Die Zahl der Aktien wird zum 30.09. (Seite 2) und dann wieder zum 30.10. (Seite 5) veröffentlicht. Die Zahl auf Seite 2 (unten) enthält leider nur die ausgegebenen Aktien. Es gibt aber weitere Aktien, die im Moment zwar nicht ausgegeben, aber jetzt schon (über Optionen als Teil der Vergütung) zugesagt sind. Das sind dann die "diluted shares", mit der ich bei meinen Kalkulationen vorzugsweise arbeite.
Wie es dazu kommt, dass auf Seite 5 eine andere Zahl von Aktien für die kummulierte Periode (Januar bis September) als für das Quartal (Juli bis September) verwendet wird, ist mir momentan noch ein Rätsel. Die Zahl berechnet sich vermutlich aus irgendwelchen Vorgaben nach US-GAAP und das werden wohl Mittelwerte innerhalb dieser Perioden angenommen. Verstehen würde ich das nicht, weil eine Stichtagsberechnung ja einen Stichtag (30.09.) voraussetzt und da kann man ja genau schauen, was noch an Aktien da (und zugesagt) ist und was nicht. Über US-GAAP mache ich mir aber jetzt keinen Kopf. Die Amis sind so stolz auf dieses von Ihnen geschaffene Ungeheuer, durch das selbst erfahrene CFOs und Steuerprüfer/-anwälte kaum durchblicken, dass man da nicht tiefer nachhaken sollte.
Ich gehe davon aus, dass die "diluted shares" der 3-Monats-Periode bis zum 30.09. dem tatsächlichen Wert am nächsten kommen (ca. 946.934.000 Stück). Leider ist zu erwarten, dass der Wert inzwischen etwas höher liegt, weil die "basic shares" zwischen dem 30.09. und dem 30.10. von ca. 940.882.000 auf 944.355.144 Stück angewachsen sind. Da könnten sich aber auch ein paar realisierte Optionen darunter verstecken.
Von konkreten Rückkäufen im Zeitraum zwischen dem 01.07. und 30.09. wird nicht berichtet. Es werden nur kummulierte Werte seit dem Aufsetzen der beiden noch aktiven Rückkaufprogramme genannt. Insgesamt wurden in diesem Jahr Aktien ca. 4 Mio. im Wert von $203,8 Mio. (Ø-Preis: $47,65) zurückgekauft. Ist ja auch logisch, denn warum sollte man der geschundenen Aktionärsseele keine Aktienrrückkäufe bei Kursen von unter $30 gönnen!? Diese Aktien wurden gänzlich aus dem im November 2013 beschlossenen Programm zurückgekauft. Aus diesem Programm liegen noch ca. $726 Mio. (ungenutzt) in der Kasse. Die $2 Mrd. aus dem im März 2015 beschlossenen Rückkaufprogramm wurden hingegen noch nicht angefasst. Für das gesamte Geld hätte man etwa 78 Mio. Yahoo!-Aktien zum Ø-Preis von $35 erwerben können!
Was genau haben die da vor? Eine Möglichkeit ist natürlich, dass sie wirklich alle auf den Kopf gefallen sind und lieber teuer als billig zurückkaufen. Viel wahrscheinlicher scheint mir, dass sie das Geld für eine andere Form der Transaktion "aufheben". Dieses "Einfrieren" von Programmen kenne ich aus einer auch von mir begleiteten Transaktion, in welcher der Käufer keine wesentliche Veränderung der Unternehmensstruktur und -finanzen wünschte. Das jetzt aber seit April keine einzige Aktie mehr zurückgekauft wurde, macht mich schon auch etwas stutzig, denn über 7 Monate Stillstand für einen möglichen Verkauf von Yahoo in Kauf zu nehmen, halte ich für ein sehr gefährliches Spiel, gerade auch weil unsere "Ich scheitere selbst an den kleinsten Hürden"-Lady Marissa Mayer bei Yahoo! am Steuer sitzt. Am Ende wird es vermutlich eine "Fast-Übernahme" werden, die da für uns Aktionäre herausspringt... Dennoch ist es wahrscheinlicher, dass Goldman Sachs & Co. wegen diverser Derivate-Geschäfte dem Yahoo!-Vorstand verboten hat, die Rückkaufprogramme umzusetzen, weil sonst dicke Verluste in den Büchern der Finanzhaie die Folge wären. Dafür dürfen dann Marissa, Ken & Co. nach ihren aktiven Jahren irgendwelche Studenten in irgendwelchen Universitäten mit ihren Reden langweilen, die dann wiederum "großzügig" von Goldman Sachs & Co. vergütet werden. So läuft das doch ...
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