anderen dann auch durchaus selbstgerecht und überheblich, und am Ende wird man auf solch einer Grundlage dann auch keine Koalition miteinander bilden können. Wenn die eine Seite, von tief verankerten Ressentiments getrieben, der anderen jegliche moralische Legitimität absprechen möchte, so kann das sicher kaum eine geeignete Grundlage einer Zusammenarbeit abgeben.
Wobei mir einmal mehr ins Auge springt, dass sowohl der Horizont als auch die Toleranz liberaler und konservativer Parteien im Hinblick auf linke Parteien doch sehr viel größer zu sein scheint, als anders herum.
So kann ein liberaler dann z.B. für die grüne Fridays for Future-Jugend durchaus Anerkennung aufbringen und ihr zumindest mit offenen Ohren begegnen und die Legitimität ihrer Anliegen anerkennen, auch wenn er dessen konkrete politischen Ideen und Vorstellungen dann nicht überall teilt sondern sogar eher als problematisch betrachtet.
Ein linker (zumindest von Deinem Schlage) ist dann andersherum allerdings offenbar nicht in der Lage der liberalen Jugend, die sich dann bei der FDP wiederfindet, dieselbe Anerkennung zu Teil werden zu lassen, ihnen mit offenen Ohren zu begegnen und die Legitimität ihre Anliegen anzuerkennen.
So möchtest Du in ihnen dann nur "geldgeile" Heinis mit "einem Mangel an Altersweisheit" erkennen, die nach einem "Luxusleben" gierten, bei dem "Reiche immer reicher und Arme immer ärmer" würden.
Sowas dann auch noch öffentlich zum Besten zu geben, ist dann m.E. nicht nur eine respektlose Unverschämtheit gegenüber dieser Jugend, sondern es beinhaltet auch ein unfassbares Maß an Überheblichkeit, und zeugt zudem m.E. zudem gleichsam von einem bemerkenswerten Unvermögen im Verständnis liberaler Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik.
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