Die Frage des Verhältnisses zu Intel ist in diesem Punkt (Advanced Packaging) absolut interessant. Aber in der Wirtschaft ist Monogamie ja ohnedies nur noch selten anzutreffen. Dass Intel sich mit neuen Werken nach Europa bewegt, ist jedenfalls überraschend. Der Schock aufgrund von Abhängigkeiten in den letzten beiden Jahren hat viel ausgelöst. Es wird ja jetzt auch schon diskutiert, was man tun könnte, um bei der Versorgung von Medikamenten nicht mehr von China abhängig zu sein (was erst bewusst machte, dass es eine solche Abhängigkeit überhaupt gibt - was ich bei Medikamenten nie erwartet hätte).
Wenn AT&S seinen Geschäftszweig Advanced Packaging oder auch die Modulfertigung industriell ausbauen will (und dafür neue Werke benötigt), ist das sicherlich gut, aber eben auch nochmals kapitalintensiv. Und da müssen halt schon sehr dicke Förderungen winken, um das noch zu stemmen. Bleibt aber für mich vor allem die Frage: Wird AT&S dann Produkte anbieten, die in gewisser Weise "einzigartig" (also sehr qualitativ hochwertig) sind, sodass dafür auch höhere Produktionspreise verkaufbar sind - ohne Konkurrenten aus Korea, Taiwan oder sonst wo preislich fürchten zu müssen ? Denn egal wie personalintensiv die Produktion dann am Ende sein würde - dieses Verhältnis bleibt sich auch gegenüber "billigeren" Produktionsländern gleich. Sodass das Rückholen der Produktion nur dann sinnvoll ist, wenn auch die laufende Produktion subventioniert wird. Das wäre aber eigentlich wirtschaftspolitisch eine massive Wende vom bisherigen Postulat des Wirtschaftsliberalismus, müsste EU-weit geklärt sein - und wirklich vorstellen kann ich mir das letztlich auch nicht. |