...aber ich bekenne mich ja schuldig
Karlchen, die gängige Deflationstheorie, dass sich Leute mit Käufen zurückhielten halte ich für Unsinn. Kennst Du irgendjemanden, der sich bei Anschaffungen ernsthaft darüber Gedanken machte, ob das Produkt im nächsten Jahr nicht vielleicht 2% billiger wäre? Er müsste dann auch noch bereit sein, ein Jahr auf den Gebrauchswert zu verzichten, den er schon heute realisieren könnte um im nächsten Jahr wenn er mit seiner Einschätzung Recht behalten sollte 2%, was er nicht sicher wissen kann, zu sparen. Bei Investitionsgütern müsste er zudem bereit sein, noch ein Jahr lang auf die Rendite zu verzichten, die er damit schon heute erwirtschaften könnte um im nächsten jahr u.U. ..... Nein, es müsste sich schon um eine galoppierende Deflation handeln, damit solch eine panische Zurückhaltung einsetzte. Die Angst vor Deflation halte ich für nicht minder übertrieben als die vor der Inflation. In geringem Maß um und bei +-2% kann man mit beiden Szenarien m.E. wunderbar leben.
Warum man aber lieber 2% Inflation als Deflation sehen möchte hängt nicht mit der mutmasslichen Konsumentenhaltung sondern mit der Wirkung auf die relative Höhe von Verschuldung zusammen. |