Eben das denke ich auch. Am Ende des Tages kann die Angst vor einer Zinserhöhung deutlich ausgeprägtere Effekte (= Volatilität an den Märkten) haben, als nach einer Zinserhöhung dann tatsächlich entstehen.
Für Apple hat m.E. nur der Dollarkurs eine größere Relevanz - weil er im Ausland die Produkte teurer macht, und eben 2/3 des Umsatzes außerhalb des US Währungsraumes entstehen. Eine gute US Wirtschaft (= viele Jobst, viele Dollars in Umlauf) ist für Apple nur zu 1/3 beruhigend.
By the way: Ähnliches würde ich auch über Brexit vermuten - wenn die Briten rausgehen sollten, wovon ich eher nicht ausgehe, dann ist das kein Ad-hoc Prozess, sondern es dürfte einige Jahre dauern, bis das geregelt ist.
Was am Ende herauskäme, ist m.E. schwer abzuschätzen.
Aber die EU hatte mit der Eurokrise und Griechenland, Irland, Spanien und Portugal doch erheblich größere Probleme, und sie existiert teils weiterhin, wenn auch in abgeschwächter Form.
Daher denke ich, dass egal, wie die Briten entscheiden, die EU darunter nur kurzfristig leiden wird. Auch deswegen, weil sich die Briten ja immer als eher eigenständiger Teil der EU gesehen, und doch ziemlich oft auf der Bremse gestanden haben. De fakto ist die kulturelle Nähe zu den USA doch mitunter prägender, als zu Kontinentaleuropa.
Wenn sie wider erwarten die EU verlassen, könnten einige notwendige Prozesse in der EU vielleicht deutlich schneller vorangetrieben werden. Und ich meine damit nicht nur das Thema Datenschutz (Five Eyes), sondern insbesondere wirtschaftliche und politische Prozesse.
(In diesem Zusammenhang fiel mir vor einigen Tagen in einer Grafik auf, dass Italien bei Staatsanleihen, im Gegensatz zu vor einigen Jahren, wieder recht 'normale' Zinsen zahlen muss. Man erinnere sich, wie sehr Italien unter Druck stand, weil Italien als der Dominostein vermutet wurde, der letztenlich den Euro zum kippen hätte bringen können? Danach sieht es zurzeit nicht mehr aus.)
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