Vollkommen richtig. Das ist ja gerade die tückische Eigenschaft der Indikatoren, dass diese sich in einer Seitwärtsbewegung abbauen, ohne dass der Kurs signifikant fällt. Ich glaube, jeder Day (etc.) Trader wird diese Erfahrung in seinem Leben - zumindest zu Beginn - schon einmal schmerzlichst erfahren haben, da er fallende und steigende Indikatoren stets mit einem entsprechenden Kursniveau verbunden hat. Mir ging es früher jedenfalls so. Habe damals gar nicht verstanden, wie sich die Indikatoren - quasi hinter meinem Rücken - verschieben konnten, ohne dass ich davon kursmäßig nennenswert profitieren konnte. Habe damals Mordio und Zeter geschrien, da ich diesen Umstand nicht verstehen konnte. Es gibt diesbezüglich m.E. nur einen Ausweg: Langfrist-Indikatoren zu Rate ziehen, denn diese lassen sich nicht so schnell "übertölpeln" und dementsprechend erscheint es m.E. ratsam, rechtzeitig für "Vorrat" in Sachen Liquidität und Demut zu sorgen, denn die eigene Einschätzung kann einen recht schnell in Teufel´s Küche befördern. Kurzfristig können bzw. konnten sie uns bislang alle am Nasenring durch die Arena schleifen, aber langfristig ist ihnen dies bislang noch nicht gelungen, sofern man nicht auf extremen Tiefstständen (= alles unter 5.000 Punkten) short bzw. auf relativen Höchsständen (alles über 7.000 Punkten) long gegangen ist. Und dies sollte man sich merken, da es zumindest in den vergangen 15 Jahren funktioniert hat. Ist zwar keine Gewähr dafür, dass es auch in der Zukunft funktionieren wird. Aber wenn nicht aus der Geschichte, woraus soll man dann seine "Weisheiten" ziehen? Meine Meinung: Es ist schon schwierig genug, Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, quasi "lehrenhaft" zukünftig zu vermeiden. Aber wenn man nicht einmal in der Lage ist, die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, wie will man dann erst eine - ungewisse - Zukunft meistern? Insofern halte ich mich - bei riskanten Aktionen - an den mir zur Verfügung stehenden Erfahrungsschatz aus der Vergangenheit, da mir schlichtweg keine besseren Erkenntnismöglichkeiten zur Verfügung stehen. Bin mir gleichwohl aber des Umstandes bewusst, dass diesmal alles anders sein könnten (= setze darauf aber kein Geld, sondern lasse andere ihr Geld riskieren und warte ab). Sollten sie es tatsächlich schaffen, historisch gesehen neue Fakten zu schaffen, kann ich mich immer noch - in die ein oder andere Richtung - einklinken. Mag zwar für einen Unternehmer keine perfekte Sicht der Dinge sein, aber für einen Börsianer ist sie mit dem geringst möglichen Risiko verbunden und daher in meinen Augen auch empfehlenswert. MfG |