Tendenziell hast du sicher recht..... Intel versaut sich durch die niedrigen Preise für Netburst CPUs den Markt für neue Conroe Produkte.
Ich glaube jedoch, dass der Preiskampf für Intel glimpflich ablaufen wird.....
1) Intel hat die Preise für Netburst nicht gesenkt, weil seine Produkte technisch mit denen des Konkurrenten mithalten konnten, und man nur mehr Marktanteile gewinnen wollte, sondern das umgekehrte war der Fall: Hätte Intel die Preise nicht gesenkt, wären die Lager heute noch voll. Was ist wohl schlimmer?
2) Die Verfügbarkeit der Conroes wird bis Ende des Jahre 2006 noch nicht so hoch sein, dass sich Lagerbestände ansammeln könnten, weil zuviele billige Netbursts verkauft würden. Im Gegenteil: Intel wird den Channel vermutlich so bestücken, dass der Markt, hier die Angebotsseite, den Verkauf von selbst regelt. D.h., die Conroes werden am Anfang wohl recht teuer sein, aber weggehen wie warme Semmel, während die Netburst eben bei den Billigheimern bleiben.
3) Zwar hast du recht: Die Netburst werden zu 60% unter Preis verkauft. Stimmt es aber, dass die verkaufte Stückzahl mehr oder weniger gleich geblieben ist, und berücksichtigt man, dass 2005 noch 90 und 130 nm CPus auf dem Markt waren, ein Großteil der heutigen Netburst (bis auf die 800er, die aber auslaufen) aber auf 65 nm basieren, die Effektivität des Produktionsprozess also um 30 % gestiegen ist, dann sollte sich die Preissenkung zwar bemerkbar, aber nicht übermäßig deutlich auf den Gewinn durchschlagen.
4) Anders als im Fall GM wird im Fall Intel Vista automatisch die Verkaufszahlen bei CPUs anziehen lassen. Ist immer so. Gar keine Frage. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass Vista um einiges anspruchsvoller sein wird als Win XP.
5) Und noch etwas: Du schreibt, dass die meisten User wenig Geld für Pcs ausgeben. Ich denke, der umgekehrte Fall ist richtig. Es kommt ganz darauf an, welche User Gruppe du untersuchst. Schüler und Studies, also User bis etwa 26, legen sicher überproportional Wert auf CPU Leistung, weil viele (vor allem Jungs) dieser User ihre PCs auch zum spielen nutzen. Und wer zockt, also mind. 200 EUR für eine Graka ausgibt, der zahlt auch etwas mehr für ein schnelles System.
Ich glaube also nicht, dass Intel sich den Markt kaputt macht. Vielmehr hat Intel die Angebotsseite stark differenziert, so dass für jeden Kunden etwas dabei ist. Ein derart umfangreiches Prozessorangebot gab es bisher noch nie... von einem Hersteller.
Billig Einkern CPUs (Celeron/P4) für low Cost Bürorechner
Günstige Netburst Doppelkerne für User, die neben Büroarbeiten auch Videos bearbeiten wollen, Grafiken berechnen, oder sonstige Anwendungen mit meheren Threads zum laufen bringen.
In der Mittelklasse die E 6400er Mittelklasse, die sich sowohl für preisbewusste Gamer, als auch für den allrounder eignen, der ungerne lange wartet.
Im oberen Segment die E 6600 und E6700, die wohl auch den einen oder anderen Enthusiast begeistern werden.
Und Over the Top: Der E6800 EE, in der Preisklasse eines FX 62, aber wesentlich schneller, und besseres TDP.
Die Kunst für Intel wird es sein, die unterschiedlichen Eigenschaften ihrer Prozessoren so herauszustellen, dass auch dementsprechend gekauft wird. |