Seit geraumer Zeit, d.h. mindestens seit 2014, wird die Geschäftsleitung der IQPL AG nicht müde darin, geradezu gebetsmühlenartig im nachrichtlichen Zwei-bis-Drei-Wochenrhythmus die stark anziehende Batterie-Nachfrage, vor allem aus dem sandigen Scheich-Arabien, anzupreisen wie bestes Jahrmarktbier. Auch der angeblich so starke und taffe Investor und Geschäftspartner D.E.I. sorge angeblich für eine aufblühende und gedeihende Geschäftsentwicklung. Tendenziell deutlich ansteigende Umsätze wurden ständig kolportiert. Gar Großartiges hätte inzwischen passieren müssen, wenn man dem endlosen und inhaltsfreien Geschwurbel der IQPL-Offiziellen selbst heute noch Glauben schenken mag, was bei Niemandem mehr ernsthaft der Fall sein dürfte.
Wider Erwarten präsentierte man nun mit zeitlicher Verzögerung und ganz im Vorbeigehen (quasi versteckt) die Halbjahreszahlen 2015: Umsatzerlöse von atemberaubenden 0,1 Mio.CHF, und einen HJ-Verlust von -1,4 Mio.CHF. Und das immerhin schon im 6. Jahr nach dem Konkurs der ehemaligen IQP AG. Anspruch und Wirklichkeit driften hier leider immer noch galaxienweit auseinander.
Dass man vom koreanischen Werk, dessen Produktion nahezu still stand bis zur jüngst vermeldeten Gläubiger-Einigung im Rahmen der Insolvenz dieses Werkes, und von dort keine nennenswerten Impulse kommen würden, das war Jedem klar. Wir konnten auch nicht ahnen, wie nah wir an der Wahrheit dran waren, als wir noch vor wenigen Monaten vermuteten, dass man sich - mit welchen fragwürdigen Methoden/ Praktiken auch immer - in höchster Verzweiflung das koreanische Werk unter die Nägel gerissen hat (Stichwort: "Leuchtturmwerk"), um wenigstens mit diesem letzten Strohhalm ein kleines bisschen Pseudo-Hoffnung vorgaukeln und aufrecht erhalten zu können.
Kann es vielleicht sein, dass D.E.I. doch kein so großer, starker, solventer, glaubwürdiger und vertrauenswürdiger Partner ist, der zugunsten der IQPL-Aktionäre für eine nie dagewesene Geschäftsbelebung sorgt oder diese beabsichtigt? Kann es sein, dass die eigene Performance von D.E.I., die Jedem hier unbekannt ist, vielleicht doch eher auf dem Verzweiflungsniveau des Herrn Sullivan rangiert? (Gleich und Gleich gesellt sich gern?) Oder wie erklärt sich bitte die auffällige Diskrepanz zwischen der angeblichen Power, auch hinsichtlich der Umsatzmöglichkeiten, und den tatsächlich vermeldeten Zahlen?
Ich möchte gar nicht wissen, wie hoch die "Einnahmen" im 2. HJ 2015 gewesen sind, und schon garnicht, wie hoch der Verlust im 2. HJ war. Mal ganz abgesehen davon, dass diese und vielleicht noch folgende Verluste plus die Ingangsetzung der Produktion in Korea (Investitionen inkl. Kapazitätserweiterungen durch zusätzlichen Produktionsstreckenaufbau) wieder irgend jemand finanzieren muss, was im übrigen auch noch nicht geklärt wurde.
Also wie immer nur Fragezeichen, wohin das Auge blickt. Warum die Börse Berlin die Notierung dieser Aktie überhaupt noch aufrecht erhält, angesichts dieser Zahlen, das ist mir wirklich ein Rätsel. Wahrscheinlich, weil's wieder Niemanden juckt. B |