weil meine Argumente eh nicht verstanden werden, dennoch möchte ich diese erneut kurz kund tun ...
"Krieg muss sein" -> Ja, weil es keine attraktive Alternative dazu gibt. Denn die Alternative wäre der Existenzverlust der Ukraine(r), quasi Auslöschung der ukrainischen Kultur.
"Verhandlungen sind sinnlos" -> Verhandlungen wurden bis zum Beginn des Krieges sowie in den Anfängen geführt, leider ohne jeden Fortschritt. Damit Verhandlungen zu einem Ergebnis führen können, braucht es eine gemeinsame Verhandlungsbasis. Diese gemeinsame Verhandlungsbasis gibt es aber nicht mal Ansatzweise. Denn wie will eine solche gemeinsame Verhandlungsbasis aussehen, wenn Russland in Russland über die Vernichtung der Ukraine und Eroberungsfantasien diskutiert, die über die Ukraine weit hinausgehen? Wie soll eine gemeinsame Verhandlungsbasis aussehen, wenn Russland nach wie vor die Ukraine massiv mit Raketen und Artillerie beschießt? Wenn ein Schlägertrupp auf dich zukommt, da hast du halt schlichtweg keine Möglichkeit zur Verhandlung, weil der Schlägertrupp einzig auf Zerstörung ausgerichtet ist, deiner Zerstörung.
"Deutschland muss die Ukraine unterstützen" -> Ja, weil wären wir in einer solchen Situation, würde ich mir auch die Hilfe meiner Nachbarn und Nachbarsnachbarn wünschen. Das ist für mich ein Akt der Nächstenliebe, gerade auch weil es meine Nachbarsnachbarn sind.
"Die Sanktionen zeigen Wirkung" -> Ja, das tun sie. Die Chancen stehen gut, dass es den innenpolitischen Druck auf das Regime erhöht. Es besteht u.a. die Hoffnung, dass Putin vielleicht irgendwann an einem Punkt angelangt, an dem es ihn an den Verhandlungstisch drängt, weil er den Krieg aus innenpolitischen Gründen beenden will. Dann könnte ein Kompromiss z.B. in der Anerkennung / Eingliederung der Krim in die russische Föderation den Krieg beenden. Die Ukraine könnte dann der NATO beitreten und sich auf diese Weise der Konflikt mit eisernem Vorhang befrieden lassen. Vielleicht stationiert man ein paar UN-Friedenstruppen, welche die Konfliktregion im Auge behalten und die Konfliktparteien zur Zurückhaltung zwingen.
"wer das anders sieht, ist ein AfD Sym.... bzw. gleich Nazi" -> Nein, das ist definitiv nicht meine Meinung. Ich kenne u.a. auch Leute, die schlichtweg überzeugte Pazifisten sind und sich daher schwer tun mit Waffenlieferungen. Damit habe ich auch kein Problem und respektiere eine solche Meinung. Problematisch wird es aber dann, wenn Jene anfangen sich die Realität zurechtzulegen, wenn sie Ukrainer verunglimpfen und vom Opfer zum Täter machen, wenn sie sich blind der Resentiments gegen NATO, den Westen, die USA bedienen und aus deren Fehlern der Vergangenheit versuchen das Vorgehens Russlands zu relativieren oder gar quasi als "Gegenschlag" feiern.
Den typischen Pazifisten findet man meiner Meinung nach öfter bei den Linken. Antiwestliche Erzählungen sind auch hier weit verbreitet, jedoch meiner Wahrnehmung nach seltener radikal. Die Anfälligkeit für Verschwörungserzählungen ist bekannt, aber trifft nur einen kleinen Teil.
Bei der AfD wiederum spielen Verschwörungserzählungen eine wesentliche Rolle, welche dann auch zu einer radikaleren Sichtweise führen.
Mit anderen Worten, in der AfD findet man eine gehäufte Anzahl von Leuten, die den Angriffskrieg Russlands eben ganz anders sehen, so dass wenn auch leichtfertig, eine Verbindung zur AfD hergestellt wird. Und wo die AfD ist, ist auch der Nazi nicht weit, resultierend aus fragwürdigen Reden von Spitzenpolitikern wie Höcke, die wie aus vergangenen NaziZeiten klingen. |