Reuters Deutschland Sie sind hier: Home > Nachrichten > Top-Nachrichten > Artikel Über Thomson Reuters Paketboom und Schwellenländer - Post erwartet Gewinnplus Mittwoch, 2. April 2014, 10:00 Uhr Diesen Artikel drucken [-] Text [+] A postman of the German postal and logistics group Deutsche Post sorts mail at a sorting office in Berlin's Mitte district, December 4, 2013. Deutsche Post, the world's number one postal and logistics group, transported around 18 billion letters in 2012. REUTERS/Fabrizio Bensch (GERMANY - Tags: BUSINESS EMPLOYMENT) - RTX16408 1 / 1Vollbild
Frankfurt (Reuters) - Die Deutsche Post will dank des boomenden Online-Handels und des Wachstums in Schwellenländern bis 2020 deutlich mehr verdienen.
Den Erfolg im deutschen Paketgeschäft - hier ist die Post mit klarem Abstand Marktführer - will Konzernchef Frank Appel dabei in andere Länder exportieren. Den Anfang sollen die Benelux-Länder, Polen, die Tschechische Republik und Indien machen, kündigte Appel bei der Vorlage seiner neuen "Strategie 2020" am Mittwoch in Frankfurt an. Deutliche Zuwächse will Appel auch in Schwellenländern erreichen. Der Post-Chef will bei der Expansion bis 2020 aber ohne große Zukäufe auskommen: "Finanzielle oder strategische Abenteuer wird dieser Vorstand nicht eingehen." Die Post-Welt will er ebenfalls nicht neu erfinden: Seine neue Strategie sei "keine Revolution, sondern eine Weiterentwicklung". Analysten begrüßten die neuen Ziele. Post-Aktien legten in der ersten Handelsstunde mehr als drei Prozent zu und waren dabei größter Gewinner im Dax.
Die Post solle bis 2020 deutlich mehr verdienen, kündigte Appel an. Der Konzern peile auf Basis des operativen Gewinns (Ebit) von 2,86 Milliarden Euro 2013 ein jährliches Ergebniswachstum von durchschnittlich mehr als acht Prozent pro Jahr an. Rein rechnerisch würde die Post damit 2020 einen operativen Gewinn von rund fünf Milliarden Euro erzielen. In den DHL-Bereichen rund um das Expressgeschäft und die Logistik rechnet Appel dabei mit einem Ebit-Wachstum von jährlich rund zehn Prozent, in der Briefsparte mit dem boomenden Paket-Geschäft sollen es rund drei Prozent sein.
DZ-Bank-Analysten betonten, die Ziele unterstrichen die Zuversicht des Konzerns. Sie blieben damit bei ihrer positiven Einschätzung. Auch Equinet-Analysten äußerten sich positiv.
APPEL - EUROPAS PAKETMÄRKTE SCHRITT FÜR SCHRITT ERSCHLIESSEN
Das Paketgeschäft boomt, die Post hatte in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Pakete ausgeliefert. Denn immer mehr Kunden bestellen ihre Waren bei Online-Händlern wie Amazon oder Zalando, Dienstleister wie die Deutsche Post, UPS, FedEx oder TNT liefern sie dann aus. Die Post ist dabei in Deutschland Marktführer - und "gerade in Europa gibt es etliche Paketmärkte mit ähnlicher Struktur wie in Deutschland", sagte Appel. "Diese werden wir Schritt für Schritt erschließen", betont er - eine Kampfansage auch an Konkurrenten wie die niederländische TNT.
Zulegen will die Post mit ihrem weltweit geknüpften Netzwerk aber auch in Schwellenländern. Im Expressgeschäft ist sie bereits in Asien Marktführer. Bis 2020 solle der Anteil der Wachstumsmärkte am Konzernumsatz von derzeit rund 20 Prozent auf dann etwa 30 Prozent gesteigert werden, kündigte Appel an.
Die Finanzstrategie bleibe unverändert, versicherte der Manager. Dies gelte auch für die Ausschüttungsquote bei der Dividende. Überschüssige Liquidität solle weiter vornehmlich für die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen eingesetzt sowie für Aktienrückkäufe oder Sonderdividenden verwendet werden.
Appel hatte zuletzt 2009 eine Mittelfrist-Strategie vorgestellt, die bis 2015 gilt - diese beflügelte bereits die Aktie Gelb. Anfang April 2009 kosteten Post-Aktien noch 8,19 Euro, am Mittwoch wurden sie zu 28,09 Euro gehandelt. Im kommenden Jahr soll das Ebit bei 3,35 bis 3,55 Milliarden Euro liegen, bekräftigte Appel am Mittwoch erneut. Für 2014 plant der Post-Chef mit einem operativen Gewinn zwischen 2,9 und 3,1 Milliarden Euro.
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