trebrreh wenn man sich mal die deutschen Zubauzahlen von 2011 im Detail anschaut, dann ist Solar mittlerweile bei weitem nicht mehr so dezentral wie der eine oder andere das so annimmt. In 2011 ging der Zubau bei den kleineren Aufdachanlagen bis 30 kW, die eigentlich für die dezentrale Energiegewinnung stehen, deutlich um 12% bzw. 0,3 GW zurück. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Markt für kleine Hausdachanlagen schon mehr oder weniger gesättigt ist. Vor allem gilt das für Bayern, denn dort war der Zubau in 2011 mit 29% bzw. 0,7 GW schon sehr deutlich rückläufig. Kommt auch daher, dass mittlerweile so gut wie alle bayrischen Landwirte auf allen ihren verfügbaren Dachflächen Module drauf gepflastert haben. Jedenfalls fällt der Marktanteil der kleinen PV-Anlagen bis 30 kW stetig seit 2009. 2009 lag er noch bei 42% (1,6 GW), 2010 bei 35% (2,6 GW) und 2011 dann nur noch bei 31% (2,3 GW). Bis auf große PV-Anlagen über 1 GW sind alle anderen Anlagengrößen rückläufig gewesen in 2011 und genau das hat den deutschen Modulbauer so zu schaffen gemacht, denn vor allem die kleinen Aufdachanlagen sind ja eigentlich ihr ureigenes Marktsegment. PV-Anlagen über 1 MW sind großteils Freiflächenanlagen und die haben um satte 64% bzw. 0,9 GW zugelegt in 2011. Ganz so dezentral ist also Solar nicht mehr wie man allgemein so annimmt. Prozentual am gesamten 2011er Zubau haben die privaten Aufdachanlagen auf dem Haus gerade mal noch einen Anteil von 31% (2010: 35%/2009: 42%). Man sieht schon, dass der Anteil von den kleinen, privaten PV-Aufdachanlagen von Jahr zu Jahr kontinuierlich zurück ging. Dagegen stiegt der Anteil von großen PV-Anlagen über 1 MW stetig an. 2009 betrug der Zubauanteil von großen PV-Anlagen 17% (0,6 GW), 2010 stieg er leicht auf 19% (1,4 GW) und im letzten Jahr hat er dann 31% betragen. Dezentrale Stromerzeugung ist dann schon ein wenig was anderes. Zumal ja dann noch Bayern einen PV-Marktanteil von 32% der kompletten installierten Leistung in Deutschland hat. Bei der erzeugten PV-Strommenge dürfte der bayrische Marktanteil dann sogar bei über 40% liegen aufgrund der guten Sonneneinstrahlwerte. Spricht natürlich auch nicht gerade dafür, dass Solar solch große Vorteile hinsichtlich der Dezentralität hat wie Wind. Diese Zahlen möchte ich nur mal so angemerkt haben, denn ohne vernünftige Zahlen als Grundlage ist es halt verdammt schwierig etwas abschätzen bzw. sich eine objektive Meinung bilden zu können. Es wird halt verdammt viel diskutiert ohne Zahlen und meist aus dem hohlen Bauch heraus oder man übernimmt einafch die Aussagen der Solarlobby. Die Solarlobby tut ja eigentlich fast alles um nie Zahlen zu nennen müssen. Sei es bei den Kosten oder auch wie es denn in der Realität aussieht mit der ach so hochgepriesenen Dezentralität. Keine Frage PV ist sicher dezentraler wie Wind, aber bei weitem nicht so wie uns das die Solarlobby weis machen will. Genauso verhält es sich auch bei den Kosten, denn die wird von der Solarlobby quasi tot geschwiegen und die Herren wissen ganz genau warum. | 2010 | 2011 | | Anteil | | | | | | bis 30 kW | 2,6 GW | 2,3 GW | - 12% | 31% | 30 bis 100 kW | 1,7 GW | 1,3 GW | - 24% | 17% | 100 bis 1.000 kW | 1,7 GW | 1,6 GW | - 6% | 21% | Über 1 MW | 1,4 GW | 2,3 GW | + 64% | 31% | | | | | | Gesamt | 7,4 GW | 7,5 GW | | |
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