www.wallstreetjournal.de/article/...7323549204578319713633074542.html Jetzt können die Banken die aufgenommenen Milliardensummen vorzeitig zurückzahlen. Nach Mitteilung der EZB haben 356 Institute signalisiert, dass sie nächste Woche 61,1 Milliarden Euro aus dem zweiten Tender zurückzahlen wollen. Unter Finanzanalysten hatten Schätzungen von um die 130 Milliarden kursiert. Die EZB hatte dagegen eine nicht besonders hohe Rückzahlung prognostiziert. Der relativ niedrige Rückzahlungsbetrag lässt unterschiedliche Interpretationen zu. Einerseits könnte er als Hinweis darauf interpretiert werden, dass die Situation der Banken nicht so gut ist wie bisher angenommen. In diese Richtung deutet die Reaktion des Euro, der nach Veröffentlichung der Daten gegenüber dem US-Dollar einen Viertel Cent einbüßte. Das erklärt allerdings nicht, warum es nach der EZB-Veröffentlichung um kurz nach 12.00 Uhr zu deutlichen Gewinnen am Aktienmarkt kam. Möglich ist auch, dass die Banken im Vorfeld der Wahlen in Italien auf Nummer Sicher gehen wollten. Ein Wahlsieg der reformfeindlichen Kräfte um den ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, so die Befürchtung, könnte die Zinsen der Peripherieanleihen wieder in die Höhe treiben und die Refinanzierungsbedingungen für die Banken dieser Länder verschlechtern. Warum gleich zurückzahlen, wenn man es genauso gut nächste Wochen machen kann, mögen die Geldmarktexperten gedacht haben. Allerdings zeigen die Rückzahlungen aus dem ersten der beiden Dreijahrestender, dass die Banken vielleicht nicht große Mengen, aber anhaltend Liquidität an die EZB zurückgeben. So meldeten neun Institute per 27. Februar die Rückzahlung weiterer gut 1,7 Milliarden Euro an. Der Rückzahlungsbetrag des ersten Tenders beläuft sich damit auf insgesamt 146,2 Milliarden Euro. Insgesamt hatten sich die Banken im Dezember 2011 und Januar 2012 auf drei Jahre netto zusätzlich rund 500 Milliarden Euro geliehen. Davon haben sie bisher bereits 144,5 Milliarden zurückgezahlt. In der nächsten Woche kommen 62,8 Milliarden hinzu. Damit werden die Banken rund 40 Prozent der von der EZB zur Verfügung gestellten Zusatzliquidität zurückgegeben haben. |