ich widerspreche der Aussage von Malko07, dass sich der Staat nicht weiter verschulden dürfe, die Privaten sich aber verschulden dürfen sollen.
Genau umgedreht entspricht der Realität.
Denn Private können sich nicht unendlich verschulden, erst recht können sie die sozialen Aufgaben des Staates mit ihren Schulden nicht mitfinanzieren. Hierbei spreche ich nicht nur von Bürgergeld-Empfängern, die nur einen Bruchteil der Ausgaben darstellen, sondern spreche ich vor allem vom Erhalt und Aufbau der Infrastruktur, Bildungseinrichtungen, Kultureinrichtungen, Parkanlagen, uvm. Und natürlich auch die Renten, die den mit Abstand größten Posten der Ausgaben beim Bund ausmachen, müssen natürlich mitfinanziert werden, was man den Privaten allein nicht zumuten kann.
Deshalb kassiert der Staat Steuern und Abgaben und damit die Steuern und Abgaben nicht zu hoch sind und die Privatwirtschaft sich weiter entfalten und wachsen kann, nimmt der Staat Schulden auf.
Über die Neuverschuldung kann der Staat das Wachstum regulieren, den Hahn etwas weiter auf- oder zudrehen. Im Idealfall müsste er in Zeiten des Booms die Steuern und Abgaben erhöhen, um das Wachstum zu bremsen, um dann im Falle der Krise wieder aufs Gas treten zu können. D.h. wenn die Wirtschaft boomt, viele Privatunternehmen investieren und sich verschulden, dann ist eine Schuldenbremse auch in Ordnung und sogar zielführend. Doch in Zeiten einer Stagnation, Rezession oder niedrigstem Wachstum, in Zeiten in denen wir diverse Herausforderungen meistern müssen, ergibt eine Schuldenbremse keinen Sinn. Gerade in solch Situation ist es Aufgabe des Staates, die Herausforderungen mit viel Geld anzupacken und der Privatwirtschaft damit wieder Anschubhilfe zu geben.
Das hilft dann übrigens auch den Restaurantbetreibern, wenn viel Geld in Dtl. investiert wird.
Und je länger man damit wartet, dann kann es sogar passieren, dass wir irgendwann die Schuldenbremse hinter uns gelassen haben, aber trotzdem die Milliarden nicht mehr investiert bekommen, weil uns dann die Fachkräfte fehlen um die vielen Strukturprojekte im Hau-Ruck-Verfahren realisiert zu bekommen.
Beispiel Straßenbau, es ist bereits jetzt schon der Fall, dass wenn man als Gemeinde Straßen erneuern oder bauen lassen will, man so auf die Schnelle keine Baufirma mehr findet. Da werden Ausschreibungen gemacht, mit dem Ergebnis, dass keine Baufirma ein Angebot abgegeben hat. Und wenn ein Angebot abgegeben wird, ist das preislich derart überzogen, dass das nicht finanzierbar ist. |