Ja mag sein, dass ich ein wenig übertrieben habe. Solange die Gewinne nicht kommen, muss ich meine Phantasie betätigen, um den enttäuschenden Kursverlauf nachzuvollziehen. Man soll ja bekanntlich das schlimmste erwarten und das beste hoffen.
Wenn die 10nm-Technologie nie kommt, wäre Chongquing ein Milliardengrab, selbst wenn AT&S das überlebt. Ich glaube erst an die 10 nm, wenn in Chongquing endlich die hochmargigen IC-Substrate produziert werden. Vorher gehe ich davon aus, dass die Insider shorten, weil die 10nm nicht kommen. Apropos hochmargig. Wie wärs, wenn die Margen von Chongquing so hoch gar nicht sein werden. Vielleicht merkt Intel irgendwann, dass es gar nicht genug Geld hat, um neben den eigenen Gewinnen auch noch die Gewinne von AT&S zu finanzieren. Intel ist schließlich ein einflussreicher Kunde. Als solcher kann er doch den Preis der IC-Substrate bestimmen. Wißt ihr, ob AT&S sich vertraglich gegen ein Absenken des Preises abgesichert hat?
Wenn ich mir den Langfristchart angucke, sehe ich einen volatilen Abwärtstrend. Die Diskussion um die Langfristperspektive von AT&S wurde bereits im letzten Dezember geführt. Ich denke, das Unternehmen hatte immer schon zu mächtige Kunden, die den Preis soweit drücken, dass AT&S keine bleibenden Gewinne macht. Wieso sollte es mit Intel anders laufen? AT&S ist halt ein typisches B2B-Unternehmen. B2B-Unternehmen scheitern m.M.n. häufig daran, Kunden zu finden. Finden sie den Kunden doch, erhöht er i.d.R. nur den Umsatz, nicht den Gewinn. Der Kunde hilft also dem B2B-Unternehmen nur, die Insolvenz rauszuzögern. Ein langfristig erfolgreiches Unternehmen braucht viele spendable Kunden, die gerne bereit sind, dem Unternehmen Gewinne zu bescheren. Bei diesen Kunden handelt es sich natürlich um den Konsumenten. Da AT&S den Konsumenten nicht bedient, ist es halt nicht so erfolgreich. Das zeigt ja schon der Name des Threads (AT&S ist sehr unterbewertet!) kombiniert mit der "Performance seit Threadbeginn" ( -38,22%). Offenbar ist AT&S jetzt schon sehr sehr unterbewertet. Wenn man unterstellt, dass AT&S in den letzten 10 Jahren was geschafft hat, müsste das Unternehmen sogar sehr sehr sehr unterbewertet sein. (erstens weil es schon damals schon unterbewertet war, zweitens weil es heute billiger zu bekommen ist, drittens weil ja zusätzlicher shareholder value geschaffen wurde)
Ich habe trotzdem zugegriffen, weil ich zu der Zeit noch nicht soweit gedacht hatte. Außerdem steht der Käufer der Substrate ja schon fest und hier im Forum herrscht Konsens darüber, dass die IC-Substrate Gewinne abwerfen. Meine B2B-Abneigung schien also unbegründet. Der dümpelnde Aktienkurs, zusammen mit meinem Menschenverstand, lässt mich zweifeln... |