Der Aussage, dass Kukies eine gute Wahl für die SPD und das Finanzministerium wäre, stimme ich absolut zu.
Aber der Text strotzt vor unhaltbarer Argumentation.
Es ist naiv, zu glauben, dass ein hoher Finanzbeamter (oder irgendein einflussreicher Mensch im Politikbetrieb) mit so einem Praxis-Hintergrund weitgehend ideologiefrei agiert. Gerade solche Laufbahnen sprechen eher für eine spezifische ökonomisch-politische Prägung (z.B. Ordoliberalismus), auch wenn sie sich hinter Fachlichkeit und Erfahrung tarnt – das hat die kritische Theorie längst herausgearbeitet und ich finde es immer etwas befremdlich, dass man sich immer noch mit hochgebildeten Menschen über den Wunsch austauscht, dass man doch "einfach auf Wissenschaft und Fakten" hören sollte in der Politik. Von allen wissenschaftlichen Bereichen ist die Wirtschaft sogar noch einer, der schon bei der Grundlagenforschung nicht ideologiefrei funktioniert. Muss auch nicht sein, aber man sollte sich dessen eben bewusst sein.
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