In meinem vorletzten Posting hatte ich unter anderem die Überlegung in den Raum gestellt, dass STAR (= Pepkor Afrika) seinen finanziellen Spielraum nutzen könnte, um die Schuldenrestrukturierung des Mutterkonzerns zu unterstützen. Die bisher angeführten Gegenargumente möchte ich hier entkräften.
1) Südafrikanische Kapitalverkehrskontrollen: Zum Einen möchte ich gerne mal eine Rechtsquelle zu diesen immer wieder angesprochenen Kapitalverkehrskontrollen sehen. Es gibt immerhin einige Handelsverträge zwischen der EU und Südafrika, die willkürliche Kapitalverkehrskontrollen einschränken. Aber selbst wenn sie gelten würden, hat __Dagobert schon das nötige gesagt: STAR könnte einfach in Europa ein Konto eröffnen und sich Geld von europäischen Banken leihen und es innerhalb Europas in Form eines Inter Company Loans SEAG zur Verfügung stellen. Kapitalverkehrskontrollen ziehen da nicht. 2) Bestehende Verschuldung von STAR: Etwas Schmunzeln musste ich über St1986 bei dem Argument, STAR hatte seine Schulden bei Steinhoff ja letztes Jahr nur begleichen können, indem es einen Kredit aufgenommen hat (@St1986: Das ist nicht böse gemeint! :-)). Nun, aus der Sicht von STAR ist es völlig egal, ob man Schulden bei Steinhoff hat oder bei einer Bank, denn beides ist Fremdkapital in der STAR-Bilanz. Durch die Tilgung der Schulden bei Steinhoff mittels Aufnahme neuer Kredite in identischer Höher hat sich in der STAR-Bilanz gar nichts getan, nur der Gläubiger heißt jetzt anders (und die Kreditkonditionen sind sicherlich andere). 3) Finanzieller Spielraum von STAR: Ein Blick in die STAR-Bilanz vom 30.09.2017 (Die Bilanz für FY 18 ist wohl noch nicht veröffentlicht?) bietet ein erfreuliches Bild: STAR hat ein Eigenkapital von 53 Mrd. ZAR bei einer Bilanzsumme von 87 Mrd. ZAR (Quelle - Seite 16). Das ist eine Eigenkapitalquote von stattlichen 61%! Wollte man diese EK-Quote auf immer noch freundliche 30% halbieren, hätte man einen Spielraum zur Fremdkapitalaufnahme in Höhe von 100 / 30 * 53 - 87 = rund 90 Mrd. ZAR (denn nach Aufnahme von Krediten iHv 90 Mrd. ZAR läge die Bilanzsumme bei 87+90=177 Mrd. ZAR und die EK-Quote bei 53/177 = rund 30%). 90 Mrd. ZAR sind derzeit etwa 5,5 Mrd. EUR. Die Summe würde sicherlich nicht ausgereizt werden, aber warum sollte STAR nicht wenigstens 3 Mrd. EUR zu 5% geliehen bekommen? Gehen wir sicherheitshalber von 2 Mrd. EUR zu 5% aus, die extern geliehen und sogleich konzernintern für 5,1% an SEAG weitergereicht werden. Damit wären 1/4 der CVA-Schulden tilgbar, für die bekanntlich 10% p.a. zu zahlen sind. Zinsersparnis im Gesamtkonzern pro Jahr: 100 Mio EUR. Und für STAR ist das ganze auch nicht schlimm, weil bei Kreditaufnahme iHv 2 Mrd. EUR die Eigenkapitalquote immer noch bei 44% läge und STAR ja an der ganzen Geschichte 0,1% Zinsen pro Jahr verdient.
Wo ist der Denkfehler? Wo ist der Rechenfehler? Finanzierungsexperten vor!
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