5. September 2011
Am vergangenen Freitag haben wir endlich alle Punkte im Hinblick auf die ersten Hauptversammlung (HV) der Greenvironment plc geklärt. Ehrlich gesagt, haben wir alle feststellen müssen, dass die Zusammenstellung aller Unterlagen für die erste ordentliche Hauptversammlung, aufgrund der Fusion der ehemaligen Greenvironment mit der neuen PLC-Struktur, umfangreicher war, als jeder von uns geglaubt hatte.
Wir haben diese Arbeit zusammen mit der Vorbereitung des Wertpapierprospektes durchgeführt. Dazu zählte auch die Einarbeitung der neuen Corporate Governance-Richtlinien, um deutschen Standards zu entsprechen. Dies hat den Arbeitsumfang natürlich auch beeinflusst.
Im Hinblick auf die HV-Tagesordnung bin ich unseren geschätzten Aktionären und Investoren in einigen Punkten wohl einige Erklärungen schuldig. Die Tagesordnungspunkte, die Fragen aufwerfen, könnten beispielsweise den neuen Verwaltungsrat (Board of Directors), die Aktienzusammenlegung und auch die Genehmigung zur Erhöhung der Aktienanzahl betreffen.
In Bezug auf den neuen Verwaltungsrat freue ich mich sehr auf den Beginn der Arbeit mit dem neuem Gremium. Wir waren in der Lage, gute Kandidaten für den Verwaltungsrat zu gewinnen, die die verbleibenden Verwaltungsratsmitglieder unterstützen sollen. Michael Gawenda, der neue Finanzvorstand, muss wohl nicht extra vorgestellt werden. Seine Erfahrung in der deutschen Finanzgemeinde wird bereits jetzt sehr geschätzt. Henry Whittaker war bereits vor der Fusion der Vertreter von Cheyne bei der Greenvironment Oy. Er kennt das Unternehmen seit 2007 und soll nun wieder in den Verwaltungsrat einziehen, um Greenvironment gegenüber der Londoner Finanzwelt zu repräsentieren. Matti Jaakola wird eine Menge Erfahrung im Hinblick auf Verwaltungsrats-Prozesse in börsennotierten Gesellschaften mit einbringen. In der Vergangenheit war er im Management von größeren Konzernen, wie beispielsweise Henkel und Georgia-Pacific, tätig. Seit 2006 arbeitet er als Verwaltungsratsprofi für verschiedene Unternehmen.
Während die Erweiterung des Verwaltungsrates die Entwicklung des Unternehmens widerspiegelt, ist die Aktienzusammenlegung ein „Muss". Der einzige Grund für diesen Schritt ist die frühere Entscheidung der Deutschen Börse im Hinblick auf ausländische Unternehmen im First Quotation Board der Frankfurter Wertpapierbörse, die besagt, dass der Börsenhandel von Unternehmen eingestellt wird, die per Ende September 2011 nicht ein Mindesteigenkapital in Höhe von 500.000 Euro und einen Mindestnennwert von 0,10 Euro je Aktie bzw. ein Äquivalent in einer anderen Währung (in unserem Fall 0,10 GBP) vorweisen können.
Da sich unser Wertpapierprospekt aus den oben genannten Gründen etwas verzögert hat, haben wir uns aufgrund der Empfehlungen unserer Berater dazu entschlossen, die Aktienzusammenlegung umzusetzen, um nicht von einem etwaigen Delisting bedroht zu werden.
Von den vorgeschlagenen HV-Beschlüssen, die ich oben erwähnt habe, denke ich, dass die Ausgabe neuer Aktien die Entscheidung ist, bei der Investoren am meisten die Augenbrauen nach oben ziehen. Wofür brauchen wir rund 100 Millionen neue Aktien (vor der Aktienkonsolidierung)? Zunächst nur ein Kommentar dazu: Dda die Aktienzusammenlegung ebenfalls bei dieser HV beschlossen werden soll, bezieht sich die Tagesordnung auf die bestehende Aktienanzahl. Dann zur Entscheidung selbst: Ees ist eine weitaus administrativere Entscheidung, als man denken könnte. Um ein Beispiel zu geben: Mmomentan ist das Grundkapital der Greenvironment plc in 100 Mio. Aktien eingeteilt, aber das Unternehmen hat derzeit viel weniger Aktien im Umlauf. Die Differenz stammt daher, dass im Gegensatz zu einigen anderen Gesellschaftsformen, die dem Leser vertrauter sind, britische plc‘s neue Aktien nur auf ihrer jährlichen HVauptversammlung ausgeben können. Es obliegt dann dem Verwaltungsrat, wie diese - wenn überhaupt - verwendet werden (z.B. Ausgabe an Investoren).
Aber warum brauchen wir diesen Vorratsbeschluss? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Natürlich liegt es im Interesse des Managements und des Verwaltungsrates, die bestehenden Aktionäre nicht zu verwässern; bis auf den Umfang, der absolut notwendig ist. Andererseits muss der Verwaltungsrat einer Firma, die so stark wächst , wie wir, die nötige Flexibilität haben, um alle Finanzierungsmöglichkeiten nutzen zu können, um dieses Wachstum zu unterstützen.
Dies könnte zum Beispiel die Ausgabe von Wandelanleihen, Mezzanine-Finanzierungen und einige andere durch Eigenkapital gesicherte Anlageprodukten betreffen. Auch wenn diese Instrumente niemals in Aktien umgewandelt werden, binden sie dennoch das genehmigte Kapital und deshalb müssen wir die Aktienanzahl erhöhen. Darüber hinaus würde die oben erwähnte Flexibilität auch hilfreich sein, um eine Zweitnotierung an einer ausländischen Börse zu ermöglichen oder einen strategischen Investor an Bord zu holen.
Wir erwarten, dass alle vorgeschlagenen Beschlüsse (einschließlich der Aktienzusammenlegung) auf der Hauptversammlung genehmigt werden. Dies würde bedeuten, dass Greenvironment nach der Hauptversammlung eine autorisierte Aktienanzahl von insgesamt 20 Mio. Stück haben wird. Diese Angabe beinhaltet die aktuell im Umlauf befindlichen Aktien und lässt dem Unternehmen zudem die Möglichkeit, zukünftig bis zu rund 12 Mio. Aktien in Umlauf zu bringen, wenn dies nötig sein sollte.
Ich hoffe, dass ich mit diesen Ausführungen die Situation um die bevorstehende Hauptversammlung aufklären konnte. Wir sehen uns am 28. September in London! |