ich kann mit dir übereinstimmen, dass die Region Palästina geprägt ist durch verschiedene Volksgruppen, Religionen und vorallem Besatzungsmächten. Gerade das macht es ja so schwer, so etwas wie eine Zuordnung im Sinne von Völkern oder Nationen zu machen. Man kann daher schwerlich von den Palästinensern sprechen, aber genauso wenig von den Israelis und deren Ansprüchen oder Nichtansprüchen. Falsch liegst du aber damit, dass Palästina ein britsch geprägter Begriff sein soll. Ich denke ein chronologischer Abriss dieser Region zum besseren Verständnis tut daher Not.
Um 1300 v. Chr. werden Nomaden, s.g. Israeliten sesshaft.
Um 1000 v. Chr. beziffern sich die Dinge um König David und dessen Sohn Solomon, auf denen sich, ich bezeichne es mal als, die jüdische Mythologie gründet. Doch schon mit der Thronfolge Solomons zerfällt die Region in zwei Teile.
Jetzt folgen eine Reihe von Kriegen mit unterschiedlichsten Besatzern und Herrschaftsansprüchen.
Der Nordteil geht 722 v. Chr. an die Assyrer, der Südteil Juda 587 v. Chr. an Babylon Denen folgten im weiteren Perser, dann Alexander der Große usw. bis um kurz vor dem Jahre 0, die schon besser, da vom christlichen Glauben her bekannte, römische Besatzung folgte.
Nach dem letzten vergeblichen Aufstand der Juden im Jahr 135 n. Chr. wurden sie vertrieben, versklavt oder flüchteten. Beginn der Diaspora und seitdem wird die Region auch wieder als Palästina bezeichnet, was ursprünglich auf die Philister zurückgeht, mit denen man sich zu Zeiten Davids und Solomons gekloppt hat.
Dann folgte von rund 600 bis 1100 n. Chr. die arabische Herrschaft und die Islamisierung.
Dann kamen noch die Kreuzfahrer, die Mameluken und schließlich bis zum Ende des 1.WK das osmanische Reich.
Alles in allem eine Zeitspanne von 1850 Jahren, in denen der israelische (jüdische) Einfluss gar nicht mehr vorhanden war und davor rund 800 Jahren in denen er von Besatzern stark eingeschränkt wurde.
Trotz der Vertreibung hat jedoch der jüdische Glaube in der Diaspora überlebt. Insbesondere zionistische Kreise haben dann in der jüngeren Vergangenheit wieder verstärkt auf eine Neugründung des Staates Israel und eine Heimkehr gedrängt.
Mit der Zunahme der Progrome gegen Juden in Europa, fanden die ersten Einwanderungen polnischer und russischer Juden jedoch schon um 1880 statt. Zugleich auch eine verstärkte Diskussion darum in Europa. Mit dem britischen Mandat schien die Zeit wohl günstig und mündete dann in der s.g. Balfour-Deklaration, wo zionistische Kreise ihren Einfluss einbrachten. Hierzu das Schreiben von Arthur James Balfour, britischer Aussenminister, an Lord Edmond James Rothschild:
"Verehrter Lord Rothschild,
ich bin sehr erfreut, Ihnen im Namen der Regierung Seiner Majestät die folgende Erklärung der Sympathie mit den jüdisch-zionistischen Bestrebungen übermitteln zu können, die dem Kabinett vorgelegt und gebilligt worden ist:
Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei, wohlverstanden, nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung zur Kenntnis der Zionistischen Weltorganisation bringen würden.
Ihr ergebener Arthur Balfour"
Jetzt kamen die Dinge um die Neugründung des Staates Israels so langsam in die Gänge und in der nachfolgenden Zeit werden die Geschehnisse etwas verworren. Insbesondere Winston Churchill machte sich für die Belange der Juden stark, auch wenn insgesamt von den ursprünglichen Plänen dann nicht mehr viel übrig blieb und es bei den Handelnden zu Verwerfungen kam. Die arabische Seite, bzw die Arabische Liga stand den Plänen jedoch von Anfang an ablehnend gegenüber.
Als Quellen für diesen chronologischen Abriss habe mich ausschließlich auf Wikipedia beschränkt unter den Stichworten: Israel, Palästina und Balfour-Deklaration. |