ist letztendlich die Grundlage des hohen realen Wachstums und der dementsprechend auch höheren Bewertung des Aktienmarktes. Deshalb ist die Aussage, dass der Aktienmarkt der Realwirtschaft davongelaufen wäre, falsch.
Am Aktienmarkt werden Unternehmen mit einem höheren Wachstum nunmal auch höher bewertet.
Ohne dieses hohe Handelsdefizit wäre das nicht möglich gewesen, denn mit dem Handelsdefizit haben sich die USA mehr Werte ins Land geholt als sie selbst produziert haben oder konnten.
In Dtl. sind wir den umgedrehten Weg gegangen, wie habe deutlich mehr produziert, haben Werte geschaffen, doch den Großteil dieser Werte in die USA abgegeben. Deshalb konnte Dtl. auch nicht so dynamisch wachsen und damit Kapital anziehen.
D.h. die Magie des Erfolges der USA beruht nunmal auf die Dollarschwemme und dem hohen Handelsdefizit, die es erst ermöglichte, einen Wertzuwachs über der eigenen Leistungsfähigkeit erreichen zu können.
Dass dieses Spiel Grenzen erreicht und nicht endlos auf diesem Niveau weitergespielt werden kann, dem stimme ich zu, doch zu glauben, man könnte das Handelsdefizit auf nahezu Null reduzieren, ohne dass es zu einem massiven Wohlstandsverlust und vor allem auch Wertverlust führen würde, halte ich für naiv und wird sich als fatale Fehleinschätzung zeigen.
Denn wenn das Handelsdefizit schwindet, kann man noch so sehr die eigene Produktion hochfahren, man wird nunmal nicht mehr als 100% produzieren können, damit die früheren Niveaus nicht ansatzweise mehr erreichen können. Man wird dadurch auch die hohe Ergebnisdynamik nicht mehr halten können, womit die höheren Bewertungen nicht mehr haltbar sein werden, so dass der Aktienmarkt allein durch diese Veränderung eine ganze Menge Luft nach Unten hat.
Hinzu kommt, dass der US-Konsument von den niedrigen Preisen importierter Waren lebt. Wird nun Produktion von Billiglohnländern wie Vietnam wieder in die USA verlegt, dann werden sich die Preise für viele Dinge des alltäglichen Lebens Verdoppeln, gleichzeitig wird der US-Konsument aber deswegen nicht mehr Geld verdienen. D.h. Unternehmen wie Nike, die werden nicht nur mit hohen Investitionskosten konfrontiert sein, sondern ebenso mit rückläufigen Verkaufszahlen, weil der US-Konsument angesichts der höheren Preise dann eben die Schuhe oder das T-Shirt länger trägt, verstärkt Alternativen wie Second Hand nutzt, usw. All das drückt die Perspektiven der US-Unternehmen.
D.h. ein deutlicher Wohlstandsverlust in den USA wird unter diesen Rahmenbedingungen unvermeidbar und vor allem sehr schmerzhaft sein.
Einen solchen Schritt zu gehen, ohne dass eine unmittelbare Notwendigkeit dazu besteht, ist einfach nur selten dämlich. Denn man kann dieses Spiel mit dem Handelsdefizit gut und gerne auch noch weitere 10 oder 20 Jahre spielen und es langfristig schrittweise gesenkt. Gleiches gilt auch für den Abbau des Staatsapparats. Man hätte kompetente Fachleute mit der Restrukturierung des Staates beauftragen können, so wie es auch Unternehmen in der Wirtschaft tun. Man hätte Ineffizienzen aufgedeckt und mit klugem Kopf den Staat smarter gemacht. Doch einfach Abteilungen zu schließen, ohne überhaupt einen Einblick in deren Arbeit zu nehmen, oftmals ohne zu wissen, was die überhaupt machen, wie will man dann eine kluge Entscheidung treffen? D.h. Entscheidungen werden eben nicht fachlich und pragmatisch, sondern rein ideologisch getroffen und sowas wird zu keinem guten Ergebnis führen. |