Ich weiß ja nicht, in welchen Kindergarten Ihr gegangen seid. Ich hab in meinem aber gelernt, dass man wenn es heute regnet noch lange nicht sagen kann, wie das Wetter nächsten Sommer wird.
Was Stop-Loss betrifft (vermutlich meint ulsi Du das mit absichern): Wird häufig propagiert, diese Medaille hat aber auch zwei Seiten. Gegenfrage: Würdest Du bei Deinem Autohändler einen automatischen Verkaufsauftrag platzieren, dass er Deinen Auto sofort verkaufen soll, egal welchen Preis er erzielt, sobald bei mobile.de dieses Auto einmal unterhalb eines Wertes x den Besitzer gewechselt hat? Das wäre dann ein klassischer Stopp-Loss, gerade in Zeiten des Computerhandels ist es beim unstrittigen Nutzen dieses Instruments auch eine Gefahr von kurzfristigen Extremen ausgestoppt zu werden.
Ich kenne auch den Spruch "Never catch a falling knife" und wie im echten Kindergarten werden auch im Börsen-Kindergarten den Kindern einfache klare Handlungsanweisungen an die Hand gegeben damit sie einigermaßen mit Abläufen (z.B. im Straßenverkehr) umgehen können, die sie noch nicht wirklich verstehen. Da ich aber schon auf der Börsen-Grundschule war, habe ich gegen diese Kindergartenregel beispielsweise bei der Lufthansa mal massiv verstoßen und den Kurs im Fallen kräftig runtergekauft. Im Ergebnis liegt dort mein Kaufkurs ca. 30% unter dem aktuellen Kurs. Und witzigerweise ist diese Situation mit der von HDM m.M.n. durchaus vergleichbar. Bei der Lufthansa hat man nämlich auch schon lange erzählt, dass die europäischen Airlines ja gegen die tollen aufstrebenden Araber nie eine Chance haben und der deutsche Markt am Boden liegt (Luftverkehrssteuer, BER, Nachflugverbote). Klang für mich zumindest so ähnlich wie das, was man heute über den sicher rückläufigen aber noch lange nicht total kollabierenden Druckmarkt schreibt. HDM reagiert mit der Fokussierung auf Profitabilität anstatt Umsatz hier genau richtig. Meine Börsen-Grundschul-Regel dazu: Totgesagte leben länger.
Zur Braunschweiger Trainer-Metapher (#2525): HDM ist doch schon vom M- in den S-DAX abgestiegen. Außerdem wurde in den letzten Jahren massiv am Kader eingespart, teuren Alt-Stars wurde der Vertrag nicht verlängert (auch wenn einige vor allem Wasserköpfe diesen noch aussitzen wollen, aber da kümmert sich der Kaderplaner dann auch noch drum). Mit dem richtigen Trainer wird man hier wie dort auch wieder eine junge, hungrige Mannschaft aufbauen, die attraktiven Fußball spielen kann. Der FC Bayern spielt sicher den attraktiveren Fußball, aber da ist die Eintrittkarte auch schon erheblich teurer.
Unterm Strich finde ich persönlich den aktuellen Kurs risikoadäquat gemessen und hoffe, dass der Trainer die richtige strategische Ausrichtung auch in allen Mannschaftsteilen tatsächlich implementiert. Muss aber natürlich jeder selbst wissen, wie er grundsätzlich an der Börse agieren will.
--- Nur meine Meinung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. |