Wie ich bereits zuvor geschrieben habe, bin ich erstmals bei Steinhoff eingestiegen und denke, dass es eine riskante, aber eventuell langfristig profitable Sache sein kann. Der Entschluss hat 2 Wochen gebraucht und viel Lesezeit erfordert. Ansonsten habe ich in den letzten Jahren fast nur in ETFs investiert - nicht vergleichbar und da hat mich der aktuelle Kurs kaum/gar nicht interessiert, da von Haus aus als langfristige Investition gelabelt.
Ich kann die Bedenken/das Problem/die Haltung/die Ansicht von @Klaas verstehen - im Kleinen habe ich womöglich gerade die gleiche Erfahrung gemacht:
Ich habe es fertig gebracht in der aktuellen Phase mit mehreren Käufen bei einem EK von 0,0707€ zu landen, hauptsächlich wegen eines großen Postens für 0,08€, den ich anschließend noch einigermaßen glatt gezogen habe.
Und was ich sofort gemerkt habe: Dieses Tages-Gezocke und das sogenannte Markt-Timing/Kurs-Timing ist nichts für mich. Abgesehen davon glaube ich auch nicht daran, dass es das gibt, ich investiere ja nicht ohne Grund überwiegend in ETFs.
Zurück zu Steinhoff:
Am Dienstag (14.04) war ich zu geizig bei 0,060€ zuzuschlagen, da ich mich auf den Kurs vor dem Oster-WE eingeschossen hatte und nur auf Geldeingang auf meinem Broker-Konto gewartet habe, der dann eben nicht wie geplant am 09.04 (obwohl am 08.04 auf Girokonto gebucht und ausgeführt) angekommen ist, sondern erst mittags am 14.04... Ich wollte dann, nachdem ich feststellen musste, dass es schnell nach oben geht, auch schnell im Boot sitzen und muss im NACHHINEIN sagen: Fehler! Wäre ich cool geblieben, hätte ich ohne Stress einen EK von 0,063€ haben können.
Das Ganze ärgert mich ungemein, denn wenn man es durchrechnet, wären circa 30-40% mehr Aktien für das gleiche Geld möglich gewesen (08.04 vs. 14.04). Jetzt ploppt natürlich sofort der Gedanke auf, ob ich bei steigenden Kursen jenseits der 0,10€ Teilverkäufe/Verkäufe tätigen soll, um später wieder günstiger einsteigen zu können.
Sollte Steinhoff nicht irgendwann bei womöglich gestiegenen Kursen irgendwelche komplett desolaten Neuigkeiten verkünden, werde ich dies (Verkauf) vorerst nicht tun.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand und gehen aus dem oben Geschriebenen hervor:
1) Ich bin kein Daytrader und bin bei dem Versuch (Nervenkostüm, Zeitaufwand, Timing) 2) Ich will im Zug sitzen, wenn er denn losfahren sollte. 3) Ich habe Zeit und kann das langfristig angehen.
Wie schnell auffällt: Hier sind Widersprüche am Start, mit denen sich womöglich viele hier auch identifizieren können. So zum Beispiel das "Kopfzermartern" bezüglich des EK, obwohl eigentlich eine extrem langfristige "Strategie" angedacht ist, bei der der EK-Unterschied von ein paar Cent tatsächlich in den Hintergrund tritt. Trotzdem der hypothetische Gedanke "Bei einem potentiellen Verkaufskurs könnte das Betrag X sein.", den man gar nicht so leicht loswird.
Ich versuche gerade diese übertriebene Gier aus meinem Hirn zu vertreiben, denn nur daher rühren diese Gedanken.
Mein Fazit: Ich halte und kaufe nach, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Das ist die einzig sinnvolle Herangehensweise, wenn man vom potentiellen Erfolg einer Aktie überzeugt ist. Alles andere ist Glücksspiel und Wahrsagerin, mit der man böse auf die Klappe fallen kann.
Grüße, Bert |