Ein weiteres Problem der Vorgehensweise Trumps ist die Tatsache, dass die Zölle von Morgen ganz Andere sein können als Heute. Für ein Unternehmen, welches mittel- bis langfristig planen muss, ist diese Art und Weise der Wirtschaftspolitik eine Vollkatastrophe und an sich schädlicher als die Zölle selbst. Denn wenn Unternehmen wüssten, dass diese Zölle auf Dauer bleiben werden, dann können sich Unternehmen und Lieferketten dementsprechend auch anpassen und mit den neuen Herausforderungen umgehen.
Doch man stelle sich vor, Nike würde seine Produktion nun wieder in die USA verlagern wollen. Man müsste sehr viel Geld investieren, würde neue Fertigungsstätten aufbauen und wenn diese dann zum Ende der Amtszeit Trumps gerade fertiggestellt sein werden, kommt die nächste Regierung und rollt diese Zölle wieder zurück. Für ein Unternehmen wie Nike eine Vollkatastophe, weil sie viel Geld investiert haben um eine Fabrik in den USA zu haben, welche dann unter den wieder neuen Rahmenbedingungen nicht mehr wettbewerbsfähig sein wird.
Deshalb werden vor allem Nicht-US-Unternehmen, dessen Anteil der USA vielleicht bei 10 oder 20, vielleicht 30% liegt, wahrscheinlich die Produkte nicht mehr in den USA verkaufen und ihr Geschäft auf die anderen Länder beschränken. Man würde die Kapazitäten weniger auslasten, evtl. ein paar Fabriken schließen und den Ergebnisrückgang schlucken.
Für den US-Konsumenten wird es bedeuten, dass die Produktvielfalt sinkt, die Preise für die verfügbaren Preise mangels Angebotengpass steigen werden, sich die Situation aus Sicht des US-Konsumenten deutlich verschlechtern wird. Und selbst in den USA produzierte Waren werden eine ganze Reihe von Zulieferteilen und Komponenten verwenden, welche günstig in China produziert werden. So das auch viele heimische Produkte von den Zöllen betroffen sein werden und die Preise anheben müssen. |