Die Kirche und die AFD
Landauf Landab die AFD ist in aller Munde. Voreingenommenheit gegenüber dieser Partei ist einfach nur schick. Doch wer von vornherein die AFD auf die Flüchtlingskrise und Fremdenfeindlichkeit reduziert, erstickt schon vorab jede fruchtbare Diskussion im Keim. Wer ausführlich das Parteiprogramm der AFD liest, wird feststellen, dass die AfD sehr wohl für einen kontrollierten Zuzug von Migranten aus Krisengebieten ist. Das beste Beispiel gegen Fremdenfeindlichkeit und unvoreingenommene Nächstenliebe ist Markus Wagner aus der AFD. Herr Wagner hat einen Sitz im Landtag von NRW. Frau Wagner und ihr Mann haben vor 11 Jahren ein Kind aus Haiti adoptiert, ein kleines Kind, welches möglicherweise ohne diese Adoption verhungert wäre. Ich sehe in dieser Adoption aktive Nächstenliebe und erkenne keinen Hass gegenüber Fremden. Übrigens gibt es innerhalb der AFD mehrere Beispiele die jede Voreingenommenheit zum Einsturz bringen könnte.
Nichtsdestotrotz lehnt diese Partei einen kontrollierten Zuzug von Migranten ab. Was nun die Angriffe auf etablierte Parteien betrifft, ist es nicht vielleicht so, dass in einem Wahlkampfjahr wie 2017 jede Partei gegen jede um die Gunst der Wähler kämpft. Die verbalen und plakativen Mittel, auf die sämtliche Parteien dabei zurückgreifen, sind nicht immer sehr fair und delikat. Dass allein die AFD etablierte Parteien angreift ist für mich eine fragwürdige Unterstellung. Ich denke nur an die Attacken zwischen CDU/CSU und SPD.
Wer sich in seiner Kritik gegenüber der AFD erdreistet über Gut und Böse, über Freund und Feind zu entscheiden , nimmt Gottes Position ein, ich halte das für anmaßend. Wenn man nun gegen die Haltung der AFD opponiert, dann sollte man das differenziert ausdrücken ansonsten wird der Spekulation Haus und Hof geöffnet, und haas macht sich da breit wo Liebe platzt haben sollte.
Die AFD hat es geschafft viele Nichtwähler aus dem konservativen, rechten und rechtsextremen Lager in ihrer Partei aufzunehmen. Diese Bürger haben bei dieser Partei eine politische Heimat gefunden. Wäre das nicht der Fall, wäre die Rechtsextreme Zersplitterung innerhalb von Deutschland kaum zu kontrollieren. Die Folge, es würde ein wahrer politischer und gesellschaftlicher „Wildwuchs“ mit vielen Gefahren entstehen. Das erstarken der AFD ist nicht allein auf das Flüchtlingschaos und der daraus resultierenden Fremdenfeindlichkeit zurückzuführen. Gleichermaßen profitiert, wenn man so will, diese Partei auch von der sozialen Schieflage und der dynamischen Altersarmut in Deutschland. Um es mal banal auszudrücken, es ist eine unumstößliche Tatsache, dass die Reichen in Deutschland immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Allein diese Tatsache sorgt für eine tiefe Spaltung innerhalb unserer Gesellschaft. Während die etablierten Parteien ein Aufglimmen und die öffentliche Diskussion über dieses „unsoziale Thema“ gerne vermeiden, es zu oft aussparen, hat die AFD die Brisanz welche darin liegt erkannt, und es sich zu eigen gemacht. Die AFD beackert den Boden der ungerechten sozialen Verteilung in Deutschland wie keine andere Partei.
Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Kirche ausschließlich dieses Thema - der fortschreitenden Altersarmut und der sozialen Ungerechtigkeit in Deutschland - zu ihrem Thema gemacht hätte, als sich ausschließlich wie auf dem Kirchentag, mit der AFD auseinanderzusetzen.
„Vor Gott sind alle Menschen gleich“, ich würde sehr gerne daran glauben. Nur einige Kritiker denken sie wären gleicher. Wenn wir nicht aufpassen, wächst in Deutschland eine Parallelgesellschaft aus Armen, Flüchtlingen und sozial Schwachen heran dessen Größenordnung wir uns kaum vorstellen können.
Bevor wir uns mit Andersdenkenden beschäftigen, wie mit den Wählern, Sympathisanten und Politikern der AFD, wäre es besser sich um die wirklichen Probleme in Deutschland zu kümmern. Damit der Herrgott mit uns zufrieden ist, sollten wir unser Focus auf die Altersarmut und die soziale Ungerechtigkeit ausrichten. Und keiner soll jetzt denken, na ja, das machen wir doch sowieso schon. Wer so selbstzufrieden denkt heuchelt.
Ich halte nicht viel davon mit dem Mainstream der im Augenblick durch Deutschland braust.
Fische, die immer nur mit den Strom schwimmen, gelangen irgendwann mal in einem großen Meer oder See mit vielen Fischen. Fische die gegen den Strom schwimmen werden irgendwann zur reinen Quelle gelangen. Ich hoffe, jeder versteht was ich damit auszudrücken versuche, Vergebung, Großherzigkeit, Herzensbildung und Verständnis sollte unser aller Ziel sein. Es ist zweifellos ein schwieriger Weg um evtl. in Gottes nähe zu kommen, doch er lohnt sich.
----------- Wo Angst herrscht verkriecht sich die Vernunft. |