Zitat fill: Eine kollektive Identität kann nur konstruiert und als unwiderrufliches Naturschicksal glaubhaft gemacht werden, wenn man auch jene gleichzeitig mitkonstruiert die nicht dazu gehören sollen. Dabei gilt: Je gewaltsamer die Exklusion, desto glaubhafter die auf dieser gründenden kollektive Identität. Sie findet erst im kollektiven Gewaltakt wirklich zu sich selbst, dann, wenn ihre Träger zu echten Mitverschworenen werden. Das hat jetzt weniger mit Dicken und Dünnen zu tun, denn inkludierte und exkludierte Gruppen müssen sich schon auch für diese Form sozialer Konstruktion eignen.
Bei Kindern, also den noch nicht fertig geformten oder verformten Menschleins, wo alle einmal waren, wo alle herkommen, wo alle auch geprägt werden, ist es in der Gruppe meist so, gemobbt oder ausgegrenzt werden oft die allgemein Schwachen, kann auch psychischer Natur sein, an zerrütten Familienverhältnissen liegen usw. oder die körperlich Auffälligen, z.B. auch die Hässlichen oder besonders Dicken usw. Darunter leiden dann ja auch viele ein Leben lang. Nicht die mit einer etwas anderen Hautfarbe usw. werden da generell gemobbt. Die sind dann teilweise sogar sehr populär, wenn sie z.B. gut im Fussball, Sport sind oder andere Talente haben, also zu den Starken gehören. Da zeigt sich halt auch wie wir Menschen wirklich sind, wir sind nicht einfach gute und gerechte Wesen, wir sind hierarchische Herdentiere und ein gerechtes Verhalten kann nur angestrebt werden, durch die Vernunft, welche eben den Kindern noch fehlt, den Erwachsenen dann aber auch abhanden kommen kann oder sich gar nie durchsetzte.
Das Völkische ist ja eine reine Erfindung, ganz klar sieht man dies in den USA, wer soll denn dort das Volk sein? Aber auch in Europa, was ist denn ein Volk? Die einstigen Könige, Machthaber und deren Kriege bestimmten wer zu welchem Volk gehört und welche Sprache sich dann durchsetzte. Im Elsas z.B. sprach man einst Deutsch, heute kaum mehr, heute sind es Franzosen, gehören zum französischen Volk usw.
In der Schweiz sieht man das ja auch, es gibt vier Landessprachen in einem recht kleinen Land, denn es gab hier nie einen König oder Machthaber oder Diktator, der bestimmte welches Volk nun hier zu sein habe und welche Sprache dieses zu sprechen habe. So ist das Vertrauen hier mMn immer noch mehrheitlich völlig intakt, in die demokratischen Prozesse und die Demokratie aber es gibt auch keine Brandmauern, was ja den Zweifel in D. klar ausdrückt an den demokratischen Prozessen. Ich weiss nicht ob sich die Geschichte wiederholen kann, aber diese Brandmauer ist ein Problem mMn. Demokratie kann man nicht spielen, wie ein Theaterstück. |