"Es heißt ja immer, wir sollen aus der Geschichte lernen", sagt der Schauspieler Walter Sittler, "dazu muss sie aber erfahrbar und sichtbar sein". Die unrettbare Flickschusterei von S 21 sei das Ergebnis von Rechthaberei, Machtdemonstration, Verblendung und Ignoranz gegenüber physikalischen und fiskalischen Fakten. "Das Lenksche Denkmal erinnert daran, und deshalb muss es in Stuttgart bleiben. Damit sich so was nicht wiederholt." Und Veronika Kienzle, die schon für den Standort Stadtpalais gekämpft hat, weiß eines sicher: "Das Kunstwerk soll weder am Bodensee noch in einem Hinterhof verschwinden. Es muss gut sichtbar sein und natürlich in Stuttgart bleiben." Dafür will sich die grüne Bezirksbürgermeisterin Mitte auch zukünftig einsetzen. Der Meister der lustvollen Provokation ist den Lärm um seine Kunst gewöhnt. Wenn sie einmal steht, wo sie seiner Ansicht nach stehen soll, nämlich dort, wo es wehtut, mischt er sich nicht mehr ein. Zum Vertrag, den er bis Redaktionsschluss noch nicht unterschrieben hat, sagt er nur so viel: "Ich werde Winfried Kretschmann, Landesvater und schwäbischer Laokoon, in Bodman selbstverständlich Asyl gewähren – wenn auch Corona einverstanden ist."
Lenks Kunst: direkt und zu vulgär?
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