Die hohen Zinsen, die Ford auf die neu emittierten Anleihen zahlen muss, sind eine Folge des Vertrauens-Kollaps im Junk-Bond-Markt, der in USA latent schon seit letztem September grassiert und durch die Virenkrise auf die Spitze getrieben wurde.
Die Zeiten, in denen US-Wackelfirmen frische Junkbonds mit 3 oder 4 % Rendite-Coupon herausgegeben konnten, sind vorbei. Das gilt m. E. auch für ehemals solide Firmen wie Boeing, die durch Misswirtschaft ihre Bonität verschlechtert haben. Zu Misswirtschaft zählen bei Boeing nicht nur das 737-800MAX-Debakel - das ist neben Sars-Cov-2 der größte Stolperstein -, sondern auch die mit Bondemissionen refinanzierten Aktienrückkäufe bei Kursen, die doppelt so hoch sind wie der aktuelle. Rückblickend ist das schlichtweg zum Fenster herausgeworfenes Geld, das zudem (wegen des immer höheren Fremdkapitaleinsatzes) die Bonität verschlechterte.
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im Wolf-Richter-Blog erschien gestern ein Artikel (unten), demzufolge die Fed mit ihrer Ankündigung, Junkbond-ETFs aufkaufen zu wollen, lediglich geblufft hatte. Tatsächlich hat die Fed im Wesentlichen nur US-Staatsanleihen und MBS gekauft. Und diese Aufkäufe wurden in den letzten Tagen sogar "getapert" (reduziert).
Dies erklärt, warum Ford die Neuverschuldung zu so ungünstigen Konditionen durchführen musste (oben). Hätte die Fed tatsächlich bereits Junkbonds gekauft, wäre der Markt für Unternehmensanleihen nicht so "verspannt" und Ford hätte dann wohl die Bonds mit niedrigeren Renditen emittieren können.
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Langfristig dürfte auch USA als Staat Probleme bekommen, weiterhin Staatsanleihen mit Renditen von nur 1 bis 2 % zu emittieren. Die Monster-Konjunkturprogramme, die jetzt wegen Corona aufgelegt werden mussten, dürften die US-Staatsverschuldung bald in "italienische Höhen" hochtreiben.
Bereits vor der Virenkrise lag die US-Staatsschuldenquote bei 110 %. Amerikas einstiges AAA-Rating ist längst passé.
Zurzeit kauft die Fed zwar einen Großteil der neu emittierten US-Staatsanleihen im Rahmen von QE5 auf - was die Renditen infolge "hoher Bondnachfrage" noch niedrig halten wird. Abber auch eine ausufernde Zentralbank-Bilanz lässt bei langfristig denkenden Investoren mit gutem Grund Bonitäts-Sorgen aufkommen. Wenn auch US-Staatsanleihen auf "junk" rutschen, ist Schluss mit Lustig.
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https://wolfstreet.com/2020/04/17/...nk-bonds-yet-was-just-jawboning/
Fed Massively Tapered QE-4. Hasn’t Bought Any Junk Bonds, Was Just Jawboning
by Wolf Richter • Apr 17, 2020
Since the Fed announced its market bailouts and interventions on March 15, it has printed and handed to Wall Street $2.06 trillion. But here is the thing: This was front-loaded, and over the past two weeks, it has cut its bailouts in half, and it has stopped lending new funds to its SPVs that were expected to buy all manner of securities, including equities, junk bonds, and old bicycles. Those loan amounts haven’t moved in four weeks. What it has bought were Treasury securities and mortgage-backed securities – and it’s cutting back on those too.
Total assets on the Fed’s balance sheet rose by $285 billion during the week through April 15, reported Thursday afternoon, to $6.37 trillion. Over the past five weeks, including the partial bailout-week which started March 16 and ended March 18, total assets increased by these amounts — note the big taper from $586 billion and $557 billion early on to $287 billion in the latest week:
$356 billion (Mar 18, partial bailout week started Mar 16) $586 billion (Mar 25) $557 billion (Apr 1) $272 billion (Apr 8) $285 billion (Apr 15)
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