Bei GoPro haben die Leerverkäufer mit einer neuen (unbekannten) Aktie ihr Spiel gespielt. Der Wert ist noch immer teuer und die Konkurrenz mit Sony und (demnächst vielleicht) Apple sehr groß. Der Laden war schon beim IPO sportlich bewertet und ist es jetzt auch noch.
Bei Twitter ist meine Einstellung inzwischen wohl bekannt. Ich glaube sogar, dass Costolo durch seine Aktienverkäufe den Umsatz im letzten Quartal gestützt hat und das weiter tun wird, aber die Investoren werden erkannt haben, dass Twitter so meilenweit entfernt von schwarzen Zahlen (nach Kosten) ist, dass man diesen Wert besser nicht im Portfolio haben sollte.
Yelp ist ähnlich überbewertet wie Twitter, nur schon etwas weiter fortgeschritten auf seinem Weg in die Bedeutungslosigkeit.
Bei Microsoft sehe ich Gewinnmitnahmen nach einer sehr starken Aufwärtsphase in den letzten 18 Monaten. Der Wert hatte über viele Jahre (während des Konzernumbaus) seitwärts tendiert und ist nun endlich einmal gelaufen. Das werden einige genutzt haben, um einmal Kasse zu machen und umzuschichten. Microsoft ist ein Schwergewicht und ein konservatives Dividendenpapier, dass man als Zocker nicht zwingend im Depot haben muss.
Bei Tencent hast Du vermutlich die Kursentwicklung von irgendwelchen ADR verfolgt. Der Wert befindet sich eigentlich auf einem Höhenflug uns ist aktuell massiv überbewertet (KGV > 300). Da könnte es demnächst bergab gehen: https://finance.yahoo.com/...%222y%22%2C%22scale%22%3A%22linear%22%7D
Bei Google und Facebook sehe ich die Grenze übermäßigen Wachstums erreicht und die die kleinen Korrekturen sind Anpassungen an die Prognosen, die sich jetzt etwas einfacher als zuvor treffen lassen. Beide Unternehmen versuchen über neue Produkte ein einigermaßen spannendes Wachstum aufrecht zu erhalten, aber bei Facebook sehe ich (noch) keine Nachhaltigkeit in diesen Bemühungen. Einige Investoren würden es anders herum interpretieren und sagen, dass da (im Gegensatz zu Google) noch ordentlich Musik drin ist. Google wird alt, Facebook muss noch beweisen, dass es alt werden kann. Mit United Online habe ich mich nich nicht auseinandergesetzt.
Yahoo! Japan hatte im letzten Jahr durch eine von Masa Son aufgezwungene Übernahme eine schwere Pille zu schlucken, die den Kurs um etwa 1/3 einbrechen ließ. Hätte SoftBank dieses Unternehmen in seinem Portfolio belassen und nicht für $3 Mrd. an Yahoo! Japan verkauft, hätten wir heute vielleicht nicht den Kurs, den wir gerade sehen.
AOL befindet sich in einem spannenden Wandel und das hat nun einmal sowohl auf Kosten-, wie auch auch Einnahmenseite größere Verwerfungen zur Folge, die man aktuell noch nicht richtig einschätzen kann. AOL verdient Geld und hat bestimmt das Potenzial, wieder eine bessere Rolle auf dem Markt zu spielen, aber es ist (für sich allein gesehen) einfach zu klein, um seinen Kurs durch wirklich spannende Übernahmen zu unterstützen. Der Kursverlauf ist ein Indiz für die Unsicherheit, ob es am Ende klappen wird, den Konzern auf einen stabilen Wachstumskurs mit (neuen) spannenden Produkten zu führen. Ich denke, dass das mit den Zahlen am gestrigen Tag (bezüglich der Gewinne) zwar untermauert wurde, aber Tim Armstron auch gesagt hat, dass man in den kommenden 2 Quartalen weitere Umstrukturierungskosten zu stemmen hätte, die das Ergebnis erst einmal belasten werden. Bei Amazoin würde der Kurs bei so etwas um 20% steigen, bei AOL fällt er um 15%. Macht zwar keinen Sinn, aber so wird AOL für Yahoo! eigentlich auf dem Silbertablett serviert: Zugreifen und gemeinsam umstrukturien, einsparen und später (auf einer schlankeren Kostendecke) Geld verdienen!
Die massive Unterbewertung von Yahoo! und die Märchengeschichten zu BABA haben wir ja schon ausgiebig besprochen. BABA wird (gemeinsam mit SoftBank) in den nächsten 10 Jahren den kompletten asiatischen Kontinent rocken und hat durch seinen IPO dem Westen die Gelegenheit gegeben, sich ein wenig daran zu beteiligen. Wer diese Chance heute verschmäht, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Yahoo! und AOL könnten gemeinsam über kurz oder lang für $2 bis $3Mrd. Gewinn pro Jahr gut sein und mit den Barmitteln von Yahoo! auch weiter wachsen. Mir gefällt diese Ausgangssituation eigentlich sehr, weil Kredite in den USA wieder teurer werden dürften, was andere Unternehmen eher schmerzen wird als Yahoo! (und AOL). BlackRock sieht das vermutlich ähnlich und kauft sich mit ca. 6% in Yahoo! ein. Ich glaube nicht, dass dieser Laden so blauäugig ist, um sein Geld nicht nachhaltig zu investieren. Wenn Yahoo! gerade ein ungeliebtes Kind ist, dann muss man diejenigen fragen, die mit ihren Kursmanipulationen gerade dafür sorgen, dass es so ist. Vielleicht ist es auch BlackRoch selbst, das den Kurs mit seinen ganzen Tochtergesellschaften nach unten geballert hat, um sich für einen Apfel und ein Ei bei Yahoo! (und natrülich auch BABA) einzukaufen. Ich hatte es ja schon erwähnt, dass ich aktuell meine gesamten Ersparnisse dort investieren würde, weil da mittel- bis langfrisitig in jedem Fall eine sehr gute Verzinsung erfolgen wird. Kurzfrisitg ist es vielleicht das politisch motivierte Spielchen (bei Alibaba) und der Aufbau von Druck gegenüber dem Management von Yahoo! durch die latente und massive Unterbewertung des Yahoo! Kerngeschäfts.
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