Da stimmt was nicht - Geschäftsmodell oder Bilanzierungsmethoden?
Mit der gestern vorgelegten Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 2013 wieder einiges Investorenvertrauen verspielt. Der ausgefallene und fest eingeplante Janssen-Meilenstein hat ein tiefes Loch in der Jahresbilanz 2013 hinterlassen. Infolgedessen wurden signifikante Wertberichtigungen auf das auf der Kippe stehende Janssen-Forschungsprojekt vorgenommen, die zu einem gewaltigen operativen Verlust von 21,4 Mio. Euro geführt haben. Unterm Strich türmte sich ein Jahresfehlbetrag von 25,4 Mio. Euro auf. In sechs der vergangenen acht Jahre hat die Evotec AG Verluste erwirtschaftet. In fünf der vergangenen acht Jahre kam es zu kolossalen Verlusten beim operativen Ergebnis von -31,7 Mio. Euro (2006), -15,4 Mio. Euro (2007), -76 Mio. Euro (2008), -44,8 Mio. Euro (2009) und eben -21,3 Mio. Euro (2013).
Diese Zahlen sind natürlich alles andere als vertrauenserweckend. Wie kann so etwas sein? Als Wirkstoffforscher mit zahllosen Projektpartnern aus dem Who-is- Who der Pharmabranche sollte man sich doch zumindest seine fixen Kosten bezahlen lassen. Sollte es dann wirklich mal ein Wirkstoff bis zur Markzulassung schaffen oder gar zum Blockbuster werden (leider fehlt davon in den vergangenen acht Jahren jede Spur), dann sollte es eine saftige Prämie in Form von Umsatz- und Ergebnisbeteiligungen on Top geben. Wir gehen mal davon aus, dass die Evotec AG ein solides Geschäftmodell hat. Dann sollten wir dies als gegeben betrachten.
Wie lassen sich dann die horrenden Verluste beim operativen Ergebnis wie zuletzt das kolossale Minus von -21,4 Mio. Euro erklären. Offensichtlich sind diese Verluste durch die progressive Bilanzierungspolitik der Evotec AG zu erklären. Das dicke Minus für 2013 ist auf die Abschreibungen auf die immateriellen Vermögensgegenstände auf das auf der Kippe stehende Janssen- Forschungsprojekt zurückzuführen. Die Bilanzierungsansätze werden gewiss absolut regelkonform sein, dennoch scheinen hier erhebliche Bewertungsrisiken zu schlummern.
Unterm Strich fehlt bis heute jeder zählbare Erfolg, der sich auch in der Gewinn- und Verlustrechnung der Evotec AG niedergeschlagen hätte. In der Nachbetrachtung ist der FaktenCheck der Evotec AG niederschmetternd. Bleibt lediglich die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die stirbt bekanntlich zuletzt. |