Das klassische stationär Spielgeschäft kenne ich seit 25 Jahren aus verschiedenen Perspektiven. Es war bis vor einigen Jahren so, dass nur die staatlichen konzessionierten Unternehmen, die wiederrum gehalten werden von Anstalten des öffentlichen Rechts, Wetten anbieten und vertreiben durften.
Zunächst war eine alte DDR Lizenz da, Sportwetten Jena, und einige ausländische Vermittler eroberten mehr und mehr den Markt, die Buchmacher, die es schon immer gab, spielten keine so wichtige Rolle.
Die klassischen Spielangebote wie Zahlenlotto, Spiel 77 , Glücksspirale, Outset und neu Keno, kennt jeder, und sind die klassischen Spielangebote in Deutschland schlechthin. Hin und wieder gibt es Verbesserungen und neue Spielangebote, wie seit kurzem KENO!
Doch, durch alle Marketingideen, durch Verbesseerungen und Neueinführungen hat sich das Volumen kaum geändert. Die Umsätze steigen nicht, sondern stagnieren. Jahren der Steigerung von 2% folgen andere mit Minusraten von 3%. Ein Umsatzwachstum von nur 10% wäre geradezu eine Sensation.
Nun Fluxx ist in diesen Markt eingestiegen und sich dazu gerade Schleswig Holstein ausgesucht. Schleswig Holstein ist ein kleines Land, mit einer hohen Dichte, der klassischen Lottoannahmestellen, die oft in Tabakwarengeschäften, Kiosken oder auch in Verbrauchermärkten im Shop in Shop System verhanden sind.
Die von den jeweiligen Ländern konzessionieren ländereigenen Lottogesellschaften, habe da teilweise unterschiedliche Marketingüberlegungen gefahren. So setzt die durchschnittliche Annahmestelle in Schleswig Holstein etwa 200Tsd Euro je Jahr im Spielgeschäft um, die in Nordrhein Westfalen indes über 600Tsd Euro. Einher geht, dass für das einzelne Geschäft das Wettangebot mehr oder weniger wichtig ist, und somit auch der Einsatz und die Kompetenz dadurch stark beeinflusst wird.
Nun möchte Fluxx einen Anteil an diesem Kuchen abhaben. In jedem Bundesland muss sich Fluxx allerdings mit den jeweiligen Ländergessellschaften einig werden, ob die überhaupt Tipps von Fluxx annehmen möchten! Denn das stationäre Angebot ist anders als im Internet immer nur für die Gesellschaft in dem jeweligen Bundesland möglich.
Selber wenn Fluxx das dann gelingen würde, was ich beispieslweise für NRW für die nächsten Jahre mit an sicher grenzender Wahrscheinlichkeit , auch angesichts der Aussgen des Vorstandes der Westdeutschen Lotterie GmbH, Herrn Dr. Winfried Wortmann, ausschliesen würde, ist ein ertragreicher Erfolg fraglich, meiner Ansicht nach sogar fast unmöglich.
Die landeseigenen Gesellschaften wollen und können nur einen bestimmten Prozentsatz für den Vertrieb ausgeben. Da ja eine bestimmte Gewinnausschütung erreicht werden muss, um das Spiel zu halten, und auch die Länder mit Anteilen von rund 41% dabei sind; und warum sollten die Lottogesellschaften nun mehr ausgeben als für Ihren bisherigen Vertrieb? Beim Zahlenlotto ist es in NRW so, dass 50% der Einstäzte ausgespielt werden, 41,3% bekommt das Land und über 9% kostet der Vertrieb. Die Annahmestellen erhalten direkt 7,6%, die Bezirkstellen etwa 0,8 % , und die technischen Sachen, wie Geräte, Software etc schätze ich mal auf 0,5%, die Betreuung und Schulung sind wohl 0,3%. Somit wären wir beim klassichen Zahlenlotto schon im verlust mit etwa 0,2% vom Umsatz. Nun die Werbung, das Marketing, und die Kosten der zentrale und der Gewinn müssen nun dann von diesen 20cent ja Schein erwirtschaftet werden. Also mehr Provsion als eben netto maximal 7,5% ist für Fluxx nicht möglich! (Achtung in den Zahlen oben von 8,4% vom Umsatz, sind die Mehrwertsteuern in Höhe von 16% auf diese Sätze enthalten, weil beim Lotto keine Vorsteuern anfallen, indes die Annahme- und Bezirksstellen, wie auch Fluxx und seine Annehmer jedoch auf die Provisionen Umsatzsteuer zahlen müssen).
Fluss geht nun auch in seinen Kalkulationen von diesem Prozentsatz aus, aber will vom Kunden noch einen Zuschlag von etwa 8 % nehmen!! Die Provision von den Lottogesellschaft geht fast gänzlich an die einzelnen Einzelhändler bzw. Vertragspartner im Einzelhandel, die die Schein vor Ort annehmen. Somit ist Fluxx auf diesen Aufschlag angewiesen, um die Kosten für die Hard- und Software, die allgemeinen Verwaltungs- und Unternehmenskosten zu erwirtschaften und dann evtl noch einen Gewinn zu generieren.
Nun, überlegt selber, ob die Kunden bereit sind für ein Produkt wie Lotto, welches überalls das Gleiche ist, was sehr transparent in den Preisstellung ist, nun 8% mehr auszugeben??? Das wird wohl nur einer tun, der einfach mal nicht so Recht weiss, wie Lotto geht, was es kostet und, vielleicht auch wegen eines Jackpots aufmerksam wird, und dann mal eben schnell einen Schein beim Einkauf mit abgibt! Doch diese Kunden können auf keinen Fall auch nur 1.000 Euro Umsatz in der Woche machen, also wie sollen die avisierten 300.000 Je Outlet erreicht werden?
Im Internet Angebot waren schon erhebliche Steigerung in der Vergangenheit da, indes ist ja auch der Wettbewerb immer grösser geworden, im stationären Vertrieb von Lottoprodukten halte ich es für fast unmöglich überhaupt auch noch so einen kleinen Gewinn zu erzielen. |