09.12.11 09:41 DJN: XETRA-START/DAX holt Verluste auf - Spekulationen um China FRANKFURT (Dow Jones)--Der DAX holt die Verluste aus einer schwachen Eröffnung nach dem EU-Gipfel wieder auf. Der DAX verliert gegen 9.40 Uhr 4 Punkte oder 0,1% auf 5.871 Punkte, nachdem er zum Handelsbeginn schon die 5.800er Marke getestet hatte. Laut Händlern stabilisieren Spekulationen um China den DAX. Zum einen könnte China nach dem kräftigen Rückgang der chinesischen Inflationsrate die Geldpolitik lockern, zum anderen könnten China und andere asiatische Staaten dem Internationalen Währungsfonds Geld zur Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone leihen, so die Spekulation.
Händler stellen sich trotzdem auf weitere Rückschläge ein, weil der EU-Gipfel zur Euro-Krise die Erwartungen enttäuscht hat. "Der gordische Knoten ist nicht zerschlagen worden", so ein Händler. Es sei zwar begrüßenswert, dass erste Schritte in Richtung einer Fiskalunion unternommen werden. Andererseits bleibe die wichtigste Frage unbeantwortet: "Woher sollen die Mittel für die Rettung der Eurozone stammen?".
"So wie es momentan aussieht, werden wir in der kommenden Woche die angekündigte Herunterstufung von 15 Euro-Staaten sehen", erwartet ein weiterer Händler. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte am Montag den Ausblick für 15 der 17 Staaten der Eurozone auf "Credit Watch" gesenkt. Bei einer Abstufung dürften die Mittel zur Euro-Rettung aber noch kleiner werden.
Siemens fallen um 1,1% auf 72,85 EUR, nachdem die Analysten von J.P Morgan die Aktien auf "Neutral" von "Overweight" gesenkt haben. Nach Gewinnwarnungen von Texas Instruments und Altera und einem gesenkten Branchenausblick verlieren Infineon 1,4% auf 5,89 EUR.
Uneinheitlich tendieren im frühen Geschäft die Aktien der Banken. Commerzbank fallen um weitere 0,8% auf 1,26 EUR, nachdem die Europäische Bankenaufsicht EBA in ihrem Stresstest einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 5,3 Mrd EUR errechnet hat. Deutsche Bank ziehen dagegen um 2% an auf 28,81 EUR. Hier sieht die EBA gut 3 Mrd EUR Kapitalbedarf. Die Deutsche Bank teilte mit, sie werde bereits zum Jahresende 2011 die verschärften Eigenkapitalanforderungen erreichen.
Bayer steigen um 0,3% auf 46,95 EUR. Händler verweisen auf Aussagen eines Beratergremiums der US-Gesundheitsbehörde FDA zum Wirkstoff "Drospirenon". Der Wirkstoff wird in den Bayer-Produkten "YAZ" und "Yasmin" angewendet. Die US-Gesundheitsbehörde fordert eine deutlichere Kennzeichnung der Risiken vor Nebenwirkungen. Das Gremium sei zu dem Schluss gekommen, dass insgesamt die Nutzen des Wirkstoffs die Risiken überwiegen. Das sei klar positiv zu werten, so Händler.
Der MDAX legt um 0,5% zu und der TecDAX 0,2%.
-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires, +49(0)69-29725217, herbert.rude@dowjones.com DJG/hru/gos
(END) Dow Jones Newswires
December 09, 2011 03:41 ET (08:41 GMT) Dow Jones & Company, Inc.2011
----------- Finanzielle Probleme lassen sich am besten mit anderer Leute Geld regeln. (J. Paul Getty) |