Der USA Bären-Thread

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neuester Beitrag: 30.08.25 16:00
eröffnet am: 20.02.07 18:46 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 156424
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23.02.17 18:32
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80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingDas Konzept zur US-Steuerreform stammt

nicht von Trump, sondern vom US-Ökonomen Auerbach und dem brit. Ökonomen Devereux. Im Prinzip ist jede Steuerreform wie diese, die Schlupflöcher in Steueroasen (wie Irland) schließt, zu begrüßen. Dass Trump die Steuerreform als erster umsetzt ("America first"), gibt USA zeitweilig erhebliche finanzielle Vorteile, bis die anderen nachgezogen haben.

Zeit: "An seine Stelle soll nach Plänen der Republikaner ein Konzept treten, das maßgeblich von dem US-Ökonomen Alan Auerbach von der Universität Berkeley und seinem britischen Kollegen Michael Devereux aus Oxford erdacht wurde. Ihre destination-based cash flow tax, so der ziemlich sperrige englische Begriff, kann man sich am ehesten als eine Art Mehrwertsteuer vorstellen, die auf jedes verkaufte Produkt in den USA erhoben wird. Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Anders als bei einer reinen Mehrwertsteuer dürfen die Unternehmen die Löhne, die sie Mitarbeitern in den USA zahlen, steuerlich geltend machen."
 

23.02.17 18:58
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651 Postings, 3946 Tage MuBerndChinas Immobilienblase geht die Luft aus

Der chinesische Immobilienboom gilt als hochgefährlich. Experten sehen darin die "größte Blase der Geschichte". Nun lässt das rasante Wachstum allmählich nach. In vielen Städten sinken die Preise schon.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/...ich-ab-a-1135716.html

Da dort die meisten Immobilien bis zur Oberkante mit Schulden finanziert sind, genügt schon ein mäßiger Rückgang der Preise, um Nachschussforderungen zu aktivieren bzw. dass die Schulden nicht mehr werthaltig sind. Ab diesem Zeitpnkt kommen Chinas Banken in die Bredouille.  

23.02.17 18:58

14478 Postings, 4988 Tage Zanoni1Ja und...?

23.02.17 18:58

14478 Postings, 4988 Tage Zanoni1War auf All bezogen

23.02.17 18:59

14478 Postings, 4988 Tage Zanoni1..aber mit einem l

23.02.17 19:33

6303 Postings, 3209 Tage dome89einen schönen Abend

sehr interessanter Thread. Wird sich hier hauptsächlich mit dem S &P 500 beschäftigt oder auch anderen Themen. Die EZB und Ihre Anleihenkäufe reizen mich als Thema. Vorallem wen diese auslaufen sollen (evtl. Ende des Jahres).  Wurde hier rüber schon geredet.

Grüße  

23.02.17 20:11
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5249 Postings, 3246 Tage KatzenpiratDome, willkommen, sind dir die Fragezeichen (???)

ausgegangen?

Anyway, richtig, manch Volkswirtschaftslehrer hätte Freude, wenn sich seine Schüler in diesem Thread herumtummeln würden. Markoökonomie de luxe steht auf der Speisekarte. Die Zins- bzw. Geldpolitik aller Zentralbanken ist regelmässig Thema. Nach Möglichkeit sollten hier aber die USA im Fokus stehen - wegen ihres nach wir vor gewaltigen Einflusses auf die Weltwirtschaft und weil es eben der USA Bären-Thread ist. Dementsprechend nicht erwünscht sind provokative Lobgesänge auf den aktuell herrschenden Irrsinn an den Börsen. Auch Posts zu Edelmetallen sind nur im makro-ökonomischen Kontext erwünscht ;-).

Umgangsformen und Inhalte in diesem Thread sind m. E. zurzeit hochkarätig - auch dank dem Threadgründer, der wie ein Geierpapa über sein Nest wacht und ab und zu ein paar bullische Heisssporne auf die Ignore-Liste setzen muss...  

23.02.17 20:29
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80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingTrumps Steuerreform nützt USA - immer!

Oben schrieb ich, dass die Steuerreform den Amis anfänglich stark nützt, weil USA dadurch - bei gleichen Warenströmen - weitaus mehr Steuern einnimmt als andere Länder, die diese Reform noch nicht haben.

In der "Zeit" steht sogar, dass z. B. Autobauer aus Deutschland, die in die USA exportieren, anfangs doppelt besteuert würden: Erst im Inland nach hiesigem Steuerrecht (oder ggfs. in einer Steueroase wie Irland nach dortigem Recht, wenn dort der Hauptfirmensitz ist). Und danach nochmals beim Verkauf in USA nach dem neuen US-Steuerrecht.

Hingegen würden US-Autobauer, die nach D. exportieren, auf ihre Exporte anfangs überhaupt keine Steuern zahlen, weil es in D. das neue Steuerrecht (Besteuerung am Verkaufsort) noch nicht gibt. In USA hingegen gilt das Recht bereits, und es sieht vor, dass in USA gefertigte Exportwaren in USA steuerfrei bleiben.

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DER KNACKPUNKT:

Aber auch langfristig - nach einer globalen Angleichung an das neue US-Steuersystem - würde USA profitieren. Und zwar aus dem einfachen Grunde, weil USA Netto-Importeur von Waren aus dem Ausland ist. Die Trump'sche Steuerreform ist somit ein eleganter Weg, USA für seine negative Handelsbilanz auch noch mit zusätzlichen Steuereinkünften zu belohnen.

Länder mit Handelsüberschüssen wie Deutschland, Japan und China würden hingegen überproportional bestraft.  

23.02.17 23:13

80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingHype-Aktie Acacia fällt nach Zahlen 16 %

 
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23.02.17 23:46

14478 Postings, 4988 Tage Zanoni1#810

Zum einen ist es nicht ganz, richtig dass die Amerikanischen Unternehmen im Ausland bei Exporten auch anfangs nun gar keine Steuern zahlen, du vergißt die Mehrwertsteuer, die bereits im Grunde bei internationalen Transaktionen bereits heute wie eine Art Zoll wirken kann.

Aber natürlich.... im Grundsatz hast Du da dennoch Recht, der Export würde sich für Amerikanische Unternehmen anfangs ersteinmal überproportional im Hinblick auf die Steuererleichterungen rechnen.

Mit protektionistischen Maßnahmen anderer Länder wäre dabei allerdings in Teilen wohl zu rechnen, wobei man auch noch beachten sollte, dass zwischen den USA und einzelnen Ländern auch dann noch, wie es ja ebenfalls heute bereits der Fall ist, bilaterale Steuerabkommen getroffen werden könnten.

Bei Deinem Knackpunkt wird es dann allerdings falsch. Der grundsätzliche Bedarf an Waren bleibt ja immer derselbe unabhängig davon, ob er nun durch heimische oder ausländische Produkte befriedigt wird.

Etwas vereinfacht gesagt (das heißt, mögliche Preisverschiebungen und damit zusammenhängende Veränderungen von Nachfragekurven mal ausgeblendet) bliebe das Steueraufkomnen demnach also hinsichtlich der Besteuerung von Unternehmensgewinnendemnach also im Grundsatz immer dasselbe, unabhängig davon, ob sie dabei von heimischen oder ausländischen Unternehmen in welchem Verhältnis auch immer getragen werden.

Der Vorteil besteht lediglich darin, dass die Kapitalücke bei Importen durch die dann immerhin eingehenden Steuern etwas abgemildert wird.

Die Steuereinahmen blieben zwar wie gesagt, so oder so dieselben, aber ja erst durch diese Steuerreform!
Im Anderen Fall würden sie hingegen je nach Ihrem Importanteil entsprechend variieren, bzw. sich bei einem hohen Importanteil entsprechend verringern.

Siehst Du, wo der Gedankenfehler liegt?


 

24.02.17 07:41
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80400 Postings, 7787 Tage Anti Lemming"du vergißt die Mehrwertsteuer"

Die zahlt doch der Endkunde, nicht die Herstellerfirma. Wenn z. B. ein Deutscher einen Intel-Prozessor kauft, dann zahlt er die 19 % Mwst. in Deutschland, und nicht der US-Exporteur Intel.

Intel würde - wenn das neue Steuerrecht in USA eingeführt wird und D. (vorerst) beim herkömmlichen Steuerrecht bleibt - weder in USA Steuern zahlen (ist ja "Export" und daher nach neuem US-Steuerrecht steuerfrei) noch in D. (nach deutschem Steuerrecht muss der Hersteller in seinem Ursprungsland/bzw. im Land des Firmensitzes die Steuern zahlen).

Für den deutschen Endkunden kämen auf den Nettoimport-Preis (der voll an Intel geht) noch Einfuhrsteuer und Mehrwertsteuer obendrauf. Beide Posten zahlt er - und nicht Intel.

Dass Doppelbesteuerungsabkommen die Ungerechtigkeiten beseitigen, wage ich zu bezweifeln. Trump dürfte kaum auf die in USA zusätzlich anfallenden Steuern verzichten wollen, dafür führt er sie ja ein ("America First"). Und der deutsche Exporteur - z. B. Mercedes - wird in D. vermutlich weiterhin wie üblich Steuern zahlen müssen, weil Deutschland kaum auf die gewohnten Steuern verzichten wird, nur weil Trump jetzt noch zusätzlich Steuern am Verkaufsort verlangt.

Eine weitere - sozusagen strukturelle - Ungerechtigkeit besteht darin, dass USA als Nettoimporteur (mehr Importe als Exporte, d. h. "chronisches Handelsdefizit") durch die neue Steuerregelung bevorzugt wird: In USA steigen infolge des neuen Steuerrechts die Steuereinnahmen, während sie in den Herstellerländern sinken. Gleiches gilt für GB und Australien (ebenfalls Netto-Importeure).

Hingegen werden Länder mit Handelsüberschüssen wie Deutschland, Schweiz, China, Japan gleichsam für ihre Leistung steuerlich bestraft. Und zwar selbst dann noch, wenn sie das neue US-Steuerrecht auch im eigenen Land übernehmen würden. Denn bei den Handelsüberschüssen dürfte es weiter bleiben.

Begrüßenswert bleibt allein die mit dem neuen US-Steuerrecht vermutlich erreichbare Austrocknung von Steueroasen (wie Irland).  

24.02.17 09:46

80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingRBS - neunter Jahresverlust in Folge

www.ariva.de/news/...ust-in-folge-rbs-verliert-seit-2008-rund-6050577

Neunter Jahresverlust in Folge: RBS verliert seit 2008 rund 58 Milliarden Pfund

Die verstaatlichte Royal Bank of Scotland hat im vergangenen Jahr erneut Milliarden verloren. Mit einem Minus von knapp 7 Milliarden Pfund (8,3 Mrd Euro) war 2016 das neunte Verlustjahr in Folge. Damit häufte die britische Großbank seit ihrem Zusammenbruch infolge der Finanzkrise, wilder Spekulationen und einer missglückten Großübernahme einen Verlust von rund 58 Milliarden Pfund an. Die Bank gehört weltweit zu den größten Problemfällen der gesamten Branche.

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A.L.: Ich hatte die Royal Bank of Scotland (RBS) bereits vor Jahren scherzhaft als "Royal Spott of Bankland" bezeichnet.

 

24.02.17 09:50
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80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingAuch den L-Boden im Aktienkurs

hatte ich bei der RBS (sowie bei anderen Großbanken wie Fannie Mae und Freddie Mac in USA) korrekt vorausgeahnt.  
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24.02.17 09:51

80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingL-Boden bei Fannie Mae

 
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24.02.17 12:49

14478 Postings, 4988 Tage Zanoni1#813 völlig richtig!

Dann hat sich bei mir oben dann auch ein (schlimmer) Gedankenfehler eingeschlichen. Gut aufgepasst!

Die Mehrwertsteuer ist natürlich vom Endkundenzu tragen.
Was jedoch richtig bleibt, ist dass sich damit bei internationalen Transaktionen die Importe für den Endrunden verteuern und sie sich insofern wie einen Art Zoll auf das Nachfrageverhalten des Endkunden auswirken kann. ;-)

Die Idee, die Gewinne dort zu besteuern, wo Sie realisiert werden, sprich, wo die Produkte verkauft werden, ist dabei von der Konstruktion her der Mehrwertsteuer im übrigen sehr ähnlich - So hat sich dieser dusselige und etwas kuriose Fehler bei mir dann auch vermutlich überhaupt gestern Abend eingeschlichen.

Was  Doppelbesteuerungsabkommen betrifft, so gelten diese ja für beide Seiten, und sind meist der Natur gestaltet, dass die bereits im anderen Land auf denselben Besteuerungsgegenstand gezahlten Steuern beim Fiskus angerechnet werden können.
Es gäbe - je nach Bedeutung der gegenseitigen Handelsbeziehung - Anreize, Doppelbesteuerungen für die eigenen Unternehmen und Bürger zu vermeiden oder auch nicht.
Was an der Idee, Gewinne dort zu besteuern, wo sie realisiert werden nun per se ungerechter sein sollte, als sie dort zu besteuern, wo die Unternehmen ansässig sind, bzw. wo sie produzieren, ist dabei nicht wirklich einzusehen.

Und Dein letztes Argument bleibt nach wie vor falsch.

Das Steueraufkommen hinsichtlich der Besteuerung von Unternehmen richtete sich (wenn man mal von anderen Unternehmenssteuern wie der Körperschaftssteuer der Einfachheit halber bei dieser Modellierung absieht) dann danach, wie viele Produkte im eigenen Land in der Summe verkauft werden.
Der Bedarf nach Produkten, sprich, die Nachfrage nach Produkten bleibt dabei jedoch grundsätzlich dieselbe, unabhängig davon, ob diese nun mit inländischen oder ausländischen Produkten befriedigt wird und unabhängig davon, in welchem Verhältnis diese Güter auch immer gegeneinander substituiert werden.
Das Volumen an im eigenen Land verkauften Produkten dürfte durch diese Dinge im Grundsatz (wenn man bei dieser Modellierung mögliche Preiseffekte und damit zusammenhängende mögliche Verschiebungen von Nachfragekurven des besseren Verständnisses halber einmal vernachlässigt) dasselbe bleiben, und damit auch das daraus resultierende Steueraufkomnen.

Anders gesagt, der Staat nimmt dann keinen Dollar mehr an Steuern ein, wenn der Bürger einen VW und keinen Ford bestellt.
Im ersteren Fall wandert dabei jedoch immer noch Geld ins Ausland ab, wobei dieser Effekt durch die Steuer aber immerhin etwas geschmälert werden könnte.

Wenn nun im Heimatland des Unternehmens indessen eine vergleichbare Unternehmensbesteuerung gelten würde, so bedeuteten die bei Exporten in die USA dann drüben gezahlten Steuern auch im Grundsatz keine zusätzliche Belastung der Unternehmen. Unterschiede im Steuersatz wirkten sich natürlich aus. Je nachdem wäre es dann steuerlich vorteilhafter oder nachteiliger, Produkte an unterschiedlichen Märkten zu verkaufen, worauf die Unternehmen dann allerdings wohl mit entsprechenden Preisanpassungen  reagieren würden.

Diese Preisänderungen dürften sich dann - je nach Preiselastizizät des jeweiligen Produktes - natürlich auch auf das Nachfrageverhalten entsprechend  auswirken.

Dass dieses Form der Besteuerung nun in irgendeiner Weise gerechter oder ungerechter Wäre als das bisherige System kann ich nicht erkennen.

Der große Vorteil, den ich damit verbunden sehe, liegt darin, dass die langfristig destabilisierende Wirkung von chronischen Handelsdefiziten, damit etwas abgemildert werden könnte. Exporte würden sich immer noch für die Unternehmem lohnen. Ein Überhang an Importen könnte jedoch zumindest bilanziell etwas abgefedert werden.

Einen weiteren Vorteil sehe ich ferner auch darin, dass damit plötzlich diverse Steuerdumpingstrategien auf einmal wirkungslos würden und schlichtweg keinen Sinn mehr ergäben.
Es käme dann bei der Unternhmensbesteuerung im wesentlichen nur noch auf einen Steuersatz im internationalen Vergleich an, nämlich auf den mit dem die Transaktionen, wo sie realisiert werden, im jeweiligen Land besteuert werden.

Natürlich könnte man sich auch dort gegenseitig unter- oder auch überbieten wollen. Dies dürfte aber zum einen nicht mehr dazu geeignet sein, Anreize dafür zu setzen ganze Produktions und Werschöpfunsketten zu verlagern, sprich, sich nicht mehr auf die Attraktivität des Produktionsstandortes als solchen auswirken, und zum anderen gälte solch ein Steuersatz ja auch für alle Umsätze die im eigenen Land getätigt werden.

Eine überbordende Besteuerung der Importe führte immer automatisch auch zu einer überbordenden Besteuerung der eigenen Unternehmen im eigenen Binnenmarkt.
Und ein Steuerdumping für den Binnenmarkt, käme immer auch den Ausländischen Unternehmen zu gute die dorthin exportieren.

Eine unsachgemäße auf Übervorteilung der anderen ausgerichtete Unternehmensbesteuerung ergäbe plötzlich schlichtweg keinen Sinn mehr, und genau deswegen würde man sich womöglich plötzlich im internationalen Vergleich dann auch vermutlich bei recht nahe beeinander liegenden und sinnvoll austarierten Sätzen einpendeln.
 

24.02.17 13:36
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80400 Postings, 7787 Tage Anti Lemming"wie eine Art Zoll"

Ja, das stimmt. Allerdings gehen Herstellerfirmen auch mit den Export-Preisen runter, wenn im Abnehmerland die Steuerlast steigt.

Zum Beispiel gibt es bei dänischen Autohändlern einen VW Golf um etliche tausend Euro günstiger (auch für deutsche Käufer) als bei deutschen VW-Händlern, weil in Dänemark die Steuern so hoch sind und VW sonst zu wenig Autos in Dänemark absetzen könnte.

Davon lebt die Reimport-Branche.

Wir sehen in Dänemark also, dass sich bei drohendem Nachfrageschwund aus steuerlichen Gründen auch eine Preisflexibilität einstellt - was die Nachfrage dann auch wieder etwas hochbringen kann.

Zu den letzten 2/3 deines langen Postings: Ich bleibe bei meiner Darstellung. Wir sollten es der Einfachheit halber (und weil latent off-topic) dabei belassen, die beiden Positionen "unversöhnt" nebeneinander stehen zu lassen und auf weitere Rechthabereien (ich schließe mich da ein) zu verzichten, da sie andere hier wohl eher langweilen.  

24.02.17 13:57

80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingHarte Zahlen zur Umverteilg. von unten nach oben

https://makroskop.eu/2017/02/...r-musterschueler-auf-die-anklagebank/

....Tatsächlich hat in Deutschland die Einkommensungleichheit im Zeitraum 1991 bis 2014 stark zugenommen, wie eine neue Studie des DIW auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zeigt: Danach stiegen die real verfügbaren Haushaltseinkommen der höchsten Einkommensgruppe (zehntes Dezil) um knapp 27 Prozent und die der mittleren Einkommensgruppe (fünftes Dezil) um knapp 9 Prozent, während die einkommensschwächste Gruppe (die zehn Prozent der Haushalte mit den geringsten Einkommen) einen realen Einkommensverlust von 8 Prozent verzeichnete (DIW 2017).

 

24.02.17 14:10
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14478 Postings, 4988 Tage Zanoni1#818 für den ersten Teilein Ga

Ein schönes Beispiel mit den Dänischen Reimporten von Automibilien, womit Du meine Ausführungen zu voraussichtlichen Preisanpassungen weiter oben in anschaulicher Weise aufgreifst.

p.s. Die beiden letzten Teile meines Beitrages kamen dann hinsichtlich meiner Argumentation vielleicht immer noch nicht richtig bei Dir an. Was allerdings vielleicht auch daran liegen könnte, dass es Dir bekanntlich nicht ganz leicht fällt, auch mal einen Fehler zuzugeben.
(Was dann vielleicht ein weiterer Unterschied zwischen uns Beiden wäre ;-))

Was jedenfalls auffällt ist der Umstand, dass Du immer gerade dann besorgt wirst, dass Deine Leser hier gelangweilt werden könnten, wenn man Dir inhaltlich widerspricht XD

..aber gut lassen wir das. Wenn Argumentationen ausgetauscht wurden, sind sie dann auch ausgetauscht.  :-)

 

24.02.17 18:07
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80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingInteressante Divergenz:

Normalerweise ist der "Riecher" des Bondmarktes (rot im Chart unten) weitaus besser als der des Aktienmarktes (grün im Chart unten). Der Bondmarkt preist also etwas ein, was der Aktienmarkt offensichtlich noch nicht eingepreist hat.

Gute Frage: Ist diese Divergenz bärisch? Und falls ja, bärisch für was?

Spontane Antwort: Im Bärenthread ist grundsätzlich Alles bärisch.

Vernünftige Antwort: Fallende Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen (seit 15. Februar) zeugen von umfassenden Bondkäufen. Nach Trumps offiziellem Amtsantritt fanden offenbar Umschichtungen von Aktien in Bonds statt. Das ist "risk off"-Verhalten und bärisch.

Disclaimer: Bill Gross (Janus Bond-Fonds) hatte vor einige Zeit geschrieben, dass ein Ausbruch der Bondrenditen nach OBEN bevorstehe und besonders gefährlich sein soll. Oberhalb 2,6 % sei mit einer Bond-Ausverkaufslawine zu rechnen, die auch den Aktienmarkt schwer belasten könnte.

Daher Frage an A.L.: Nun sinken die Bond-Renditen aber. Müsste das nicht bullisch einzustufen sein, wenn - umgekehrt - Renditeanstiege gemäß Gross bärisch sein sollen?

Antwort A.L.: Nein, beide Szenarien sind bärisch. Sie stehen aber für Bärenmärkte unterschiedlichen Außmaßes.

(A) Gross' massiver Bond-Ausverkauf ist tendenziell ein Endzeit-Szenario, bei dem auch große Fragezeichen vor der US-Bonität erscheinen könnten. Der Dollar dürfte dann ebenfalls abstürzen. Dieses Szenario ginge mit starken Kursrückgängen an den Aktienmmärkten einher (vermutlich noch stärker als 2008/2009) und ist ultrabärisch.

(B) Aktuell droht in USA eher eine Feld-, Wald- und Wiesen-Rezession (ist nach 9 Jahren "Erholung" überfällig), die den Fortbestand von US-Staatsanleihen und des US-Dolllars NOCH NICHT gefährdet. Dieses Szenario ist zwar ebenfalls (gemäßigt) bärisch, aber halt kein Doomsday-Szenario wie (A). Eine solche Rezession würde - ähnlich wie 2008 - eine Flucht aus Aktien in US-Staatsanleihen auslösen. Der Dollar würde eher erstarken, weil er als "sicherer Hafen" angesehen wird. In einer solchen milden Rezession sind realistisch Kursrückgänge von 20 bis 30 % ab Top zu erwarten.

Finales FAZIT: Ja, die Divergenz ist bärisch. Aber nicht Doomsday-bärisch ;-)

Aber, aber A.L., der Trump legt doch jetzt ein großes Stimuluspaket auf und senkt die Steuern. Die US-Firmengewinne werden explodieren. Wie sollte es da zu einer Rezession kommen?

A.L.: An der Börse ist grundsätzlich alles möglich, auch das Gegenteil. Trumps Steuersenkungen und Stimuli würden erst ab 2018 greifen. Das ist noch ein Weilchen hin. Bis dahin dürffte die US-Notenbank Trump in die Parade fahren. Die Fed wird, um Trump abzusägen und Standard-Neocon wieder an die Macht zu bringen, die Zinsen häufiger als geboten erhöhen. Bereits im März wird es die nächste Erhöhung geben. Die US-Wirtschaft hängt jedoch an Billigzinsen wie der Junkie an der Nadel. Die Fed weiß das. Sie wird, um Trump loszuwerden, eine milde Rezession in Kauf nehmen. Die Aktienmärkte werden im Februar vermutlich ihre Jahreshochs sehen.

(Alles ohne Geweih, äh Gewehr.)
 
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20170224_bonds1.jpg

24.02.17 18:17

80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingUnd natürlich kann auch der drohende

Zerfall der Euro-Zone einen schönen Baisse-Grund hergeben:

www.ariva.de/forum/...-verteilungsfrage-472111?page=2676#jumppos66901

Die US-Aktienkurse fielen auch anlässlich der Eurokrise 2012, obwohl USA davon nur mittelbar betroffen war/ist.  

24.02.17 18:26
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80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingDirekte Quelle zu # 822

https://www.heise.de/tp/features/...-mit-Bankenrettungen-3633767.html

Das Geschäft mit Bankenrettungen

Das Transnational Institute beziffert die Kosten auf mindestens 747 Milliarden Euro und kritisiert, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften für ihre früheren Fehler noch belohnt werden.


...allein zwischen den Jahren "2008 und 2015 [haben] die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union mit Zustimmung und auf Anregung der europäischen Institutionen 747 Milliarden Euro" für Bankenrettungen mit diversen Geldspritzen und Rettungsplänen ausgegeben. Doch das ist längst noch nicht alles, denn dazu kämen noch fast 1,2 Billionen Euro "für Bürgschaften und Garantien" hinzu....

 

24.02.17 18:52

80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingJ. C. Penny schließt 130 bis 140 Filialen

24.02.17 19:10
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80400 Postings, 7787 Tage Anti Lemming"Münchhausen-Rettung" des Euro

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...-krisen-ersetzen-a-1136143.html

Pläne der Bundesregierung
Europäischer Währungsfonds soll IWF ersetzen

Was tun, wenn der Internationale Währungsfonds bei künftigen Eurokrisen nicht mehr helfen wird? Die Bundesregierung plant nach SPIEGEL-Informationen einen eigenen Europäischen Währungsfonds.

Die Bundesregierung plant, Krisen in der Eurozone in Zukunft ohne den Internationalen Währungsfonds (IWF) bewältigen zu können. An dessen Stelle soll nach SPIEGEL-Informationen ein eigener Europäischer Währungsfonds treten. Hervorgehen soll dieser aus dem Rettungsschirm ESM, der bislang ein reines Finanzierungsvehikel für angeschlagene Eurostaaten ist.

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Hinter dem Euro steht dann - der Euro. LOL  

24.02.17 20:51
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80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingTrumps bilaterale Handelsverträge sind obsolet

Trump will weg von multinationalen Handelsverträgen wie TPP, das er bereits aufgekündigt hat. Stattdessen soll USA mit jedem Land individuelle (= bilaterale) Verträge schließen. Und wenn ein Land nicht spurt, meint Trump, dann wird der Vertrag halt gekündigt. Dann gibt es Neuverhandlungen, bei denen das Land ein noch schlechteren "Deal" machen wird.

Im bilateralen Modell säße USA wie die Spinne im Netz und hielte global sämtliche Fäden in der Hand. Wie schon bei Nato und IWF.

Bilaterale Handelsverträge sind jedoch "von gestern". Sie passen nicht in eine Zeit, in der bei vielen Endprodukten kaum noch genau festgestellt werden kann, aus welchem Land die Zuliefererteile gerade kommen. Kritiker meinen, Trumps Pläne würden zu einem bürokratischen Wasserkopf führen, der den Welthandel eher hemmt als beflügelt.


https://www.washingtonpost.com/news/wonk/wp/2017/...companies-growth/

...Yet some economists argue that the administration’s preference for bilateral deals has a major downside. While an individual bilateral deal can be simpler to negotiate, doing a slew of one-on-one deals instead of one larger multilateral deal can ultimately be a more complex process.

The numerous bilateral deals in existence around the globe already create a confusing patchwork of taxes, trade barriers and regulations that companies must navigate as they manufacture and sell products. This has created a massive industry, in which accountants and number-crunchers at consulting and accounting firms advise companies on how best to organize global operations.

"A bilateral perspective is difficult in a world of production networks where it can be difficult to figure out who added what to a product. I am afraid that their approach is out-of-date and ignores the network effects which are critical to U.S. firms," said Barry Bosworth, a senior fellow at the Brookings Institution....  

24.02.17 21:26

80400 Postings, 7787 Tage Anti LemmingTrump zensiert die Presse

Mehreren renommierten Medien ist in Washington der Zugang zu einer Pressekonferenz mit Regierungssprecher Sean Spicer verwehrt worden. Das berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend. Neben CNN und der "New York Times" sollen auch "Politico", "Buzzfeed" und zahlreiche internationale Pressevertreter von der Presserunde ausgeschlossen worden sein.

www.spiegel.de/politik/ausland/...-pressekonferenz-aus-a-1136262.html  

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