Berlin (Reuters) - Der Umweltschutz steht auf der Prioritätenliste der Bundesbürger ganz oben.
49 Prozent hätten ihn als "sehr wichtig" und 42 Prozent als "eher wichtig" bezeichnet, teilte Umwelt-Staatssekretärin Astrid Klug am Mittwoch in Berlin mit. Die Hälfte der Bevölkerung wolle, dass Deutschland auch künftig eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz übernehme. Das habe die diesjährige Umweltbewusstseins-Studie ergeben.
Für 87 Prozent der Bundesbürger tragen die Industrieländer als Hauptverursacher des Klimawandels eine besondere Verantwortung. 65 Prozent empfänden es daher als gerecht, wenn diese mehr Anstrengungen übernähmen als Entwicklungs- und Schwellenländer, sagte Klug.
Große Hoffnung setzen die Deutschen beim Klimaschutz auf Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. So betonten die meisten Befragten, dass Wissenschaft und Technik einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der Probleme leisten müssen. 57 Prozent plädierten für einen Ausstieg aus der Atomenergie und für die Einhaltung des entsprechenden Beschlusses der Bundesregierung. 26 Prozent von ihnen würden gar einen schnelleren Ausstieg begrüßen. Vor zwei Jahren fiel die Zustimmung zu den Ausstiegsplänen mit 37 Prozent allerdings noch höher aus. Klug führte dies darauf zurück, dass angesichts der gestiegenen Energiepreise zu Jahresbeginn von Kernkraftbefürwortern diese Technologie als eine Art Heilsbringer angepriesen worden sei.
39 Prozent der Deutschen sprachen sich in der Umfrage für ein Verbot besonders klimaschädlicher Produkte aus, 25 Prozent wollen eine Kennzeichnung von Produkten zu den enthaltenen klimaschädlichen Gasen. 23 Prozent befürworten eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf Autobahnen auf 130 km/h.
Klug betonte, die Bundesregierung werde ihren Weg zu mehr Energieeinsparungen und Energieeffizienz fortsetzen und Menschen mit geringem Einkommen bei der Investition in solche Technologien unterstützen. Zudem müssten Wirtschaft sowie Umwelt- und Klimaschutz als zwei Seiten einer Medaille gesehen werden. |