Mir schien es schon immer so, dass die Vorwürfe gegen "gleichgeschaltete Mainstreammedien" eigentlich darauf beruhen, dass man sich nicht vorstellen kann, sie kritisch zu lesen, und genau dafür nützlich und ergiebig zu finden. Genauso wie Fill oben den Umgang der Leute mit ihrer eigenen Meinungsblase beschreibt -- das von anderen Vorgekaute, Vorgedachte wird weiter gepostet als "mein ich auch!", es gibt nur Anfeinden oder Bejubeln -- mit derselben Einstellung mit der sie ihre eigene Meinungsmache lesen, lesen sie auch andere Texte, nämlich als ob es nur die Optionen Anfeinden oder Jubeln gäbe. Was anscheinend nie stattfindet ist eine Reaktion der Art, "aha das meint dieser Autor also". Daher nehme ich auch an dass der Protschka sich in der Formulierung vergriffen hat, es geht darum "einfach mal selber eine Meinung haben (aber bitte nur meine Meinung)", aber die Meinungen beruhen gerade nicht auf Denken. Sie beruhen auf Gefolgschaft. Mein Umgang mit den Mainstreammedien ist natürlich gerade nicht der der Gefolgschaft... |