diesmal zum Thema Geschäftsmodell / Mitarbeiter
"CEO Blog
12. September 2011
Ich schreibe diesen Blog vom Marco Polo Flughafen in Venedig nach einem Termin mit unserem strategischen Partner, IBT Group. Wir hatten ein erfolgreiches Meeting über die künftige Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten und Entwicklungen, die wir in naher Zukunft veröffentlichen werden. Ich muss sagen, dass die Kooperation schon in der Startphase ein gutes Tempo aufnimmt, wie man an den kürzlich veröffentlichten Pressemitteilungen sehen kann.
Ein Grund dafür ist wohl, dass die beiden Unternehmen ein ähnliches Geschäftsmodel und eine vergleichbare Geschäftsstrategie teilen - sowohl IBT als auch Greenvironment können als Systemintegratoren klassifiziert werden.
Was bedeutet dieser Begriff? Wie wir wissen, können Unternehmen generell auf verschiedensten Weisen Geschäfte abschließen und das ist auch im Bereich der Energieerzeugung so. Jedes Geschäftsmodell hat seine Vor- und Nachteile und natürlich ist es für jeden Anteilseigner wichtig, das Geschäftskonzept der Firma zu verstehen, in die er sein Geld investieren möchte.
Das Angebot von schlüsselfertigen bzw. annähernd schlüsselfertigen Lösungen ist ein recht bekanntes Geschäftsmodell. In Deutschland gibt es viele Firmen, die auf diese Weise arbeiten; man hat ein Produkt, das man selbst produziert und über Vertriebskanäle anbietet. Bei diesem Geschäftsmodell profitiert man in der Regel am meisten, wenn man seine Produkte an „kleinere” Abnehmer verkauft. Die Integration in die Energieerzeugung (also beispielsweise der Verkauf von Strom und Wärme) ist allerdings etwas, das so nicht funktioniert und separat entwickelt werden muss.
Außerdem muss man darauf achten, das Geschäft stetig auszubauen; in osteuropäischen Ländern begegnet man einigen Schwierigkeiten, allein schon aufgrund der Tatsache, dass die lokalen Unternehmen ähnliche Lösungen zu einem geringeren Preis anbieten können und diese mit lokalem Service unterstützen. Vom finanziellen Blickpunkt aus, bedeutet dieses Geschäftsmodell einen relativ geringen Umsatz pro Mitarbeiter - jedes Produkt muss betriebsintern produziert werden. Zusätzlich bedeutet dieses Geschäftsmodell, dass Investitionen hauptsächlich in Gebäude, Maschinen und Personal getätigt werden müssen.
Die Welt der Systemintegratoren ist etwas anders, als die der produzierenden Betriebe. Ein typischer Systemintegrator wie Greenvironment, wählt hochentwickelte Technologien von verschiedenen Originalherstellern aus und steuert zu diesen Komponenten einen zusätzlichen Mehrwert bei, um ein neues Produkt zu designen. Im Fall von Greenvironment ist das eine KWK-Anlage. Das Kern-Know-how des Systemintegrators kann an der Dokumentation seiner Produkte und an den Mehrwertdienstleistungen gemessen werden, den er für seine Produkte anbietet.
In diesem Geschäftsmodell können niedere Arbeiten, wie die Fertigstellung der KWK-Anlagen ausgegliedert werden. Typische Systemintegratoren beschäftigen hauptsächlich einen Stamm an Fachingenieuren, um das technische Know-how vorzuhalten sowie Manager, um die Geschäftsentwicklung voranzutreiben.
Ein essentieller Teil, um das Geschäft weiterzubringen, ist es den richtigen Vertriebskanal (wie auch bei produzierenden Unternehmen) sowie lokale Partner zu finden, um in der Lage zu sein, leichtere Arbeiten in der jeweiligen Region ausgliedern zu können. Vom finanziellen Blickwinkel aus gesehen, bedeutet dies, dass Investitionen mehr für Projekte als für Maschinen gebraucht werden. Nachdem der Vertriebsplan für die jeweiligen Länder mit dem lokalen technischen Team aufgestellt wurde, wird klar, dass es nur weniger Personen bedarf, um unsere bedeutenden Umsatzziele zu erreichen.
Wie oben schon erwähnt, haben beide oben genannten Geschäftsmodelle ihre Vor- und Nachteile. Für die Anteilseigner ist es wichtig zu verstehen, was das Unternehmen macht. Ein gutes Beispiel: Wenn produzierende Unternehmen in neue Märkte expandieren wollen, müssen sie ihre Produkte aus dem eigenen Land - in Konkurrenz zu lokalen Marktteilnehmern - in den neuen Markt exportieren.
Für Systemintegratoren bedeutet die Expansion in andere Länder, den besten Partner in dem fremden Land zu finden, um mit den eigenen Produkten das Produktportfolio des Partners zu ergänzen. Es ist sehr hilfreich, wenn der Systemintegrator einen echten Mehrwertservice bietet, um Kundenanforderungen zu erfüllen.
Das wichtigste Produkt von Greenvironment mit dem größten Mehrwertservice ist wahrscheinlich das Know-how des SCADA-Systems. Hiermit haben die kommunalen Stadtwerke Zugang zu einem echten „Virtuellen-Kraftwerk“-Konzept. Die Anlagen können in Echtzeit gesteuert werden und reagieren auf sensibelste Signale der Energieproduktion. Es macht immer wieder Spaß, unser SCADA-System dem Kunden beispielsweise live auf einem Tablet-Computer zu zeigen - die positive Reaktion der Kunden ist immer wieder schön zu verfolgen." |