Die Zeitschrift "Stern" ist mMn nicht viel besser als die "Bunte". Ein Skandalblatt, das zwar eine SPD-Orientierung hat, aber auch ziemlich unkritisch im Transatlantik-Mainstream mitschwimmt.
Was bedeutet "Transatlantik-Mainstream"? Bei den Grünen äußert sich diese Ausrichtung u. a. darin, dass sie (besonders Baerbock) aggressiv gegen Nord Stream 2 Stellung beziehen und die Pipeline verbieten wollen, teils auch mit vorgeschobenen Umweltargumenten (z. B. dass Nord Stream 2 - obwohl größtenteils untermeerisch - durch Brutgebiete führt). Faktisch machen sich die Grünen damit zum Propaganda-Sprachrohr für die US-Fracking-Industrie, die u. a. via US-Botschafter mit Nachdruck dafür trommelt, dass die Amis in Europa ihr Flüssiggas verkaufen können.
Für einen ernst zu nehmenden Grünen sollte US-Fracking-Gas, das schon bei der Erzeugung starke Umweltschäden verursacht (unterirdische Sprengungen, Einleiten aggressiver, ätzender Flüssigkeiten, Grundwasserverseuchung - z. B. auch bereits stark in Kalifornien), ein NO-GO sein!
Das Ami-Fracking-Gas enthält genauso viel CO2 wie das Russen-Gas, das ohne Sprengungen gefördert wird. Die Verflüssigung des Fracking-Gases kostet viel Extra-Energie, die den Treibhauseffekt unnötig zusätzlich anheizt. Verflüssigung ist nur deshalb "erforderlich", weil das Gas sonst nicht auf Tankschiffen nach Europa gebracht werden kann. Der Schiffstransport erzeugt dann noch mal viel weiteres CO2.
Sprich: Die Öko-Bilanz von US-Fracking-Gas ist eine Katastrophe. Ein(e) Grüne(r), der dafür Propaganda macht, begeht eine Art ökologischen Hochverrat!
Wer Nord Stream 2 (keine Verflüssigung, kein Schiffstransport) verteufelt, agiert letztlich als verlängerter Arm der Texas-Oligarchen. Diese Texas-Öl/Gas-Oligarchen - meist ziemlich rechte, rassistische Republikaner und Trump-Fans - sind aus meiner Sicht keinen Deut besser als etwa russische oder ukrainischen Oligarchen. (Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass die EU den ukrainischen Oligarchen huldigt, während sie die russischen niedermacht.) |