Ist schon richtig trebrreh, aber das gilt ja nicht für die PV-Anlagen, die in den letzten Jahren ans Stromnetz gingen. Selbst wenn die 0,195 €/kWh durchkommen werden für Aufdachanlagen, wird die EEG-Zulage für PV trotzdem weiter steigen, denn erstens müssen ja die alten Anlagen wie meine mit 0,39 €/KWh weiter voll bezahlt werden und für diejenigen Anlagen, die in der Zukunft gebaut werden, es werden in diesem Jahr wohl wieder so 7 GW rauskommen, fallen ja trotz Kürzungen weitere zusätzliche Kosten für die EEG-Umlage. Das heißt dann wohl, dass die EEG-Umlagekosten für PV von 8,6 Mrd. in diesem Jahr auf über 10 Mrd. € im nächsten Jahr steigen werden.
Ist dann schon ein ganz ordentliches Sümmchen was wir uns PV kosten lassen. In 2009 hat uns PV 3,2 Mrd. € gekostet, in 2010 4,7 Mrd. €, in 2011 7,9 Mrd. € und in diesem Jahr wird uns PV über die EEG-Zulage 8,6 Mrd. € kosten. Damit hat uns PV alleine in den letzten vier Jahren schon 24,4 Mrd. € gekostet (Wind: 16 Mrd. €, aber Wind erzeugte in diesem Zeitraum um den Faktor 4 mehr an GWh als PV). Es ist wohl anzunehmen, dass zumindest in den nächsten 3 Jahren jährlich so 10 Mrd. € anfallen werden. Dann sind wir in 2015 schon bei über 50 Mrd. € und in 2020/2022 werden es dann sage und schreibe schon über 100 Mrd. € sein, die wir als Stromzahler alleine für PV geblecht haben. Zeigen schon diese Zahlenangaben in absoluten Zahlen auf, dass PV in den letzten Jahren viel zu hoch gefördert wurde, aber die Zahlen, die der Stromverbraucher pro MWh in diesem Jahr für die einzelnen EEG-Stromarten umgerechnet bezahlen muss veranschaulichen die Überförderung von PV noch viel deutlicher. So muss für Wasser nur 24 €/MWh bezahlt werden, für Wind Onshore 38 €/MWh, für Biomasse 112 €/MWh, für Geothermie 166 €/MWh und PV ist wie erwartet mit Abstand am teuersten mit sage und schreibe 307 €/MWh. Wenn man diese Zahlen hernimmt, dann muss man bei PV von einer massiven Überförderung sprechen. Da kann es egentlich gar keine zwei verschiedene Meinungen dazu geben. Das zeigt aber auch, dass die Solarlobby in Deutschland einen sehr großen politischen Einfluss hat, denn sonst wäre es niemals zu einer solch massiven Überförderung gekommen. So sehe ich das und ich bin weiß Gott nicht gegen PV. Hier ein Link mit noch mehr Zahlen und übersichtlichen Grafiken über die Erneuerbaren in Deutschland vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW):
http://www.bdew.de/internet.nsf/id/...das%20EEG%20(2011)_23012012.pdf ("Erneuerbare Energien und das EEG: Zahlen, Fakten, Grafiken (2011)")
Ich gehe jede Wette ein, dass die EEG-Zulage im nächsten Jahr aufgrund von PV weiter steigen wird und dann mehr als 0,04 €/kWh kosten wird. Dann hätte sich die EEG-Zulage innerhalb drei Jahren verdreifacht und das fast nur aufgrund von PV. In 2009 lag die bei gerade mal 0,013 €/kWh und seit der PV-Zubau so massiv zugenommen hat ist die EEG-Zulage auf aktuell 0,036 €/kWh in die Höhe geschossen. Der Anteil von PV an der EEG-Zulage beträgt 56%. Bei Wind liegt der Anteil bei nur 17% mit fallende Tendenz.
Man kann es drehen und wenden wie man will PV ist eine verdammt teure Sache und so schnell werden wir die Kosten nicht mehr los. Für meine PV-Anlage zahlt der deutsche Stromzahler noch 17 Jahre lang 0,39 €/kWh. Für mich ist das natürlich eine klasse Sache, aber sicher nicht für den deutschen Stromzahler. Viele Landwirte verdienen sich mit PV eine goldene Nase.
So wie das Wetter heute war, dann denke ich mal, dass heute zwischen 13 bis 15 Uhr etwa 5% des in diesem Zeitraums erzeugten PV-Stroms unverbraucht quasi "wegeschmissen" wurde, aber er wird trotzdem bezahlt. Dieser Anteil an nicht benötigten PV-Strom der weggeschmissen wird, wird im Sommer vor allem am Samsatg und Sonntag noch ein gutes Stück höher sein.
Ob nun Wind oder Solar oder Biomasse von der Regierung präferiert wird ist schwer zu sagen, aber diese Verschwörungstheorien mit den "Großen" sind mir ein wenig zu billig, zu einfach gestrickt und sie sind auch beim näheren hinschauen auch nicht haltbar. Dazu zwei Beispiele: Die Grünen legen bei uns in Baden Württemberg eindeutig den Schwerpunkt auf Wind und nicht auf Solar. Glaube nicht, dass man den Grünen unterstellen kann, dass sie große Freunde der "Großen" sind. Die Stadtwerke Ulm (haben einen EE-Anteil von aktuell 30%) haben klipp und klar gesagt, dass man keine weitere Solaranlagen mehr bauen wird, da man mittlerweile ganz einfach genug an eigenen PV-Kapazitäten hat und mehr braucht man derzeit ganz einfach nicht. Stattdessen investieren die Stadtwerke Ulm in Wind, Wasser inkl. Modernisierung der Turbinen/Generatoren der Wasserkraftwerke und einem kraftwärmegekoppelten Holzgasheizkraftwerk (Stromerzeugung von 4,9 MW und Wärmerzeugung 6 MWh). Auch den Ulmer Stadtwerken kann man ganz sicherlich nicht vorwerfen, dass sie mit den "Großen" klüngeln. Das sind jetzt nur mal zwei Beispiele dafür, dass Verschwörungstheorien gegen die "Großen" beim genauen Hinschauen so nicht haltbar sind.
Gerade bei den Stadtwerken tut sich doch verdammt viel in der Eigenenergieerzeugung und somit wird die Macht der vier großen deutschen Stromerzeuger ganz automatisch immer geringer. Gerade die Münchner Stadtwerke sind ein Paradebespiel dafür was sich auf kommunaler Ebene im großen Maßstab tut. Die Münchner Stadtwerke werden im nächsten Jahr, spätestens 2014, 2,4 Mrd. kWh aus Erneuerbaren selbst produzieren wenn der Off-Shore Windpark Tan Dysk (288 MW/nahe Sylt) ans Stromnetz gehen wird. Damit könnten die Münchner Stadtwerke theoretisch alle 800.000 Münchner private Haushalte mit Strom aus den Erneuerbaren versorgen. Dazu verfügen die Münchner Stadtwerke mittlerweile über ein Stromnetz von 12.200 km und ein Gasnetz von 6.100 km. Viele Stadtwerke, nicht nur die Ulmer und Münchner, machen sich mehr und mehr unabhängig von den Großen. Interessant ist bei den Ulmer und bei den Münchner Stadtwerke, dass beide richtig viel Geld in Offshore-Windanlagen (München beteiligte sich an 4 Offshore- und einem Onshore-Windpark), in die Modernisierung von Wasserkraftwerken und in die Kraft-Wärmekopplung investieren (z.B. großes Geothermiekraftwerk in Unterhaching gebaut) und nicht in PV. Muss ja dann schon einen Grund dafür geben das dem so ist und der Grund dafür ist eigentlich ziemlich klar, weil PV ein sehr unstetiger Stromproduzent ist. PV erzeugt halt mal morgens, abends so gut wie gar nichts an Strom und im Winter kommt auch nicht viel aus den PV-Anlagen. Außerdem bekommen ja die Stadtwerke schon aus den vielen kleinen privaten PV-Auchdachanlagen schon genug PV-Strom in ihr Stromnetz eingespeist und so brauchen sie nicht selbst PV-Strom erzeugen. Das gilt nicht nur für die Stadtwerke, sondern auch für EON oder RWE.
PV auf den Hausdächern und auch auf Gewerbedächern ist nicht mehr aufzuhalten in Deutschland und wird auch von niemand mehr verhindert werden können. Meiner Einschätzung nach stehen wir gerade bei den gewerblichen PV-Aufdachanlagen (von Warenhäuser bis zu produzierenden Betriebe) mit größer 20 kW vor einem richtigen Boom aufgrund der immer weiter steigenden Strompreise und dem gegebenen hohen Eigenverbrauch des PV-Stroms. Wenn es dann in 4 oder 5 Jahren günstige und gefahrlose Speicher gibt (Speicherkapazität von 6 bis 8 kWh, Speicherkosten von 0,05 bis 0,07 €/kWh, Batterien die nicht explodieren können und man dann auch ein ok seiner Gebäudeversicherung bekommt), dann ist PV eh nicht mehr aufzuhalten zur Stromerzeugung und das dann auf der ganzen Welt. Das wissen auch die Großen, denn so blöd sind die sicher nicht um das einschätzen zu können.
Bei den Einspeisevergütungen für Wind musst du schon sehr stark differenzieren trebrreh, denn die Zahl mit 0,19 €/kWh ist so ganz einfach nicht korrekt. Eine neue Onshore-Windanlage bekommt 0,14 €/kWh an Einspeisevergütung. Jedoch ist die versehen mit einer jährlichen Degression von 1,5%. Die lag in 2011 noch bei 1%. Bei Onshore-Wind wurde also gar nichts erhöht. Das Gegenteil ist der Fall. Deine erwähnten 0,19 €/kWh stimmen für Off-Shore Wind, aber diese Zahl muss man sich dann schon sehr genau anschauen, denn bei Off Shore Wind gibt es keine solch statisch festgelegten Einspeisevergütungen wie bei PV und bei Off Shore Wind befinden wir uns noch komplett in den Kinderschuhen. Diese 0,19 €/kWh gibt es auch nur 12 Jahre lang. So gibt es dann ab 2018 eine jährliche Degression von 7% bei Off Shore-Wind. und die wurde von 5 auf 7% nach oben geschraubt.
Die Unterscheidung bei Wind mit Anfangsvergütung und Grundvergütung mit jährlichen Degressionsschritten ist auch der Grund dafür, dass die EEG-Umlage bei Wind trotz weiteren Zubau kaum steigt Kann man von PV mit den statischen Einspeisevergütungen auf 20 Jahre garantiert nun gar nicht behaupten. Wind wurde in 2009 mit 3,4 Mrd. € gefördert über die EEG-Zulage und in diesem Jahr mit 4 Mrd. €. Gerade mal um 0,6 Mrd. € mehr. Bei PV ist die Differenz aber satte 5,4 Mrd. € bzw. 169% höher. Soviel zu Wind und sviel zu "immerhin ist ja die Windenergie nicht unbedingt Sache des kleinen Häuselbauers". Ist halt alles nicht so einfach, auch bei einem "kleinen Blickwinkwelwechsel". |