Krim/Ukraine: beängstigend finde ich, dass in einem Vertrag zwischen EU und der Ukraine tatsächlich nicht nur über eine wirtschaftliche, oder politische, sondern auch über eine militärische Zusammenarbeit diskutiert wurde. Ergo ging es verklausuliert um eine Anbindung der Ukraine an die Nato.
Dass Russland die Krim niemals in die Hände der Nato geben würde, hätte auch den Pappnasen der EU klar sein müssen. Das (!) war der Moment, in dem Russland / Putin ganz klar entschieden hat: die rote Linie ist überschritten worden.
Die ganze Eskalation ging also, mal wieder, durch eine politisch dilletantisch agierende EU aus. Dasselbe wurde damals schon bei dem Zerfall Jugoslawiens praktiziert: vorschnelle Anerkennung ohne Abstimmung und ohne eingehende Prüfung möglicher Konsequenzen - und dann den anderen die Schuld für das eigene Versagen in die Schuhe schieben.
Damals tat sich insbesondere unser Herr Aussenminister Genscher durch die unabgestimmte, verfrühte Anerkennung Sloweniens hervor, und das Ende waren dann mehrere Jahre Bürgerkrieg, tausende Tote, und ungezähltes Leid. Jogoslawien hätte eine Chance auf ein friedliches Auseinandergehen gehabt - durch Hrn. Genscher und die EU ist diese zunichte gemacht worden.
Und nun, 23 Jahre später, wiederholt sich das in größerem Rahmen: vorpreschen, Dilettantismus, und Versagen - mit drohendem Bürgerkrieg in der Ukraine.
Das traurige daran ist die sehr parteiische Berichterstattung der westlichen, demokratischen Medien.
Um den Schuldigen an der Eskalation zu lokalisieren, stelle ich immer eine Frage: ist in den letzten zwanzig Jahren die Großmacht Russland nahe an Paris gerückt - oder die NATO nahe an Moskau?
Und wer hat, mit m.E. westlicher Arroganz, das Gespräch über die Krim/Ukraine abgebrochen? Die G7 waren sich einig, wer der Buhmann ist, über das eigene politischen Versagen wurde kein Wort verloren.
Mehr muss man dazu nicht sagen.
Mich macht es unheimlich traurig, wenn ich täglich in den Nachrichten das Elend sehe, das nun der Ukrainischen Bevölkerung widerfährt - und unsere Politiker, die das zu verantworten haben, sonnen sich in Selbstgerechtigkeit und unnützen Vorwürfen.
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