@Fundamental: mich irritiert etwas, dass Du mich so in diese Balanciertheitsdiskussion reinziehst. Ich habe hier recht früh auf die potenziellen negativen Auswirkungen der WIKR und auf die finanziellen Kosten der Neueinstellungen hingewiesen, als das im wesentlichen noch nicht thematisiert wurde. Und ich habe auch mehrmals vor den Resultaten gepostet, dass ich die Konsensschätzungen für 2016 übertrieben finde und kein brilliantes Q3 erwarte.
Ich beanspruche ja nicht, dass ich mit meiner Meinung zur Aktie recht haben werde. Die Erfahrung zeigt, dass man sich immer irren kann. Aber wie viel mehr negatives soll ich denn noch über eine Aktie schreiben, die ich eigentlich hervorragend finde?
Es kann sich ja jeder selber ein Bild darüber machen, wie glaubwürdig man die Aussagen von Herrn Slabke findet. Hier einfach mal im Wortlaut, was Herr Slabke zum Thema Wachstum auf Nachfrage der Deutschen Balaton gesagt hat:
Deutsche Balaton: [fragt nach Langfristperspektive]
Ronald Slabke: Erstmal zum mittelfristigen Ausblick, also fünf bis zehn Jahre: Wir haben rückblickend bewiesen, dass wir nachhaltig ein zweistelliges Wachstum von Umsatz und Ertrag in einem stabilen Marktumfeld erreichen. D.h. in einem positiven Marktumfeld sind wir sogar noch leicht über zweistellig. Wir haben jetzt in den Neunmonatszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesehen, wir sind leicht zweistellig und der Markt ist bei -6%. Wenn man das zusammenrechnet ist man bei 15-16%. Wenn sie das auf die nächsten 5-10 Jahre hochrechnen, fühle ich mich damit wohl.
Denn wir haben das in den letzten 15 Jahren gemacht und es gibt für mich keinen Grundsowohl auf die bestehenden Geschäftsmodelle geschaut, als auch auf das, was wir neu tunwarum wir in den nächsten Jahren das nicht wieder erneut erreichen sollen. Das ist dann für eine Perspektive von 5-10 Jahren ganz schnell eine Verzwei- bis Vervierfachung des Umsatzes und eine enstprechend leicht überproportionale Entwicklung auf der Ertragsseite. Denn die Geschäftsmodelle haben in ihrem Kern ja alle eine skalierende Dynamik.
Deutsche Balaton: [fragt, ob Skalierung nicht zu noch dynamischerem Ertragswachstum führen müsste, mit deutlich steigenden Margen aufgrund von Skalierung]
Ronald Slabke: Wir reden natürlich hier über ferne Prognosen und weit entfernte Zukunft. Ich kann die Finanzmathematik hinter ihrer Frage verstehen. Und die ist natürlich auch richtig. Die Realität weicht dann aber oft dennoch davon ab, weil es zu Überraschungen kommt. Was auf jeden Fall von der Betrachtung abweicht ist, wir werden auch in 5-10 Jahren völlig neue Themenfelder erschließen und wir werden auch in 5-10 Jahren Themen finden, wo wir massiv in die Zukunft investieren werden. Das wird auch dazu führen, dass auch unsere Ergebnisse in 5-10 Jahren in Anführungsstrichen davon "belastet" sind, dass wir in Zukunft investieren. Was für uns das Wichtigste ist, ist, dass wir die Dynamik dieses Unternehmens dauerhaft aufrechterhalten. Und vor dem Hintergrund dieser Logik heraus, gibt es ganz bestimmt auch in 5-10 Jahren spannende Entwicklungsfelder, die dafür sorgen, dass die durchschnittliche EBIT-Marge des Konzerns nicht explodiert in den entsprechenden Jahren.
Für Sie als Investor ist das hoffentlich wichtig, dass wir ganz, ganz langfristig diesen Track Record aufrechterhalten, dass wir dynamisch zweistellig wachsen können. Das erhöht für Sie, langfristig betrachtet, den Unternehmenswert sehr viel mehr als eine kurzfristige Optimierung unserer EBIT Marge durch Verzicht auf Wachstumsinvestitionen. |