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Steinhoff International Holdings N.V.

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neuester Beitrag: 14.10.19 15:13
eröffnet am: 02.12.15 10:11 von: BackhandSm. Anzahl Beiträge: 210743
neuester Beitrag: 14.10.19 15:13 von: SirHobel Leser gesamt: 24441806
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19.08.19 10:25

1084 Postings, 3145 Tage KleinerInvestor@H731400

"ihr kapiert gar nichts, würde vorschlagen ihr beschäftigt euch mal mit Wieses Claim ?! Wiese klagt nicht auf Buchverluste seiner Aktien sondern auf eine Rückabwicklung seiner eingebrachten Geschäfte....."

So habe ich es auch verstanden. Und ich kann den guten Mann auch verstehen, denn stell euch mal folgendes vor:

Ihr wollt eine Frau heiraten und bringt in die Ehe euer Vermögen mit ein. Nun stellt euch doch mal vor, die Frau hat euch verarscht und es stellt sich raus, dass sie ein Mann ist. Nun lasst ihr euch scheiden und wollt natürlich eurer Vermögen zurück, da ihr ja unter falschen Tatsachen die Ehe eingegangen seid.

Ich denke es wird sehr schwer werden für Wiese, aber ich kann ihn durchaus verstehen, warum es es so macht. Ehrlich gesagt würde ich es an seiner Stelle auch versuchen mit allen Mitteln den Deal rückabzuwickeln.
 

19.08.19 10:27
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257 Postings, 541 Tage Helmut84Nachtrag zu meinem Posting

Hallo,

Als Nachtrag zu meinem Posting möchte ich noch mal erläutern warum ich jetzt in meiner Analyse skeptischer bin als davor und jetzt auch von Kapitalmaßnahmen als zwingend notwendig ausgehe.

Im Halbjahresbericht wurden die CVA Schulden mit 7,9 Mrd. angegeben. Jetzt in der Präsentation mit Hemisphere aber in Höhe von 9,1 Mrd. Saftige Erhöhung der CVA Schulden in dem kurzen Zeitraum. Hier hatten wir im Forum die CVA Unterlagen leider falsch interpretiert. Bei Steinhoff ist es immer so was zu schön um wahr zu sein passiert nie. Wie auch die Hoffnung auf einen Haircut der Schulden. Den wird es leider auch nicht geben.

Da mein Posting gerade wegen den Kapitalmaßnahmen stark kritisiert wurde ich aber auch keine sinnvolle Begründung bekommen hatte warum diese nicht kommen sollten möchte ich hier noch mal nachhacken. Was ich Forum nicht ganz verstehen. Zu 99% werden nur bla bla Postings veröffentlicht und es gibt wenig Analysen wie dir von mir. Würde es da mehrere Analysen könnte man meine auch etwas optimieren. Was mich auch wundert, dass ich mich anscheinend viel mehr mit der Firma beschäftige obwohl ich im Vergleich zu der Masse im Forum nur einen Bruchteil der Aktien habe.

Warum gehe ich von Kapitalmaßnahmen aus?

Steinhoff kann mit Asset Verkäufen einen Teil der Schulden begleichen. Es werden aber wenn gute Assets wie Pepkor Europe verkauft. Für die restlichen Vermögenswerte wird es dann schwer möglich die Schulden zu begleichen bzw. Zinsen zu bezahlen. Desto schlechter die Assets desto höher auch der Zinssatz.

Steinhoff hat folgende Beteiligungen mit sagen wir einen ungefähren Wert.

Pepkor Europe: 3,5 -4 Mrd.
Pepkor: 2,3 Mrd.
Mattress: 0,5 Mrd.
Conforama, Australien und Other laufen nicht gut. Hier würde es wenn sehr schwer einen Käufer zu finden. Am besten läuft noch Australien. Diese ganzen Bereiche sind wohl auch nicht mehr als 500 bis maximal 1 Mrd. Wert.
Cash: mit den Forderungen sagen wir gute 2 Mrd.

Am Ende des Tages haben die Vermögenswerte einen Wert von sagen wir ca. 9,5 Mrd. Euro vs. alleine beim CVA Schulden von in Kürze 10 Mrd. Eine sehr enge Partie mittlerweile.

Wie will man mit dem Verkauf von Vermögenswerten die Schulden signifikant senken das damit immer noch substantielle Vermögenswerte vorhanden sind? Speziell die schlechten Assets (Conforama, Other) wollte auch niemand kaufen.

Kommen wir jetzt zum EBIT/Dividende. Erwartetes EBIT oder Dividende zB für 2020 was zur Verfügung steht für Zinszahlungen.

Pepkor Europe: 260 Mio.
Pepkor: 60 Mio. (Dividende)
Australien, Conforama und Other in Summe negativ.
Mattress wird wohl auch keine Rückflüsse an Steinhoff leisten.
Holding Kosten: -30

Bleibt unter dem Strich ein EBIT: 290 wenn zumindest die negative Bereiche eine schwarze Null schaffen. Schulden von 10 Mrd. alleine aus dem CVA. Man darf nicht vergessen, dass die operativen Töchter ja eigene Schulden auch noch haben. Gerade bei Mattress und Conforama gibt es Finanzierungen mit 10% Zinsen da wird es noch länger dauern bis hier Rückflüsse an den Konzern geleistet werden können. Bei Conforma dürften wenn die Gläubiger die Option ein Teil der Schulden verschwinden (die genauen Konditionen sind meiner Meinung nach nicht bekannt). Hier wird man aber so schnell auch kein Geld rausbekommen.

Das für mich beste Szenario (meine Meinung ohne natürlich den perfekten Inside in die Firma zu haben aber einfach das was ich mir denke) wäre für Steinhoff wenn nur die Beteiligungen verkauft werden wo man schnell Geld rausbekommt und damit auch Eigenkapital gehoben werden kann (Verkauf über Buchwert). Mattress wäre der perfekte Kandidat. Überall anders erscheint es mir sinnvoller das EBIT im nächsten Jahr massiv zu steigern um damit eine höhere Basis zu haben und damit die Schulden zu refinanzieren. Eventuell macht es Sinn einen Teil von Pepkor zu verkaufen da man da halt nur die Dividende rausbekommt. Es wäre halt sinnvoll wenn Pepkor höhere Dividenden leistet. Aktuell ist der Kurs halt sehr tief. Eventuell macht es Sinn wenn ein Ankeraktionär sich mit 20% an der Firma beteiligt und dafür einen Aufschlag zahlt. Steinhoff hätte dann immer noch zumindest 50%.

Man darf bei der Betrachtung des EBIT auch nicht vergessen das man Steuern auch noch zahlen muss. Am Ende wird es bei einem EBIT von 290 und auch wenn dieses auf 350 ansteigt sehr schwer CVA Schulden von 10 Mrd. zu refinanzieren. Natürlich werden die Schulden auch um mind. 2 Mrd. sinken durch die Tilgung der Schulden. Haircut wird es aber keinen geben da dieser explizit von Steinhoff schon verneint wurde. Wenn dann aber sagen wir 8 Mrd. Schulden übrig  bleiben um diese zu refinanzieren und man auch ein Eigenkapital von 0 oder negativ hat (abhängig ob zb Mattress verkauft wird) wird es nicht einfach diese Schulden so zu refinanzieren damit man unterm Strich immer noch einen Gewinn übrig bleibt. Ausschließen würde ich es aber auch nicht, da die Zinsen zumindest aktuell sehr tief sind und insbesondere mit 2 mal Pepkor eine gute Wachstumstory den Banken verkauft werden kann.  Dafür wäre es halt sehr wichtig die Kontrolle über Pepkor Europe zu behalten. Das wird meiner Meinung nach für uns ganz wichtig. Aber wahrscheinlicher ist es für mich nun das zumindest ein Teil der Schulden in Eigenkapital getauscht wird.

Was man auch noch nicht abschätzen kann die Auswirkungen der Klagen. Ob dadurch die Schulden weiter ansteigen.

Also erscheint es derzeit für mich sinnvoll wenn die Gläubiger sagen wir 1 Mrd. der Schulden (Das wären im Grunde auch nur die Zinsen für ein gutes Jahr) in Eigenkapital wandeln. Damit übernehmen sie die Kontrolle der Firma. Und Steinhoff hat dann mehr Eigenkapital und kann die restlichen Schulden billig mit Banken oder am Kapitalmarkt refinanzieren. Und die Hedgefonds wären dann auf der FK Seite draußen.

Was viele  nicht vergessen dürfen die Hedgefonds agieren nicht wie Banken. Ein Bank will niemals den Vermögenswert und tut auch alles damit der Schuldner die Zinsen auch bezahlen kann. Für Steinhoff war es der Worst Case das Hedgefonds die Schulden übernommen haben da diese viel aggressiver sind. Die Banken hätten von Steinhoff vermutlich niemals die 10% Zinsen verlangt. Die waren ja sogar bereit mit Verlust zu verkaufen. Und die Hedgefonds wollen die Vermögenswerte von Steinhoff. Wenn ich Gläubiger bin dann will ich die 2 Pepkor Perlen haben am besten noch die Kontrolle über diese Firmen. Deswegen haben die Hedgefonds wohl auch nie Aktien gekauft weil damit der Kurs gestiegen wäre. Für die Hedgefonds ist es das beste Szenario Steinhoff ausbluten zu lassen und wenn der Kurs sehr tief ist die Schulden in Eigenkapital tauschen und damit die Kontrolle zu erlangen.

Die Gläubiger werden bei Steinhoff einige Mrd. verdienen und das ist genau das Kapital was uns als Aktionär abgeht. Und Steinhoff wird irgendwann kommen wie bei Thomas Cook aktuell. Es ist leider notwendig damit die Firma endgültig über dem Berg ist.

Und bitte nicht vergessen, wenn die Gläubiger zumindest zu einem Kurs von 0,05 Euro in die Firma einsteigen sehe ich hier noch Potential das der Kurse zumindest auf 0,12 Euro geht. Also würde ich hier wie viele andere immer noch mit Gewinn rauskommen. Bei aktuell -44% am Depot wäre ich persönlich damit zufrieden. Es war halt ein Zock der auf Gläubiger Seite funktioniert hat auf Aktienseite halt weniger. Am Ende glaube ich wäre die Masse im Forum wohl auch sehr glücklich hier noch ohne Verlust rauszukommen. Und für die mit einem eher tiefen Kaufkurs sollte es sich ausgehen.

Was meiner Meinung halt jetzt wichtig wäre, dass das Management nach guten Q3 zahlen auch kauft um ein positives Sentiment in die Aktie zu bringen. Falls das Management Im September nicht kauft für mich ein sehr negatives Zeichen.

Und was man bitte nicht vergessen darf Steinhoff steht heute viel schlechter da als vor 1 Jahr. Zumindest aus einer bilanziellen Sicht. Insolvenz ist heute weniger wahrscheinlich als vor 1 Jahr aber auch vor 1 Jahr ist nach der Ankündigung der Rettung auch keiner mehr von einer Insolvenz ausgegangen. Damals hatten wir noch einen Buchwert von 0,58 Euro und eine Rettung durch die Gläubiger. Das hat kurzfristig der Aktie Schub verliehen. Dann hat es noch die Mattress Abwertung bzw. den Mattress Deal gegeben, viele Verzögerungen, Conforama negative Entwicklung, Australien hat sich massiv verschlechtert und heute 1 Jahr später haben wir einen Buchwert von -0,23 je Aktie und Schulden alleine aus dem CVA von 10 Mrd. und nicht nur die Schulden aus dem CVA haben 10% Zinsen sondern auch jene von Mattress und Conforama. Da wird es dann schwer eine gute Story für neue Investoren zu haben. Zumindest Mattress und 2 mal Pepkor hat sich solide entwickelt.

Im moment ist die Stimmung der Aktie im Keller. Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten.
1. Gute Q3 zahlen, Management käufe, Lösung der Klagen. Damit positive Stimmung und Aktienkurs steigt. Dann wäre eine Kapitalerhöhung viel weniger problematisch.
2. Management kauft keine Aktien, auch keine weitere News. Klagenlösung dauert und Wochen vergehen ohne news Aktienkurs sinkt da niemand interesse hat zu kaufen und immer wieder Leute verkaufen. Abwärtsspirale entsteht.

Auf alle Fälle werden die nächsten Monate sehr spannend.

Alles Liebe,
Helmut
 

19.08.19 10:32
1

17169 Postings, 4231 Tage Trash#201133

" Ehrlich gesagt würde ich es an seiner Stelle auch versuchen mit allen Mitteln den Deal rückabzuwickeln."

Vermutlich. Immerhin hat er sich (wissentlich?) verzockt und sieht nun , wie seine Investition zum Pfand von Gläubigern wird, denen  er Heuschreckenmentalität zutraut. Da geht's ihm im wesentlichen aber kaum anders als so ziemlich jedem Altaktionär...mit dem Unterschied, dass andere Aktionäre nicht mehr als nur einen groben Wink mit bekamen, dass hier was nicht stimmt. wie auch, ohne soviel Tiefblick wie ein AR.

Wie will Wiese eigentlich bzw. seine Entitäten den Milliarden -Cash Anteil aufbringen, die sie an Steinhoff bei einer Rückabwicklung zahlen müssten ? Ist ja nicht alles in Shares bezahlt worden. Die hat er übrigens auch nicht mehr.

 
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100 % food speculation free - Don`t let your money kill people ! Respect Africa !

19.08.19 10:36
1

1086 Postings, 616 Tage taube16Helmut

Kurz gesagt, so wie man steinhoff kennt, wirds option 2 werden....  

19.08.19 10:37
2

945 Postings, 878 Tage gewinnnichtverlustKursverlauf - persönliches Empfingen vs. Fakten

Persönlich habe ich das Gefühl, jeden Tag einen roten Kurs bei Steinhoff zu sehen. Irgendwie frustrierend, aber ist im Moment bei mir einfach so.

Jetzt habe ich mir einfach einmal die letzten 30 Tage angeschaut, und eigenartigerweise zähle ich 11 grüne Tage und 11 rote Tage. Die Fakten passen einfach nicht zur Gefühlslage.

Noch ein Fakt: Wir sind von 0,08 auf 0,061 gefallen, aber das ist ja nichts neues.

Geht es Euch vom Gefühl her gleich?



 
Angehängte Grafik:
kurs_gruen_rot.jpg (verkleinert auf 80%) vergrößern
kurs_gruen_rot.jpg

19.08.19 10:38
4

177 Postings, 510 Tage poelzi02Wallstreetkni

"Rot ausgewiesen heisst verkauft.
Grün ausgewiesen heisst gekauft.
Das ist doch ganz einfach.
Also bitte etwas mehr bei der Wahrheit bleiben . Oder ist minus bei dir auch plus.
Es ist alles gesagt."

Vollkommen Richtig. Du hast damit alles (über dich und deine Verständnis vom Handel) gesagt.  

19.08.19 10:38
14

209 Postings, 208 Tage stksat|229185074zum Thema Klagen

Guten Morgen,

ich habe mir heute mal Gedanken zu der uns bekannten Aktionärsstruktur gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass unser Hauptaktionär PIC (mit rund 10% der Aktien) im Gegensatz zu anderen shareholder- und vendor-claims zwar auch juristische Mittel in Betracht zieht, man bis dato jedoch noch keine Schadenersatzforderungen gestellt hat. Laut Steinhoff hat der PIC mit zehn anderen "Investoren" (wäre interessant zu erfahren um welche es sich hierbei handelt!) in den Niederlanden im Februar 2019 die Forderung gestellt, dass es eine Untersuchung geben soll, welche zum einen die Vergangenheit vor dem Skandal, als auch jene Schritte die danach unternommen wurden durchleuchten soll. Darüber hinaus will man auch ein unabhängiges Mitglied im Aufsichtsrat nominieren, welches die Kommunikation mit den Aktionären verbessern soll (Halbjahresbericht 2019, Seite 84).

Das erste Hearing wurde ja für Ende Mai angepeilt, jedoch dann auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Vermutlich wartet man hier die Phase 2 der PwC Untersuchung ab, da wohl zwei parallele Untersuchungen wenig Sinn machen.

Was mich allerdings positiv stimmt ist die Tatsache, dass unser Hauptaktionär inkl. zehn weiteren Aktionären im Gegensatz zu Wiese und anderen Klägern scheinbar keine finanzielle Ansprüche erhebt. Man könnte genauso gut seine (mittlerweile fast wertlosen) Aktien verkaufen und wie andere Altaktionäre auf Schadenersatz pochen. Tut man aber nicht, sondern verlangt nur mehr Transparenz. Somit ist der PIC in gewisser Weise auch auf unserer Seite, denn er zwingt Heather Sonn im Grunde ihr Versprechen vom Investor Day - bei dem sie für die Zeit nach der CVA Implementierung mehr Transparenz zugesagt hat - auch wirklich wahr zu machen. Ansonsten werden PIC et al. diese Transparenz durch ein zusätzliches Aufsichtsratsmitglied erzwingen.

Auch was die Ansprüche von Wiese betrifft bin ich sehr zuversichtlich. Zum einen herrscht ja vermehrt die Meinung, dass seine Ansprüche ohnehin keinen Rückhalt haben, zum anderen gehe ich davon aus, dass diese Klage im Grunde nur Selbstschutz von seiner Seite war, um nicht selbst in die Schusslinie zu geraten. Auch seine jüngsten Aussagen stimmen mich positiv. In einem Interview mit Reuters hat er im März 2019 folgende Aussage getroffen:

“I would expect Steinhoff to give me back my money, and I will give them back their worthless shares (...) But everybody knows the company does not have that kind of money, so our approach has been that the only way forward is for all the stakeholders to sit around the table and reconstruct the company,”

"Ich würde mir erwarten, dass Steinhoff mir mein Geld zurückgibt und ich würde ihnen im Gegenzug meine wertlosen Aktien zurückgebe (...) Aber jeder weiß, dass das Unternehmen dieses Geld nicht hat, darum ist es unser Ansatz, dass es das einzig weitere Vorgehen sein kann sich mit allen Stakeholdern an einen Tisch zu setzen und das Unternehmen wieder aufzubauen."

Quelle: https://uk.reuters.com/article/...-over-4-billion-claim-idUKKCN1QZ0YF

Das klingt für mich danach, als ob Wiese seine Drohung nicht wahr machen wird. Interessanterweise hat auch das Management nie ein Fünkchen Kritik an Wiese geübt und ihn immer außen vor gelassen. Man hätte ihm ja genauso gut Versagen in seiner Funktion als Aufsichtsrat vorwerfen können - hat man aber nicht. Darum glaube ich, dass dieser Anspruch nur ein öffentlichkeitswirksamer Schachzug von Wiese ist, der nur so lange bestehen wird, bis die Phase 2 der PwC Untersuchung abgeschlossen ist und es sich abzeichnet, dass ihn keiner klagen wird.

Aus meiner Sicht wäre das auch die beste Strategie des Managements, denn es ist besser Wiese gemeinsam mit dem PIC als Verbündete zu haben. Wenn sich die Aktionäre und das Management gegenseitig zerfleischen, dann freuen sich die Gläubiger, die weiterhin ihre Zinsen kassieren. Tritt man einigermaßen geschlossen auf hat man zumindest eine Verhandlungsposition und eine Chance, dass diese Hauptaktionäre einen Teil ihrer Verluste wieder sehen.

Die Frage ist zudem was die Altaktionäre von einem zusätzlichen Aktienpaket hätten, sollte man sich entscheiden ein solches als Entschädigung zu leisten (Zahlungen wird man kaum tätigen können, da jeder Cent in die Tilgung bzw. vorerst in die Zinszahlungen fließen muss). Ich kann nicht einem Altaktionär ein Aktienpaket zugestehen, dem anderen aber keines oder ein  verhältnismäßig geringeres. Wenn man jetzt anfängt Aktien an die geschädigten zu Verteilen, dann haben die nicht besonders viel davon, denn das einzige was man damit bewirkt ist, dass die Aktien die sie noch halten auch noch zusätzlich verwässert werden.

Das Management befindet sich bei dem ganzen Spiel in einer interessanten Mittlerposition zwischen Altaktionären und Gläubigern. Im Grunde kann man beide Stakeholdergruppen gegeneinander ausspielen: Wenn die Altaktionäre nicht mitspielen, dann geht die Bude flöten und die Gläubiger bekommen nur einen Teil ihres Kapitals zurück und können sich die Zinsen in die Haare schmieren. Spielen die Gläubiger nicht mehr mit, dann gehen die Altaktionäre ganz leer aus. Somit hat Wiese in seinem Interview den Nagel ziemlich gut auf den Kopf getroffen: Nur wenn sich Gläubiger und (Alt-)Aktionäre zusammen an einen Tisch setzen und dafür sorgen, dass Steinhoff eine Zukunft hat, dann können beide Seiten profitieren. Tun sie das nicht, dann verlieren beide.

Davon einmal abgesehen: Wenn hier davon ausgegangen wird, dass die Gläubiger es auf einen Debt-to-Equity Swap anlegen, dann einmal bitte aus dieser Perspektive betrachten. Die Gläubiger könnten sich bei der aktuellen Marktkapitalisierung von Steinhoff von rund 260 Mio. EUR mit ihren 860 Mio. EUR PIK Zinszahlungen im Jahr drei "Steinhoffs" kaufen. Sie fahren also mit den Zinsen ziemlich gut und können mit einem Teil der Zinsen auch noch am Markt billig Aktien kaufen um auch noch in einer Zeit nach den PIK Zinsen am Unternehmen mit zu naschen (sofern sie das wollen und/oder nicht schon längst tun).
 

19.08.19 10:40
1

2090 Postings, 3826 Tage trancetraiderAktie überverkauft und außerhalb Bollinger........

Kann auch schnell mal hochgehen...........  

19.08.19 10:43

351 Postings, 187 Tage Aktien_Neuling@Helmut

Wieder sehr viel Inhalt.
Gebe ehrlich zu, das ist mir zu viel zum Lesen und zum verstehen :-)
aber die Profis werden es schon analysieren.  

19.08.19 10:45
9

119 Postings, 166 Tage Damage@Helmut84 - Posting #201134

Vielen Dank für Ihre Analyse. Ich persönlich denke, dass es viel einfacher ist, als Sie sich vorstellen können.

a) Wenn ein Vergleich zustande kommt, steht einer Refinanzierung nichts mehr im Wege. Der Kurs findet seinen Weg nach oben.
b) Wenn mit den Klager keine Einigung erzielt wird, erlischt das Licht langsam.

Die Geschäftsführung hat alle Parteien schach gesetzt. Jetzt will niemand die position Schachmatt bekommen.
Das Messer liegt allen Parteien am Hals. Auch bei den Gläubigern (nür 60% Asset Backed abzüglich Abwicklungskosten, der Rest 40% ungesichert + Abwicklungskosten wäre daher der maximale Verlust für die Gläubiger). Bei EUR 10 Milliarden ausstehenden Krediten würde sich jedes Unternehmen, sogar jede Bank, so fühlen. Das ist die "Schönheit" dieser Situation für die SNH NV Holding, die Gläubiger verlieren +/- 4 Milliarden -/- Abwicklungskosten wenn es schief geht. Too big to fail? (Und ja auch ich weiß, dass die HF die Schulden für viel weniger als den Nennwert gekauft haben.)

Denken Sie daran, dass z.B. die CoBa beispielsweise auch eine aufsichtsrechtliche Bank war beim IPO in DE und daher auch ein direktes Interesse an einem erfolgreichen Abschluss hat (Ich weiß, dass die HF jetzt der Gläubiger sind, nicht die Banken. Dies ist nur ein Beispiel für die darin enthaltenen Lösungsanweisungen).

Managementkaufe, bewertung IPO Pekpor EU usw. sind Lärm auf der Leitung, sind meinetwegen die praktische Durchführung von Angelegenheiten. Wichtig, aber nicht entscheidend. Auf alle Fälle werden die nächsten Monate sehr spannend, das stimme ich voll und ganz zu.  

19.08.19 10:46
6

1694 Postings, 634 Tage Der Paretowallstreet: ???

"Rot ausgewiesen heisst verkauft.
Grün ausgewiesen heisst gekauft."

... jetzt würde mich noch interessieren was Grau heisst...

   

19.08.19 10:47

104 Postings, 78 Tage brunotheoneDer August

ist ja bekanntlich eh nicht der beste Monat an der Börse. Anfang September gehts hier wieder entspannt nach oben. Von dieser ganzen Hysterie lasse ich mich nicht beirren. Heute noch mal nachgekauft und das mit einem sehr guten Gefühl.  

19.08.19 10:51
7

238 Postings, 766 Tage Hanswurst-DrölfMoment mal

Wenn ich aus dem Bid kaufe und der Kurs dadurch gegenüber der vorherigen Kursstellung sinkt - dann habe ich eigentlich verkauft?

Verdammte Hacke, ich dachte immer ich kaufe die unten raus - stattdessen verhöker ich die unbewusst :(

Wer diesen Post ernst nimmt muss nächste Woche Szene's Dienstplan schreiben.  

19.08.19 10:52
1

27 Postings, 144 Tage TomFordKlagen...

https://www.luther-lawfirm.com/uploads/tx_fwluther/3211_02.pdf

Rechtlich gesehen kann man Aufsichtsratsmitglieder  voll umfänglich selbstschuldnerisch haftbar machen....Grade weil Aufsichtsrat die übergeordnete Kontrollfunktion der AG ist.

Wiese sitzt weil bis 12/17  Aufsichtsratsvorsitzender voll mit im Boot. Der muss sich selbst verklagen.

 

19.08.19 10:57
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2036 Postings, 586 Tage prayforsteini@Pareto

Grau bedeutet gehalten, also long.  

19.08.19 10:59
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2105 Postings, 545 Tage Mysterio2004@ Helmut84

Um Kapitalmaßnahmen in Reichweite zu bringen, müsste die Gesellschaft doch erst einmal dazu im Stande sein einen seriösen ROI aufzuzeigen, davon sind wir bewertet an den aktuellen Informationen doch nun leider meilenweit entfernt.

Dazu Bedarf es einfach Verbindlichkeit in den noch offenen Punkten, sprich Klagen und Verzinsung.

Die hier gesetzte Verzinsung ist toxisch und ohne haircut geht die Nummer hier im Leben auch nicht auf, der Schuldenstand muss runter auf ein tragfähiges Niveua und da spielt auch der cut eine Rolle und ich betone es gerne nochmals, es gibt hier keine Hoffnung auf einen cut, sondern es gibt einfach eine kühle Erwartungshaltung zu einem cut, ansonsten ist das Vorgehen des Managements einfach von vorne bis hinten nicht zum Wohle der Gesellschaft ausgefallen.

Die Gesellschaft hat im Rahmen der Restrukturierung viele Eingeständnisse in Richtung der Gläubiger getätigt und man kann auch nicht mal eben weil gerade schlechtes Wetter ist 50 % Assetbeteiligungen verschenken und hochverzinste frische Fremdkapitalmittel als gerechtfertigte Gegenleistung ansetzen, wo sind wir denn hier? Wenn wir nun davon ausgehen sollen, dass das was wir aktuell an Informationen vorliegen haben das finale Resultat sein soll, ja dann hätten wir tatsächlich auch eine Bande Affen auf Seiten von Steinhoff in die Verhandlungen setzten können, dies wäre un deutlich günstiger gekommen, denn die hätten wir bereits mit ein paar Bananen pro Tag entlohnen können.

Ich schließe Kapitalmaßnahmen auch beileibe nicht aus, mein Reden war immer, dass diese Maßnahmen nicht vor 2020 in Reichweit kommen, da halt kein ROI aufgezeigt werden kann, jedoch muss ich sagen dass nach jetzigem Informationsstand und unter Annahme das sich an den Informationen die wir aktuell vorliegen haben keine maßgeblichen Optimierungen mehr ergeben auch mit Hinblick auf 2020 keine Kapitalmaßnahmen zu erwarten sind, weil einfach niemand da ist der diese Maßnahmen begleitet.
 

19.08.19 11:01

11382 Postings, 2556 Tage H731400@Helmut Dein worst case

Hedgefonds bluten SH aus etc...Dann hätte man keine 400 Mio für Berater ausgeben dürfen und hätte Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden müsse im Dez. 2017. Die Hedgefonds hätten dann die 4.3 Mrd Aktien aber SH wäre schuldenfrei.

Wäre aber auch kein guter Deal gewesen für die H7 !  

19.08.19 11:05
4

257 Postings, 541 Tage Helmut84@Mysterio2004:

Jedoch muss man einfach mal verstehen das die Verhandlungsposition von Steinhoff in dem Fall beileibe nicht so schlecht war, hätte Steinhoff die Sicherheiten nicht erhöht usw. und sofort dann hätten sie den Gläubigern auch mal richtig weh tun können, Fakt ist aus Sicht der Gesellschaft und dementsprechend der Gesellschafter der Steinhoff International ist der Gesamtdeal der finanziellen Restrukturierung Stand jetzt unverträglich, da hätte man wirklich schon besser die harte Verwertung der SEAG und Steinhoff Finanz durchziehen können, da hätte die Interntaional Holding inklusive Ihrer Gesellschafter zwar auch hart dran zu kauen gehabt aber man hätte es überlebt und die Gläubiger hätten sich halt mit Gott und der Welt um die Rummel Assets der Steinhoff Finanz und SEAG prügeln dürfen dadurch wäre Ihre Quote deutlich geriner gewesen und die Abwicklung hätte sich über Jahre hingezogen. Somit prifitieren die Gläubiger immens von der getroffenen Einigung und demnach muss da einfach noch was für die International Holding rausspringen, ansonsten hat das Management inklusive dem CRO von dem ich grundsätzlich eine sehr hohe Meinung habe auf ganzer Linie versagt!


.....

sehe das komplett wie du. Wären die Zinsen aus dem CVA bei 5%. für die Hegefonds immer noch sehr attraktiv hätten wir nicht mal das ganz große Thema wegen Refinanzierung. Dann wäre der Aktienkurs aber auch ein anderer.

Das ist auch für mich das größte Rätsel wie es die Gläubiger geschafft haben Kredite mit Abschlag zu kaufen, Sicherheiten hoch fahren und 10% Zinsen abstauben.

Aber nachdem ein Haircut von Steinhoff selbst ja schon vereineint wurde wüßte ich nicht wie es hier noch ein Entgegenkommen der Gläubgiger geben könnte. Maximal über eine gute Refinanzierung. Gibt aber auch keine rechtliche Verpflichtung durch irgendwelche Verträge. Also ist es wohl zu 99% zum ausschließen. Leider. Genau die 10% Zinsen brechen uns aktuell das Genick.

Was glaubst du könnte hier noch kommen?




 

19.08.19 11:08

3628 Postings, 591 Tage STElNHOFFKE

1 Mrd. Aktien für die Gläubiger, im Gegenzug Zinssenkung auf 5%  

19.08.19 11:09

3628 Postings, 591 Tage STElNHOFF2 Mrd

Senkung auf 4%       ;-)  

19.08.19 11:11

1332 Postings, 607 Tage LazomanMagagement

Als ich sagte dass das Management pfeifen sind haben mich hier sehr viele mit schwarzen Sternen beworfen.
Entweder man hat einen Plan oder man war echt dumm.
Die Zeit wird es zeigen  

19.08.19 11:13
5

11382 Postings, 2556 Tage H731400@Mysterio&Helmut

Die 10% Zinsen laufen erst ab dem effective Date und werden deswegen rückwirkend gut geschrieben, bitte schaut euch den post von  Gangsta an. Aber so erzeugt man maximalen Druck auf die Kläger. Ganz dumm sind die Berater auch nicht.    

19.08.19 11:14
1

929 Postings, 465 Tage Cognoidohne das Management

wären wir schon längst in einer vollen Insolvenz der Holding..


"The team certainly comprises a world-class group of individuals. The results presentation provided ?outsiders? with a glimpse of their skills and commitment. That nobody has yet pressed the liquidation button is testimony to those skills and commitment."

 

19.08.19 11:15
3

2726 Postings, 334 Tage Dirty JackRummel Assets

Musste eben schmunzeln diesbezüglich, schließlich beziffern sich diese als Security Assets eingesetzte Rummel Assets auf bisher 7,6 Mrd ? plus X für die SEAG.
Plus X deshalb, da 3 Positionen noch nicht erfasst wurden.
 

19.08.19 11:16

134 Postings, 641 Tage etf_like@H7

"Die 10% Zinsen laufen erst ab dem effective Date und werden deswegen rückwirkend gut geschrieben, bitte schaut euch den post von  Gangsta an. Aber so erzeugt man maximalen Druck auf die Kläger. Ganz dumm sind die Berater auch nicht."

wurde díeser Verdacht schon durch die IR-Leute bestätigt??

 

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