Wenn du dich dabei nicht täuschen wirst. Du liest dich ohnehin so, als ob du komplett auf dem falschen Fuss erwischt wurdest und nun dem wunderschönen Kursverläufen hinterher schaust. Wobei das ganz eigentlich recht einfach war, als der DAX vorletzten Montag anch dem Italien-Referntum lokcer und leicht die 20 und 38 Tageslinie überwunden hat und als dann noch die 10.800 überwunden wurde war doch zu 95%iger Sicherheit klar, dass der DAX durchstarten wird. Ist im Nachhinein immer leicht zu sagen, aber die DAX-Rallye der letzten Tage konnte wirklich anhand der Charttechnik sehr leicht getradet werden. Eines was ich an der Börse gelernt habe, die Börse ist dazu da Recht zu haben, sondern an der Börse sollte man Geld verdienen.
Es wird sicher irgendwann in den nächsten 4 Wochen ein Korrektur geben, aber es sieht doch derzeit alles danach aus, dass die Grundrichtung beim DAX in Richtung Norden gehen wird. Alle makroökonomischen Fundamentaldaten der letzten Wochen deuten im Moment auf einen Aufschwung hin und damit dürfte die globale Wirtschaft im kommenden Jahr um über 3% wachsen::
- EU-Einkaufsmanager ganz klar im Wachstumsbereich mit 53 Punkte
- US-Konsumentenvertrauen im November so hoch wie seit 2 Jahren nicht mehr
- ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes in den USA im November bei unerwarteten hohen 53,2 Punkte - damit deutlich im Wachstumsbereich
- im November stiegen in China übrraschend die Importe um 6,7% in US-Dollar. in Yuan wäre das Wachstum noch deutlicher ausgefallen
Die wirtschaftlichen Risiken sind jedenfalls deutlich geringer wie noch vor einem halben Jahr, denn so weit wie man das derzeit einschätzen kann wird China ein Softlanding ihrer Wirtschaft hinbekommen, der Yuan soll nicht weiter abgewertet werden (siehe die neu geplanten chinesischen Kapitalmaßnahmen zu Auslandskkapitalabflüsse ins Ausland) oder Russland dürfte in 2017 aus der Rezession kommen wenn der Ölpreis nicht mehr unter die 45 $ geht. Ich glaube z.B. dass russische Aktien hochinteressant werden können bzw. schon sind, denn die Wirtschaft wird dort mit ganz großer Wahrscheinlichkeit einen Rebound hinlegen und damit wird der Rubel wohl in 2017 endlich wieder steigen. Das alles würde für russische Aktien sprechen.
Selbstredend gibt es auch Risiken wie ein eventueller Protektionismus von Trump (mit Abstand das höchste Risiko meines Erachtens nach), schlechte Brexitverhandlungen ab Sommer 2017 oder Wahlen in Italien oder Frankreich. Interessanterweise scheint es in Italien zu einem Linksruck zu kommen und in Frankreich könnte es zu einem Rechtsruck kommen. Da aber Frankreich mit François Fillon meines Erachtens als Präsidentschaftskandiat nmittlerweile wirklich einen richtigen Typ hat sollte die Gefahr dass die Le Pen an die Maqht kommt sich deutlich reduziert haben. In Italien ist eh schon immer Chaos gewesen. An das hat sich die Börse längst gewöhnt.
Schaut man sich die DAX-Bewertung an, dann hätte der noch gut Luft nach oben (15 bis 20% ???). Der DAX wird trotz des schönen Plus der letzten Tage nur mit einem 2017er KGV von 14 bewertet (VW ist die aktuell die billigste DAX-Aktie mit einem 2017er KGV von 5,8% - teuerste DAX-Aktie ist Adidas mit 25) und einer Dividendenrendite von 3,3%. Zu hoch ist das mit Sicherheit nicht in dieser historischen Niedrigzinsfase und sollte die Weltwirtschaft in 2017 gut laufen wie es ja derzeit aussieht, dann sollten gerade die exportorientierten DAX-Unternehmen von den Skaleneffekten einer einigermaßen gut laufenden Weltwirtschaft mit einem Wachstum > 3% profitieren können. Sprich die Unternehmensgewinne könnten höher zulegen als derzeit geschätzt wird und das würde dann logischerweise zu einem niedrigeren KGV führen.
Die US-Börsen sind ein gutes Stück weit höher bewertet wie der DAX, aber das waren sie schon immer. Kommt daher, dass der US-Dollar die Weltwährung darstellt und somit sind US-Invests halt attraktiver wie anderswo. Der S&P 500 wird aktuell mit einem 2017er KGV von 18,5 bewertet und der Dow Jones mit knapp unter 20 (billigster Dow Jones Wert ist IBM mit einem KGV von 9 und teuerster Wert Caterpillar mit 29). Das kann man nun nicht mehr als niedrig bewerten, aber darum muss nicht einer erhöhten Crashgefahr beim S&P 500 und beim Dow Jones ableiten. So ab einem 23/24er KGV würde es dann aber nach meinem Dafürhalten schon brenzlig. Wird halt natürlich viel darauf ankommen wie sich die Gewinne entwickeln werden. Sollte Trump z.B. die Unternehmenssteuern senken wie er versprochen hat, dann werden alleine damit schon die Gewinne stiegen (z.B. auch bei einer Siemens) und das KGV würde somit spürbar niedriger.
KGV hin oder her, letztendlich gibt es ohnehin zur Zeit kaum Alternativen zu Aktien und Liquditität ist en masse in den Märkten um Aktien kaufen zu können. |