Aus aktuellem Anlass: Einigen westlichen Medien, hier der "Spiegel", ist kein Mittel zu doof, Russland zu diskreditieren, wobei ich vielleicht besser "Putin zu diskreditieren" schreiben sollte. Denn gegen Russland und dessen Ressourcen hat natürlich niemand etwas einzuwenden. Weshalb ein Jelzin, der Russlands Reichtümer für ein paar Gläser Wodka verhökerte, in westlichen Politikeraugen auch der bessere Präsident war. Doch zurück zur Spiegelschlagzeile von heute morgen: "Russland wird das Geld knapp!" heißt es da. Anlass dieser Behauptung ist die in Russland durchgeführte Rentenreform, die sich natürlich, nach Spiegellesart, gegen die russische Bevölkerung richtet. Dass der russische Staat über enorme Geldreserven verfügt, wird als verstärkender "Beweis" für die unmenschliche Politik Putins gleich noch nachgeschoben. Ich wünschte mir, in Deutschland hätten Politiker nur halb so viel Rückgrat und würden die längst überfälligen Rentenreformen endlich auf den Weg bringen! Dann wüßten meine Kinder wenigstens, wofür sie arbeiten und wovon sie ihre drei Kinder ernähren sollen! Nur mache ich mir da keine Illusionen: Auf Politiker, die das Richtige tun, um die Zukunft des eigenen Landes zu sichern, werde ich in Deutschland wohl noch lange warten müssen. Solange die Mehrzahl der längst überalterten Wählerschaft Rentenerhöhungen als ein Menschenrecht ansieht, wird das mein Wunschdenken bleiben. Und was das Geld angeht, das dem russischen Staat ausgeht: Ohne mich in Zahlen zu verlaufen, meine ich mich zu erinnern, dass Russland zu den Ländern mit der geringsten Staatsverschuldung weltweit gehört. Diesen Umstand als politisches Versagen umzudeuten, das ist schon ein starkes Stück. Aber immerhin habe ich Dank des "Spiegel" jetzt die Bestätigung für meine Vermutung, dass Russland eine starke politische Führung hat und darüber hinaus über beträchtliche Geldreserven verfügt. Als Gazprom- Aktionär höre ich das gern... |