... das Thema Lithium, was hier ständig heftig diskutiert wird, schien keinem Sorgenfalten ins Gesicht zu zaubern. Und die wichtigsten Botschaften, die ich vernommen habe, lauteten:
- Powerwall hat das Potential in etwa gleich viel Umsatz zu generieren wie Tesla Cars - anscheinend kann man sie sehr einfach zu größeren Speichern koppeln, was interessant war - Tesla Energy hat das Potential in etwa gleich viel Umsatz zu generieren wir Tesla Cars (in Zusammenhang mit den Superchargern) - und als großes Potential für die Produktion wurde der Bereich 'optimize the machines that build machines' betont, d.h. dass während viel Aufwand betrieben wird, um wenige Prozente Verbesserung bei den Autos zu generieren, es noch erhebliches Potential für die Verbesserung der Produktionsprozesse gäbe. Für mich klang das nach: wir sind dabei, und beim Model 3 wird das eine große Rolle spielen, um die 500.000 Stück zu erreichen, und da ei den finanziellen Rahmen einzuhalten.
War interessant zu hören, wie sie sich an die Produktionsprozesse herangetastet haben, und wo sie schlicht falsch herangegangen sind, unrealistische Vorstellungen hatten, oder gar zu ehrgeizig waren - Selbstkritik bezüglich Model X. Dass es zu Beginn fatal war, dass sie die Produktion der Akkus über mehrere Länder verteilt haben, weil dadurch sechs Monate Vorlauf für die Produktion entstanden wären - sehr lange Reaktionszeiten, die im Fehlerfall bis zu sechs Monate 'defekte Produkte' gebracht hätten.
Diese Lernkurve, die er auch in Zusammenhang mit dem Smart Projekt (und sie liefern für die B Klasse?) mit Daimler erwähnte, dürfte meiner Meinung nach zu einer realistischen Einschätzung des Optimierungspotentials bei der Produktion (Maschinen, die Maschinen bauen) geführt haben.
Beeindruckend war für mich auch, wie tief er in der Materie steckt. Ganz eindeutig: er weiß, worüber er redet. Und dass er bei der Antwort keine Sekunde gezögert hat, dass Lithium ein Problem sein könnte, das war überzeugend. Offensichtlich entwickelt sich der Lithium Markt weniger dramatisch, als die Medien das verkaufen - Klicks, Klicks, Klicks.
Der Rückblick auf die einzelnen Phasen Teslas junger Geschichte zeigte zwei Dinge sehr eindrucksvoll: dass sich alle der Komplexität und des Risikos zu scheitern von Beginn an bewusst waren, und dass sie eben nicht gescheitert sind, sondern stets geliefert haben.
Beeindruckend fand ich zudem, dass er sich dreimal innerhalb von zehn Minuten bei Daimler für den Auftrag des E-Smarts bedankt hat, und dabei betonte, dass es ohne Daimler Tesla wohl nicht mehr geben würde. Man spürte echte Dankbarkeit für das dadurch entstandene finanzielle Polster. Und man hat dadurch vieles lernen können u.a. für die eigenen Produktionsprozesse, und die eigenen Qualitätsanforderungen.
Anders als die staatlichen Darlehen, war Daimlers Auftrag in einer kritischen Phase 2008 fundamental hilfreich - eine Zeit in der GM (und Crysler?) gegen die Wand gefahren ist - das staatliche Darlehen haben sie erst später erhalten, und es war nicht überlebenswichtig - wenngleich hilfreich. Es schien ihm wichtig zu sein, dass er dem Eindruck, Tesla würde nur durch staatliche Kredite noch existieren, zurechtrücken konnte - das sei nimals so gewesen. Daimlers Auftrag hingegen sei überlebenswichtig gewesen.
Witzig war es, als er den kurz auf den politischen Gegenwind einging - und dass Mitt Romney in den Debatten zur Präsidentschaft vor dreieinhalb Jahren gar dreimal Tesla namentlich als schlechtes Beispiel genannt habe. Er glaube nicht, dass das Mitt Romney selber so gemeint habe - aber irgend jemamd hätte das eben so vorgegeben. Offensichtlich meinte er die Autolobby.
Und er erlaubte sich einen kleinen Seitenhieb gegen die Medien, siehe oben zum Thema Lithium, die doch gerne mal gegen Tesla schrieben - weil es Klicks bringen würde. Und dass ihnen von Beginn an seitens der Medien der Wind ins Gesicht blies. Wer von uns hat das noch nicht bemerkt? Der lange Arm der Autolobby, zweifellos. ;-)
Letzter Punkt: es wurde stets betont, dass sie erst mit dem Model 3 dem Ziel E-Mobilität für größere Teile der Bevölkerung bezahlbar und nutzbar zu machen nahe kommen werden - das aber von Beginn an das Ziel war. Es ging nie um Geld scheffeln - was er ebenfalls mehrfach betonte, weil das in der Anfangsphase wohl jedem klar war, wie unwahrscheinlich das sein würde.
Offensichtlich waren sie vom Ziel überzeugt - und sehen die bisherigen Erfolge als Bestätigung und zusätzliche Motivation an.
Eine ziemlich offene und ehrliche Präsentation, die interessante Einblicke gab - über ein motiviertes Tesla Team, das gemeinsam an einer Idee arbeitet. Und wie man sieht mit Erfolg.
War insgesamt sehr interessant.
PS: Über zukünftige Produkte hat er nichts gesagt - außer, dass es mittelfristig eine breitere Modellpalette geben würde. (Q&A - eine Dame fragte u.a. nach Convertibles)
Nach bestem Wissen und Gewissen zusammengefasst. In den Medien wird es sicher genauer zusammengefasst werden. |