Komme gerade vom "Tina Turner" Live-Konzert aus der Köln-Arena - oder wie diese sich mittlerweile nennt: "Lanxess-Arena" - na - egal - jedenfalls war Tina super! Obwohl sie gerade aktuell in keinen "Charts" verzeichnet ist, füllt sie die Hallen - und das aus meiner Sicht zu Recht! Sie scheint halt eine Art "Langfristinvestment" für Plattenfirmen und Konzertveranstalter zu sein, das sich immer noch rechnet ;-))) - definitiv eine der wenigen Langfrist-Ausnahmeerscheinungen...
Denn - es gibt ja auch sehr, sehr viele Kurzfrist-Chart-Erfolge. Singles, die über mehrere Wochen Nummer 1 deutschland- oder gar europa - oder sogar weltweit "Nummer 1" waren. Hmmm, was wäre daraus auf die Zukunft zu schließen? Das die nächsten Singles auch noch entsprechende "Nummer 1-Hits" werden? Wohl meistens eher nicht unbedingt.
Daher schließe ich persönlich auch aus den so genannen Aktien/Markt/Indizes/Bonds - und wie sie alle heißen - CHARTS auch nicht viel.
Alle Charts erzählen was aus der Vergangenheit - wissen nur das Mindeste über die Gegenwart und erst Recht nichts über die Zukunft. Aus meiner Sicht.
Mag sein, dass ich einfach zu doof bin, Charts zu verstehen - jedenfalls konnte ich nie was damit anfangen, wenn mir ein Bänker was von "Unterstützungslinien" etc. erzählt hat.
Meine bescheidene Frage war dann immer: " Was hat das mit diesen "Unterstützungslinien" auf sich? Was passiert denn mit denen, wenn die Panik ausbrechen sollte, und ALLE von jetzt auf gleich verkaufen wollen oder müssen oder beides? Wieso sollte denn dann so eine komische Linie auf dem Papier halten???
Konnten die mir auch nicht schlüssig erklären.
Na, jedenfalls - ich habe keine Ahnung von Charts - wenig Ahnung von Aktien und Fonds - und handele den ganzen Finanz-Quatsch mal so´n bisschen wie ein Affe - so pi mal Daumen...
Gucke mir so Unternehmen aus, die einerseits im Rahmen der Finanzkrise arg gebeutelt wurden, andererseits diese Krise und auch die folgenden weiteren Krisen, die die Realwirtschaft etc. betreffen werden überstehen könnten und kaufe einfach mal hier und da was ein. Auch Unternehmen, die noch nicht so arg gebeutelt wurden, aber relativ beständig auch in 2008 waren. Das geht von Allianz über Siemens, Telekom, Thyssen, RWE und Nestle bis hin zu Mac Doof, Microsoft, Procter & Gamble, Coca-Cola und so...Ein paar von denen sind zum jetzigen Zeitpunkt ja auch noch recht stark in Dividenden-Zahlungen, die allerdings, und das ist mir klar, auch nicht für die Zukunft festgeschrieben sein werden...
Nichts desto Trotz - was genau soll man konkret machen? Es gibt kein Patenrezept für Geld- und Vermögenserhalt zu 100 % bzw. noch besser - eine Steigerung - also garantierte Renditeerwartung von x %.
Egal, ob Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld, Termingeld, Staats- und Unternehmensanleihen - hier und da ein paar Prozent - so zwischen 0,5 % - 8% - je nach Risiko und Laufzeit...
Na und? Inflation - angeblich nur zur Zeit 1,6%???!!! Na,ja - glaub´ ich nicht - vielleicht auf den einen oder anderen Wert mal bezogen vielleicht sogar zutreffend... Gefühlte Gesamtinflation bei den wirklich relevanten Dingen, die das tägliche Leben betreffen, doch eher 8-12-%...
Daher, ob es letztendlich was bringt oder auch nicht, neige ich zum Verteilen auf mehrere KÖRBE. Bisschen Cash, bisschen Immo, bisschen Aktien und Fonds, bisschen Versicherungen, bisschen Kopfkissen, bisschen Münzen, bisschen Ravioli :---)))
Jedenfalls orientiere ich persönlich mich nicht an Charts - das sind für mich naiven Laien einfach Linien, die täglich durchbrochen werden können, egal, in welche Richtung - einzig und allein abhängig von der "gegenwärtigen" Wirtschafts- und Psycho-Situation der Marktteilnehmer.
Diese lustigen Linien suggerieren auch oft irreführende Signale aus meiner Sicht:
Geht der Markt 10% runter sagt Dir der Chart: Zu spät für Short, zu früh für Long.
Steigt der Markt dann um 10%, sagt Dir der Chart: Zu spät für Long, zu früh für Short.
Ist der Markt dann aber schon um 20-30% gefallen, sagt Dir der Chart wahrscheinlich: Ja, jetzt geht es richtig abwärts - immer weiter nach unten - steig ein mit Deinem Short!
Ist der Markt aber um 20-30% gestiegen, sagt Dir der Chart wahrscheinlich: Ja, jetzt geht die Party richtig los! Steig ein mit Deinem Long - jetzt geht es erst mal aufwärts!
Tja, ich denke, man sollte sich selbst irgendwann entscheiden, wann man in welche Aktie, in welchen Fonds, in welche Indizes man zu welchem Zeitpunkt rein geht oder raus geht. Man sollte dann natürlich auch einkalkulieren, dass man höchstwahrscheinlich nicht den optimalen Zeitpunkt erwischt und ein entsprechendes Minus/Plus mit einkalkulieren. Jeder von uns - egal ob Anfänger oder Vollprofi, wird Fehler machen.
Diese Entscheidungen sollte man aber nicht zwingend irgendwelchen "Charts" und "Computerprogrammen" überlassen, sondern sich selbst. Kann schief gehen, dann ist man aber zumindest auch "selbst verantwortlich" und kann und muss die "Schuld" nicht auf irgendwelche "Charts", "Computerprogramme" , "Fondsmanager" und "Bänker" abwälzen.
Und da sich auch manche Börsenweisheiten extrem widersprechen, wie z.B.: "Kaufe, wenn die Kanonen donnern" oder "Sei gierig, wenn andere ängstlich sind" - aber im Gegenzug: "Greife nie in ein fallendes Messer" usw. und so fort...
halte ich es persönlich einfach so, dass ich an der Börse nur soviel Kapital einsetze, wie ich es auch verschmerzen könnte, selbst bei Totalverlust.
Ach ja, was am Ende dabei herauskommt oder auch nicht - ob es in 10 bis 20 Jahren überhaupt Ariva und deren entsprechende Threads noch gibt, so dass ich Euch dann entsprechende Ergebisse noch posten könnte ;-) - keine Ahnung.
Nun, manchmal kaufe ich einfach klammheimlich - ohne dieses zu posten "antizyklisch" gegen jede andere Meinung was dazu - und genau so gut verkaufe ich "antizyklisch" den einen oder anderen Posten...
Nur - egal was ich wann wie und warum tue - ob es denn dann richtig oder falsch ist - ich tue dies alles in meiner eigenen Verantwortung und keinesfalls auf "Charts" basierend.
Hoffentlich kommt Tina noch mal in die Charts! In diesem Sinne guten Morgen und viel Erfolg Euch Allen! Kosto |