Immerhin trägt Sputnik V den von dir genannten Fakten Rechnung. Es gibt zwei Varianten von Sputnik V - eine für die erste und eine für die zweite Impfung. Die beiden Varianten unterscheiden sich im Transport-Virus.
Im Impfstoff für die zweite Impf-Phase wird ein anderes Transport-Virus verwendet als im Impfstoff für die erste Phase. Auf diese Weise wird vermieden, dass die zweite Impfung durch unerwünschte Immunreaktionen gegen das Transport-Virus aus der ersten Impfung, die gelegentlich auftreten können, in ihrer Wirkung beeinträchtigt wird.
Bei identischen Transport-Viren in beiden Chargen kann schlimmstenfalls folgendes passieren: Bei der zweiten Impfung attackiert das Immunsystem das Transport-Virus, weil es auch dagegen in der Zwischenzeit Antikörper gebildet hat. Und mit Pech so stark, dass der Inhalt der Transport-Viren (der eigentliche Impfstoff) gar nicht mehr bei den Zielzellen ankommt - die zweite Impfung also (bis auf heftige Nebenwirkungen) unwirksam bleibt.
Die anderen Vektorimpfstoffe, z. B. er von Astra-Zeneca und von Johnson&Johnson, haben nur eine Variante für beide Impf-Phasen.
Kein Wunder, dass bei denen die Wirksamkeit nur bei 60 % liegt.
Die Russen behaupten, Sputnik V hätte über 90 % Wirksamkeit, ähnlich wie die mRNA-Impfstoffe. Dies könnte wegen der oben genannten Vorkehrungen auch zutreffen. Leider lässt sich die angeblich höhere Schutzwirkung bislang nicht überprüfen: Die Russen haben keine aussagekräftigen Unterlagen aus ihren Phase-III-Studien vorgelegt. |