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Wenn Arbeit arm macht

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neuester Beitrag: 15.01.09 18:35
eröffnet am: 12.01.07 16:42 von: 007Bond Anzahl Beiträge: 43
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12.01.07 16:42
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24273 Postings, 7127 Tage 007BondWenn Arbeit arm macht

Wenn Arbeit arm macht

Verdienen oft nicht mehr als zwei Euro pro Zimmer: Reinigungskräfte in Hotels

Von Susanne Amann

5,80 Euro für die Sicherheit am Flughafen, 2 Euro für die Reinigung eines Hotelzimmers. Mehr als sechs Millionen Menschen sind in Deutschland im so genannten Niedriglohnbereich beschäftigt - und arbeiten, ohne davon leben zu können.



Franz Müntefering ist bekannt dafür, nicht viele Worte zu machen. Und mit kurzen Sätzen zu sagen, was Sache ist. "Löhne von 3,18 Euro sind sittenwidrig, das sollte nicht so sein." So kündigte der Vize-Kanzler und SPD-Arbeitsminister am Donnerstag an, im nächsten Koalitionsausschuss das Thema Mindestlohn wieder anzusprechen. Und kürzer kann man die Debatte um Dumpingpreise und Niedriglöhne wohl nicht zusammenfassen.

Tatsächlich gib es in 18 EU-Ländern einen gesetzlichen Mindestlohn. Neben Deutschland verzichten nur Dänemark, Finnland, Italien, Österreich, Schweden und Zypern auf eine solche Regelung. Selbst in den USA wurde der gesetzliche Mindestlohn kürzlich deutlich erhöht.

Sechs Millionen Menschen im Niedriglohnbereich



Tatsächlich arbeiten inzwischen nach Angaben des Instituts für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen (IAT) rund 21 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland im Niedriglohnbereich, das sind mehr als sechs Millionen Menschen. Vor allem seit Mitte der 90er-Jahre nehme der Anteil der gering Beschäftigten in Deutschland zu, heißt es beim IAT.


Kanzlerin Merkel: "Es wird keinen Mindestlohn geben"
Gewerkschaftsrat: SPD drängt auf Mindestlohn


Wie das in der Praxis aussieht kann man vor allem im Dienstleistungssektor sehen. "Im Sicherheitsgewerbe, bei Call-Centern, im Reinigungs- und Gesundheitsbereich oder im so genannten Facility-Management werden Löhne gezahlt, mit der Sie keine Familie ernähren und keine Miete bezahlen können", sagt Cornelia Haß von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

3,86 Euro pro Stunde sieht zum Beispiel der Tarifvertrag für Bewachungsunternehmen in Thüringen vor - und längst nicht alle Unternehmen sind tariflich gebunden. "Gerade Sicherheitsfirmen werden inzwischen auch in hoch verantwortungsvollen Jobs eingesetzt, etwa an Flughäfen oder in Atomkraftwerken", sagt Haß. "Wir staunen da schon manchmal, wie wenig die Arbeitgeber sich das kosten lassen wollen."

Pendelei von billigeren in teurere Bundesländer

Dazu kommt die muntere Pendelei von billigeren in teurere Bundesländer, etwa von Sachsen nach Berlin oder von Thüringen nach Bayern. Die Beschäftigen werden am Montagmorgen mit dem Bus abgeholt, bleiben die Woche über an ihrem Einsatzort, und am Freitag geht es zurück nach Hause. Obendrein trägt der Arbeitnehmer die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung selbst.

Und das, obwohl das Geschäft mit der Sicherheit boomt: Von 2000 bis 2005 steigerte sich der Umsatz der Branche von gut drei auf über vier Mrd. Euro, rund 180.000 Mitarbeiter sind inzwischen beschäftigt - allerdings nur 115.000 davon sozialversicherungspflichtig. Die Folge sind Löhne, die sich zum Teil zwischen 4,70 Euro und 5,10 Euro bewegen und Arbeitszeiten, die weit über die 40 Stunden-Woche hinausgehen. Weil sich immer mehr Anbieter auf dem Markt tummeln, ist in der Branche ein heftiger Konkurrenzkampf entbrannt - der auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgefochten wird.

Niedrigere Löhne finden sich wahrscheinlich nur noch im Hotelgewerbe. Jede Nacht stehen eine Million Hotelbetten in Deutschland leer, die Profitabilität der deutschen Hotels liegt nach Angaben des Marktforschungsinstituts Deloitte am unteren Ende in Europa.

Reinigungskräfte unter besonderem Druck

Gleichzeitig hat in den letzten Jahren eine deutliche Konzentration des Marktes stattgefunden, was immer höheren Druck auf das Management der Hotels, immer knappere Budgets und immer neue Kostensparungsstrategien bedeutet. Und dieser Druck trifft vor allem die, die am unteren Ende stehen: die Reinigungskräfte.

Laut IAT beziehen schon heute deshalb 70 Prozent der Beschäftigten Löhne, die unterhalb der OECD-Niedriglohnschwelle von zwei Dritteln des Durchschnittslohns liegen. Die Regionalisierung der Tarifverhandlungen hat außerdem dazu geführt, dass ein Zimmermädchen in Bayern 1490 Euro verdient, ihre Kollegin in Mecklenburg-Vorpommern aber nur 887 Euro.

Vor allem aber wird die Reinigung immer häufiger an Fremdfirmen vergeben, gezahlt wird dann oft nicht mehr als zwei Euro pro Zimmer. Zur sowieso schon schlechten Bezahlung kommt außerdem, dass auch Wartezeiten, zum Beispiel wenn Gäste zu spät abreisen, oder der Arbeitsausfall wegen mangelnder Auslastung des Hotels nicht ausgeglichen werden. Ein Großteil der Reinigungskräfte sind Frauen - in den großen Städten oft mit Migrationshintergrund. Die beschweren sich nicht und organisieren sich schon gar nicht gewerkschaftlich.

"Es ist grundsätzlich relativ schwierig, an die Beschäftigten heranzukommen", sagt Haß. "Es herrscht eine zu große Fluktuation." Immerhin gebe es allmählich das Bewusstsein, dass es eine "arbeitende Armut" gebe, dass Menschen trotz eigener Arbeit nicht genug verdienten, um ihr Leben selbst zu finanzieren. "Das ist dem Standort Deutschland nicht angemessen."

Zwar sind es vor allem Personen ohne Berufsausbildung, Frauen, jüngere Arbeitnehmer und Ausländer, die von den niedrigen Löhnen betroffen sind. Aber auch vor klassischen Ausbildungsberufen wie dem Friseurhandwerk macht der Trend nicht halt. Inzwischen gibt es dort Arbeitnehmer, die mit einem so genannten Minus-Konto anfangen: Wer eine Stelle antritt, muss erst mal bis zu 1000 Euro "abarbeiten" - um Arbeitsgeräte und Materialien nutzen zu dürfen. Wer hier von Münteferings Vorschlägen von einem Mindestlohn von etwa sechs Euro hört, der fängt wohl an zu träumen.

Quelle: Stern.de  
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17 Postings ausgeblendet.

12.01.07 17:53
4

8542 Postings, 7050 Tage Slashsolange Aktien Kurssprünge machen

wenn ein Unternehmen Arbeitsplätze in grossem Maße abbaut wird es auch keine Mindestlöhne geben. Grund:
es interressiert keinen (oder nur wenige und die haben nicht die Macht).

Gruß
slash  

12.01.07 18:00
2

24273 Postings, 7127 Tage 007Bond@Heimatloser

In welchem Jahr leben wir heute? In fünf Jahren fließt viel Wasser den Rhein hinunter.  

12.01.07 18:01
7

7953 Postings, 4617 Tage Skyline2007aus einen forum

Wenn ein Bundesminister 2 Jahre im Amt war, hat er Rentenansprüche erworben, wie ein Arbeiter, der 75 Jahre ( ! ) gearbeitet hat, nämlich 1950? pro Monat. Der Arbeiter wäre dann ca. 95 Jahre alt, weil man ja als Baby nicht arbeitet. Man sollte diese Regelung kippen...Die verarschen uns doch...was früher der Feudaladel war sind heute die Politiker, die uns auch noch sagen wir müssten den Gürtel enger schnallen.

 

12.01.07 18:04
1

4048 Postings, 5595 Tage HeimatloserGut dass es hier so viele schlaue Leute

hat. Da muss ich nicht dumm sterben.

Danke, danke danke!  

12.01.07 18:15
4

9278 Postings, 5665 Tage Happydepot@Skyline 2007 sehr gut analysiert

wieviele Politiker sitzen in den Vorständen der Betrieben,da war doch einer in 18 Aufsichtsräten drin war das nicht der von der CDU der Merz oder wie der noch hieß.

Aber das ist ja das Coole an der Sache,diese Politiker sitzen Sonntagsabend bei der Christiansen heulen uns was vor was sie alles gegen die Arbeitslosigkeit unternehmen müssen,und das sind genau die die den Montag darauf zig Tausende auf die Strasse setzen.
Aber solange wir nichts unternehmen machen die immer weiter.

Das geilste überhaupt ist dieser Spruch "WIR MÜSSEN DEN GÜRTEL ENGER SCHNALLEN",und geben sich tags drauf 1,8% Diäten erhöhung.
Du bist Deutschland hieß und heißt der Slogan,aber ich sage Du bist Deutschland und Du schläfst.  

12.01.07 18:19
2

12175 Postings, 6650 Tage Karlchen_IIDie unten niedrigen Löhne sind doch nur der

Ausdruck eines Problems - das Problem selbst ist wo ganz anders.  

12.01.07 18:22
2

9278 Postings, 5665 Tage HappydepotKarlchen2

sagen wir mal so,gute Bezahlung gute Binnennachfrage,die wollen wir doch,oder.
Wenn man den Mensch in die Ecke treibt spart er.Wenn man was gibt dann gibt er auch,so einfach erklärt.  

12.01.07 18:22
3

13436 Postings, 6970 Tage blindfishstimmt schon, karlchen...

die löhne sind nur das ergebnis - viele der ursachen werden hier im thread ja auch angesprochen...  

12.01.07 18:32
4

24273 Postings, 7127 Tage 007Bond@KarlchenII

Das Problem liegt offensichtlich darin, dass hoch bezahlte Manager Vergütungen wie in den USA üblich beziehen wollen, ihren Arbeitnehmern nach Möglichkeit aber nur das zukommen lassen möchten, was diese vergleichsweise in einem Billiglohnland erhalten würden. Um das auch durchsetzen zu können "drohen" sie der Politik mit einem Standortwechsel, wenn ihren "Forderungen" nicht politisch der Weg geebnet wird. Den Standortwechsel führen sie zu guter LEtzt aber dennoch aus und lassen sich das natürlich auch noch von unseren Steuergeldern finanzieren - ähm ... das nennt man dann subventionieren!  

12.01.07 18:35
3

7953 Postings, 4617 Tage Skyline2007das pack sollte es verboten werden

einen 2 job , geschweige den noch mehr anzunehmen.

ich müsste meinen chef fragen ob ich noch nebenbei was machen darf , auf 2 ter karte und so.

meint er nein habe ich es zu unterlassen.

dieses pack schreibt ihre eigenen gesetze.

mfg skyline  

12.01.07 18:52
4

9045 Postings, 6807 Tage taosHappydepot

zieh nach Bayern, da gibt es keine CDU.

 


Taos

The Web killed the radio Star

 

12.01.07 19:01
3

12175 Postings, 6650 Tage Karlchen_IIpate - schon richtig.

Das ist eines der Probleme - die Löhne sind massiv hinter den Gewinnen zurückgeblieben.   Dann muss man sich auch nicht wundern, dass im Außenhandel immer neue Rekorde gefahren werden, die Inlandsnachfrage aber darbt. Das konnte aber nur mit dem Euro laufen - denn ohne den wäre die D-Mark kräftig aufgewertet worden, so dass der Effekt der Lohnzurückhaltung verraucht wäre.

Und noch einen oben darauf gesetzt. Da wir an den Euro gebunden sind, müssen wir auch die Leitzinsen der EZB ertragen. Die orientiert sich bei der Zinsfestsetzung natürlich nicht nur an der Infaltionsrate bei uns (die sehr niedrig ist), sondern an der im gesamten Euroraum. Somit finanzieren wir den Immobilienboom in Spanien mit - wie auch die hohen Lohnsteigerungen etwa in Irland.

Dazu kommt noch der organisierte Schwachsinn der Finanzpolitik: Wer Sparen zur Tugend erhabt, muss sich nicht wundern, dass ihm die Einnahmen wegbrechen. Eine Volkswirtschaft ist nämlich was völlig anderes als ein Karnickelzüchterverein. Aber das erzähle mal einer manchen Dünnbrettbohrern unter unseren Politikern.

Die Krone der Dämlichkeit trägt aber unsere Bundeskanzlerin. Was wurde sie nicht vor einem Jahr gelobt, dass jene war, die die die Reibereien bei den Haushaltsplanverhandlungen der EU geschlichtet hat. Klar - war ja auch kein Problem. Sie hat das Füllhorn ausgeschüttet - und alle waren es zufrieden. Waren allerdings unsere Steuergelder, die nun unserem Wirtschaftskreislauf entzogen werden. Und unsere bekanntermaßen selten dämlichen Medien haben Beifall geklatscht. Niemand hat gefragt, ob das, was sie gemacht hat, nicht eine Verletzung ihres Amtseides war. Was es meines Erachtens ist.


Oder so - die Deutschen sind so doof, dass sie auch keine bessere Regierung verdienen.  

12.01.07 19:07

12175 Postings, 6650 Tage Karlchen_IISoorry - meine statt pate natürlich bond o. T.

14.01.07 21:07
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8451 Postings, 5543 Tage KnappschaftskassenIst es nicht die Aufgabe des Staates seine

Bürger zu schützen? Das hier viele wehrlose schamlos ausgenützt werden und Löhne erhalten die sittenwidrig sind hat saogar die Bild gemerkt. Wer es nicht gemerkt haben sind viele Politiker und auch meine Liberale Partei. Selbst die neoliberale USA hat es fertig gebracht Mindeslöhne einzuführen und das nicht zu unrecht, weil sonst es zu einer Dumpinglohnspirale kommt die sich immer weiter nach unten zieht. Ein Staat wir Deutschland kann nicht von den geringfühig Beschäftigen, 1 Euro Jober und von Leute leben die Sittenwidrig ausgeplündert werden. Die Büchse Pandora hat zwar die Vorgänger Regierung aufgemacht als sie es für richtig hielt 1 Euro Jpbs über den Klee zu loben und die Menschen die davon lebten eigentlich unmündig machte. Aber die jetzige Regierung ist aber auch zu feige die Büchse der Pandora zu schließen und das heißt nun mal Mindeslöhne einführen, anonyme Denozantentelefonnummer zu installieren, Gesetze mit Straftatbestände beschließen,  damit ganz bestimmte Unternehmer und moderne Sklaventreiber das Handwerk gelegt wird.  Ich bin zwar kein Fan von Mindeslöhne, aber aus eigener Erfahrung als Selbstständiger weiß ich, dass es auch im Unternehmerlager Schweinehunde gibt die über Leichen gehen, diese Unternehmer schaden nicht nur die Ausgebeuteten, sondern der Konkurrenz und am Ende den ganzen Staat!

Meinen segen haben die Mindeslöhne weil sie mir als Unternehmer faire und kalkulierbare Rahmenbedingungen schaffen und kein Nachteil dastellen. Und die wo die Dienstleistung am Ende zahlen müssen könne sich ganz sicher diese Leute leisten!

Und bitte keine Häme aus dem linken Lager, das habe ich wirklich sehr ernst gemeint, denn ich habe auch mal in Armut gelebt und bis heute nicht vergessen wie das ist!(Es war Scheiße)

Gruß Knappschaftskassen  

17.04.07 21:45
4

24273 Postings, 7127 Tage 007BondHartz IV fordert erstes Todesopfer in Deutschland

Arbeitsloser in Speyer verhungert

Soziale Hilfe wurde vom Amt mehrmals abgelehnt

Speyer - Armut hat in Deutschland ein Todesopfer gefordert. Ein 20-jähriger arbeitsloser Mann aus Speyer ist in seiner eigenen Wohnung verhungert. Wie die Staatsanwaltschaft Frankenthal und die Polizei am Dienstag mitteilten, ergab die gerichtlich angeordnete Obduktion des am Sonntag gefundenen Leichnams, dass der arbeitslose Mann an einer Unterversorgung der Organe verstorben ist. Ganz offenkundig hatte er seit mehreren Monaten keine ausreichende Nahrung mehr zu sich genommen. Die 48-jährige Mutter, die ebenfalls in der Wohnung gefunden worden war, befand sich ebenfalls in einem schlechten körperlichen Zustand und ist in ärztlicher Behandlung. Bei ihr besteht jedoch keine akute Lebensgefahr.

Die Frau gab an, dass sie aus Geldmangel keine Nahrungsmittel habe kaufen können. Sie hatte offenbar früher soziale Zuwendungen erhalten, jedoch seit einiger Zeit keinen Antrag mehr auf Unterstützung gestellt.

Der Sohn hatte sowohl Arbeitsangebote als auch Untersuchungen ausgeschlagen, und daher ebenfalls seit einiger Zeit keine sozialen Hilfeleistungen mehr erhalten. Die Mutter beschrieb ihren Sohn als depressiv und antriebslos. Sie sagte gegenüber der Justiz aus, dass der 20-Jährige ihr gegenüber mehrmals den Wunsch geäußert habe, sterben zu wollen. Der tote Mann war zusammen mit seiner Mutter am Sonntag von einem Polizeibeamten in der Wohnung gefunden worden. Die Polizei war dabei einem Hinweis von Bekannten der Mutter nachgegangen, die den Verdacht hegten, dass etwas nicht in Ordnung sei. ddp

Quelle: Der Tagesspiegel

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/archiv/18.04.2007/3208556.asp


Kommentar: Wie tief nur ist unser Sozialstaat gefallen?  

17.04.07 21:55
1

9500 Postings, 5018 Tage Der WOLFja was denn nun??

"""Soziale Hilfe wurde vom Amt mehrmals abgelehnt"""

"""Sie hatte offenbar früher soziale Zuwendungen erhalten, jedoch seit einiger Zeit keinen Antrag mehr auf Unterstützung gestellt"""

"""Der Sohn hatte sowohl Arbeitsangebote als auch Untersuchungen ausgeschlagen, und daher ebenfalls seit einiger Zeit keine sozialen Hilfeleistungen mehr erhalten"""

Kommentar: Was soll man tun wenn sich einer nicht helfen lassen will? Sondereinsatzkommando und Zwangsernärung?



Gruesschen
 
Der WOLF
 

17.04.07 22:15
1

24273 Postings, 7127 Tage 007Bond@DerWolf

Soll man deswegen Menschen die krank sind einfach verrecken lassen? Der Staat hat auch eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Bürgern.

Sehr brisant erscheint mir die zweite Überschrift: "Soziale Hilfe wurde vom Amt mehrmals abgelehnt".

Vielleicht hatte der junge Mann einen Bandscheibenvorfall und man wollte ihn zum Spargelstechen als Ein-Euro-Jobber verpflichten?

"Die 48-jährige Mutter, die ebenfalls in der Wohnung gefunden worden war, befand sich ebenfalls in einem schlechten körperlichen Zustand und ist in ärztlicher Behandlung. Die Frau gab an, dass sie aus Geldmangel keine Nahrungsmittel habe kaufen können. Sie hatte offenbar früher soziale Zuwendungen erhalten, jedoch seit einiger Zeit keinen Antrag mehr auf Unterstützung gestellt."

Sind die Gründe bekannt weshalb die Frau (also die Mutter des Verhungerten) keinen Antrag mehr gestellt hat - vielleicht hat das Formular nicht mehr verstanden und ausfüllen können und niemand vom Amt wollte ihr helfen?? Fragen über Fragen ...  

17.04.07 22:20

3030 Postings, 5313 Tage ORAetLaboraKann einfach nicht sein...

Es gibt einfach in Deutschland in allen Bereichen zig Vorschriften, Verordnung und Gesetze...

Harz4, Finanzamt, Verkehrsordnung oder sonstiges...


Bitte behandelt andere Forumsmitglieder so, wie man George Bush, Putin, den Olmert oder Merkel behandeln würde: mit Respekt, Anstand und Höflichkeit.  

17.04.07 23:17
1

1857 Postings, 4524 Tage HagenstroemDas Prinzip der natürlichen Auslese

Der hart umkämpfte Markt für soziale Belange fordert seine Opfer oder wenn man es mit der karlschen Primitivlogik aus Posting 30 umschreiben müsste:

Die Einkünfte der Bedürftigen aus dem staatliche Sponsoring hinken massiv hinter den Unternehmensgewinnen zurück.

Der Karnikelzüchterverein ist somit ein elementarer Bestandteil der Sozialversicherung von Morgen, schlummert in ihm doch noch immer das bewährte, aber verkümmerte Know How vergangen geglaubter Tage, welches auch zu Krisenzeiten mit etwas Eigeninitiative im Garten, im Keller oder im Hinterhof den Weg zur autarken Nahrungsbeschaffung ermöglicht und damit ein Überleben sichert. Zumindest solange, wie s.g. Experten der Markt- und Planwirtschaft regelmäßig mit ihren Großversuchen scheitern das Leben der breite Masse fremdbestimmt verbessern zu wollen.

Wenn die Denker im modernen Deutschland von heute nicht nur die Aufwendungen für das Soziale als Grund für den Verfall der Arbeitsmoral ausmachen und daraus Umstand und Grund der Massenarbeitslosigkeit ableiten, sondern mit der massiven Kürzung dieser Aufwendungen auch noch meinen Massenarbeitslosigkeit bekämpfen zu können, dann sollte der Weg des Einzelnen schnellstmöglichst zum nächsten Baumarkt führen, um das Material für den Bau von Kleintierstallungen zu besorgen.  

30.11.07 07:53
2

24273 Postings, 7127 Tage 007BondEinkommensschere öffnet sich weiterhin

Einkommensschere öffnet sich immer weiter

Der Anteil der Nettolöhne am Volkseinkommen erreicht einen neuen Tiefstand, wie aus aus einem Bericht der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht.

Trotz des Wirtschaftsaufschwungs sind die Einkommen in Deutschland weiterhin zunehmend ungleich verteilt. Der Anteil der Löhne am Volkseinkommen ist weiter zurückgegangen. Dies ist das Ergebnis des neuen "Verteilungsbericht", den das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am gestrigen Donnerstag vorstellte.


Foto: Pixello

"Die Nettolohnquote hat ein historisches Tief erreicht" sagte der WSI-Verteilungsexperte Claus Schäfer. Die Löhne machten im ersten Halbjahr 2007 nur noch 38,8 Prozent des privat verfügbaren Volkseinkommens aus. Bereits im Jahre 2006 hatte diese Quote nur noch 40,5 Prozent betragen. Zum Vergleich: Im Jahr 1960 lag die Quote bei knappen 56 Prozent. "Die Nettoeinkommen aus abhängiger Arbeit profitieren nicht vom Aufschwung", erklärte Schäfer.

Die Einkommensanteile aus Gewinnen und Vermögen legten hingegen abermals zu. Im ersten Halbjahr dieses Jahres machte dieses Vermögen 36,6 Prozent des privat verfügbaren Einkommens aus. Im Jahre 2006 lag diese Quote noch bei 33,8 Prozent. Die Einkommensanteile aus Gewinnen und Vermögen fließen dabei nur einer relativ kleinen Personengruppe zu. Der Rest des Volkseinkommens errechnet sich aus Transferzahlungen wie Rente, Kindergeld oder Arbeitslosengeld.

Noch einen weiteren Tiefstand meldete das WSI gestern: Die Kaufkraft der Arbeitseinkommen macht nur noch rund ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage aus. Die Zahlen zeigten, wie zweifelhaft eine "nachhaltige Entwicklung der Binnennachfrage sei", so Schäfer. Ein nur vom Export getragener Aufschwung aber sei "labil", je mehr sich "erkennbare weltwirtschaftliche Risiken verstärken", erklärte der Experte.

Der Bundesregierung stellt Schäfer ein zwiespältiges Zeugnis aus. Die jüngeren fiskalischen Maßnahmen bedeuteten eine "Umverteilung von unten nach oben". Die Mehrwertsteuererhöhung, die Abschaffung der Pendlerpauschale, die Senkung des Sparerfreibetrages belasteten kleine Einkommen überproportional. Die Unternehmenssteuerreform, die Abgeltungssteuer bei Kapitaleinkünften und die Erbschaftsteuer begünstigten zudem hohe Einkommen und Vermögen. Gleichzeitig herrsche aber bei der großen Koalition eine "gewisse Nervosität" angesichts der Verteilungsprobleme.

Quelle: TAZ Berlin

http://www.taz.de/nc/1/politik/deutschland/...src=HL&cHash=6fcf57af7c

 

30.11.07 08:17
8

4742 Postings, 4397 Tage stan2007..ist immer wieder ein besonderes thema hier

bei ariva.....

...ich  vertrete die arbeitnehmerseite...und der leitspruch sollte doch für jeden sein:

"das einkommen muß für das auskommen reichen"...aber nein,hier muss gespart werden,zum wohle des shareholder value....wenn ich das schon immer lese,könnte ich kotzen...

je mehr der gemeine arbeiter ums "finanzielle überleben" kämpfen muss...über 2.job usw.desto mehr arbeitskraft und motivation entzieht man ihm....das hat doch zur folge,dass immer schlechtere leistung abgeliefert wird und das kostet am ende des tages nur wieder geld...aber das wird so nicht gesehen....

...einen schönen spruch von einem ex-chef....ein mitarbeiter der 30 jahre im unternehmen war und entlassen werden sollte,weil keine arbeit mehr für ihn da war...."der soll dankbar sein,dass er 30 jahre hier arbeiten durfte"soviel zur sozialen verantwortung...

das es auch anders geht,ist mir bewußt....aber leider greift die managerelite immer weiter zu solchen maßnahmen....leiharbeiter ist auch so ein klasse thema....die bekommen nur die arbeit bezahlt,die sie tatsächlich leisten...oder noch besser,dienstleister....die sind auch noch aus der mitbestimmung der betriebsräte....also,noch besser zu versklaven....

wie weit soll,wie weit kann das noch gehen???....ich befürchte das der gemeine deutsche sich noch eine ganze zeit weiter quälen läßt,aber es wird der punkt kommen,an dem er aufsteht und dann kracht es wieder richtig....meine hoffnung ist,dass die politiker und manager bald wieder zur vernunft kommen...sitzen wir  nicht irgendwie alle in einem boot....!?  

30.11.07 08:22
1

13436 Postings, 6970 Tage blindfishganz genau so ist es, stan...

30.11.07 09:47

19520 Postings, 6748 Tage gurkenfrederster schritt der nix kostet

(außer den paar wählerstimmen der vermögenden), wäre, auch auf kapitalerträge und mieteinkünfte sozialversicherungsbeiträge zu erheben. aber das werd ich wohl nicht mehr erleben.


mfg
GF

 

30.11.07 14:53
3

35703 Postings, 5782 Tage TaliskerNicht nur für Klaus_Dieter geeignet

Der Bericht von Claus Schäfer ein wenig genauer, auch mit den direkten Quellenangaben zum Original:
http://www.nachdenkseiten.de/cms/...ient=1&lang=1&idcat=44&idart=1206

Arme Unternehmer, dreiste Arbeitnehmer in dieser Republik aber auch. Wie sachte unser aller Kanzler a.D. völlig richtig: Wichtig ist, was hinten rauskommt.
Gruß

Talisker  

15.01.09 18:35
2

24273 Postings, 7127 Tage 007BondEs hat sich nichts geändert ...

Immer mehr Erwerbstätige trotz Job armutsgefährdet

Immer mehr Menschen in Deutschland droht einer Studie zufolge trotz eines Vollzeitjobs das Abrutschen in Armut. Ihr Anteil habe sich bereits zwischen 1999 und 2005 von drei auf sechs Prozent erhöht, berichtete jetzt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg.

Nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) belegt die IAB-Studie, wie dringend erforderlich Mindestlöhne nicht unter 7,50 Euro pro Stunde seien. Es dürften nicht noch mehr Arbeitskräfte «in den Sog nicht existenzsichernder Arbeit gezogen werden», betonte DGB- Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Dies gelte insbesondere für die Leiharbeit, wo jeder achte Arbeitnehmer von Vollzeitarbeit nicht leben könne und auf ergänzende Hartz-IV-Leistungen angewiesen sei.

Die Grünen im Bundestag sehen in der IAB-Studie ein Armutszeugnis für die schwarz-rote Koalition, deren Untätigkeit sich nun räche. Daran ändere auch das Konjunkturpaket II nichts.

Zudem müsse die Abgabenlast für kleine Einkommen spürbar gesenkt werden, forderte die Grünen- Abgeordnete Brigitte Pothmer.

Quelle:
http://www.ftd.de/politik/deutschland/...rmutsgef%E4hrdet/461272.html  

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