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Reformvorschlag - eine RICHTIGE Steuerreform!

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neuester Beitrag: 12.12.02 13:32
eröffnet am: 02.12.02 19:50 von: volvic Anzahl Beiträge: 75
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02.12.02 19:50
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1380 Postings, 7262 Tage volvicReformvorschlag - eine RICHTIGE Steuerreform!

Reformen müssen her ? aber Richtige!

Ich habe hier im Forum schon oft über die aktuellen politischen Entscheidungen beklagt. Dabei möchte ich nicht nur meckern, sondern auch einen konstruktiven Vorschlag machen, wie ich es mir besser vorstelle. Gerne möchte ich mit euch meine Ansicht diskutieren. Könnten wir dabei aber bitte fair bleiben? Es ist ziemlich einfach längere Ausführungen unfair zu zerreißen. Da werden Passagen aus dem Zusammenhang gerissen, etwas anders beleuchtet, und schon ist die Fehlinterpretation ganz leicht. Nein, ich bevorzuge wirklich konstruktive Vorschläge was man noch besser machen könnte. Und ganz klar, mein Vorschlag ist nicht perfekt, er kann auf jeden Fall noch verbessert werden.

Eine Veränderung unseres aktuellen Systems, bzw. der Steuer- und Abgabengesetze kann natürlich nicht für alle Interessengruppen nur Vorteile haben. Das ist einfach nicht möglich. Das wäre die ?Eier legende Vollmilch-Sau?, und wenn das so einfach wäre, dann hätten wir diese Regeln sicherlich schon.

Was sind meine Kernüberzeugungen? Hier:

         ?§So wenig staatliche Regulierung wie möglich. Eigenverantwortung für jeden, die Staatsquote die bei uns in Deutschland muss sinken!
         ?§Niedrige Steuern die eine hohe wirtschaftliche Aktivität ermöglichen und Investitionsanreize schaffen.
         ?§Einfachheit über alles. Lieber kleinere Schwächen in Kauf nehmen, dafür für eine Sache nur eine Regelung ohne Sondervorschriften, als ein riesiger Regel-Katalog.

Wenn ich mir die Politik der letzten 8-12 Jahre anschaue sehe ich nicht die dringend notwendigen Reformen. Probleme wie die ?Rentenlücke? werden nicht wirklich bewältigt. Es gibt nur kleinere Anpassungen hier und da. Sei es die eher missglückte Einführung der Riester-Rente, oder die fortlaufende Erhöhung der Rentenbeiträge, oder gar die Einführung einer Zusatzsteuer wie die Ökosteuer um die Rentenkassen zu füllen. Um Missverständnisse zu vermeiden. Ich bin für einen Maßvollen Einsatz von fossilen Rohstoffen. Und die Öko-Steuer an sich finde ich gar nicht so schlimm. Die Wirkung ist absolut positiv zu bewerten, in Deutschland wird weniger Treibstoff verbraucht! Allerdings habe ich meine Probleme mit den genannten Absichten, und den tatsächlichen Zielen. Nämlich die Quersubventionierung der Rentenkassen. Dann bitte mit offenen Karten spielen. Mineralölsteuer erhöhen, oder auch das Kind Ökosteuer nennen, und parallel sagen die Rentenkassen sind leer, wir müssen da Steuern reinkippen. Aber Renten und Ökosteuer, das hat keinen direkten Zusammenhang. Und ob es jetzt die Euros von der Ökosteuer sind, oder ganze ?normale? Steuern dürfte den Rentenkassen und den Rentnern ziemlich egal sein.

Meine Eckvorstellungen für ein einfaches System in Deutschland wären:

Einkommenssteuer:

         ?§Grundfreibetrag pro Arbeitnehmer 8.000 ? im Jahr, keine Steuern unterhalb dieser Grenze
         ?§Zwischen 8.000,01 ? und 24.000 ? Steuersatz von 15%
         ?§Zwischen 24.000,01 ? und 48.000 ? Steuersatz von 25%
         ?§Über 48.000 ? Steuersatz von 35%

Für Ehepaare natürlich jeweils doppelte Grenzen, wenn sie zusammen veranlagt werden. Absetzen kann man dann nichts mehr. Kein Kilometergeld. Keine Briefmarken. Keine Bücher, nichts. Jeder muss selber entscheiden, welche Investitionen er tätigt um seiner beruflichen Zukunft zu nützen. Das gilt auch für die Entfernung zum Job, etc. etc. Vereinfacht die Steuerklärung natürlich um 99%. Und die Steuern oben, die kann jeder zahlen. Da braucht man sich nicht durch irgendwelche Kosten gesund rechnen.

Sozialversorgung:

         ?§Einführung von Bürgergeld

Jeder Bundesbürger (deutscher Staatsangehörigkeit) hat ab dem 18 Lebensjahr Anspruch auf Bürgergeld. Das Bürgergeld beträgt 600 ? pro Monat und wird gemäß der Inflation jährlich angepasst. Gezahlt wird das Bürgergeld an alle über 18 Jährigen die kein Einkommen haben, allerdings nur für 5 Jahre. Dann ist das Konto aufgebraucht. Das Konto kann aber auch wieder aufgefüllt werden ? siehe unten. Für Personen mit geringem Einkommen ? zwischen 1 und 14.400 ? pro Jahr gibt es anteiliges Bürgergeld (diese Grenzen müssen wie das Bürgergeld und natürlich auch die Steuertabelle jährlich an die Inflation angepasst werden!). Und zwar werden vom vollen Betrag von 600 ? 50% des Einkommens abgezogen. Wer also im Monat 600 ? verdient (= weniger als 14.400 ? im Jahr), der zahlt zum einen natürlich keine Steuern (weil unter 8000 ? im Jahr), und bekommt 300 ? Bürgergeld zusätzlich pro Monat. Dabei verbraucht sich der Anspruch allerdings genauso wie bei voller Inanspruchnahme. Könnte daher sinnvoll sein auf einen geringen Bürgergeld-Anspruch zu verzichten und diesen zu bewahren sollte man mal Arbeitslos werden. Dieser Verzicht spart dem Staat natürlich Geld.
Finanziert wird es aus Steuergeldern. Bürgergeld-Empfänger haben natürlich keinen Anspruch auf zusätzliche Sozialhilfe. Für jedes Jahr in dem man als Arbeitnehmer in Deutschland tätig ist und mehr als 14.400 ? Jahreseinkommen erwirtschaftet (und versteuert hat) wird auf das persönliche Bürgergeld-Anrecht-Konto ein viertel Jahr gutgeschrieben (bzw. für volle Monate anteilig). Das gilt auch für nicht deutsche Staatsbürger. Wer also 10 Jahre gearbeitet hat, der hat einen Anspruch auf Bürgergeld für 2,5 Jahre. Ohne besondere Beiträge. Der Anspruch ergibt sich aus der Tätigkeit als Arbeitnehmer und den damit verbundenen Steuern ? egal wie viel Steuern man gezahlt hat (also auch, wenn man nur sehr wenig steuern gezahlt hat). Der Gedanke dahinter ist, dass auch ein Arbeitnehmer der bspw. ?nur? 10.000 ? im Jahr verdient und damit nur 300 ? Einkommenssteuern zahlt einen sehr positiven Beitrag zur Gesellschaft leistet. Zum einen durch seine Arbeit ? die sicherlich für andere von Nutzen ist ? und dadurch, dass er die Gesellschaft entlastet weil für ihn keine Sozialhilfekosten anfallen.
Nicht verbrauchte Ansprüche auf Bürgergeld verfallen nicht. Wer also bis 19 zur Schule geht, danach Ausbildung etc. und kein Bürgergeld in Anspruch nimmt, der behält für später seinen Bürgergeld Anspruch (die 5 Jahre). Wer also von 18 Jahren bis 70 Jahren arbeitet und kein Bürgergeld abruft, der hat sich so ganz nebenbei eine Minirente in Höhe von 600 ? monatlich (nach heutigem Geldwert) für ganze 18 Jahre verdient (5 Jahre + (70-18)/4 = 18).
Vererbbar ist dieser Anspruch allerdings nicht. Die Zahlung von Bürgergeld ist nicht geknüpft an Mittellosigkeit. Auch wer etwas gespart hat, hat Anspruch auf volles Bürgergeld.

         ?Sozialhilfe
§
Sicherstellung für alle die keinen Anspruch auf Bürgergeld haben. Viele Leistungen in Form von Naturalien. Sprich gestellte Wohnungen, Bezugsscheine für Garderobe, etc. etc. Ziel ist es die Gesamtkosten auf ca. 400 ? pro Kopf zu senken. Eine effiziente Versorgung und Controlling sorgt für geringe Verwaltungskosten. Keine dutzenden Sonderregelungen und Extrawürste mehr. Jeder wird versorgt, keiner muss verhungern oder frieren. Ziel ist zum einen Kostensenkung, ganz klar. Aber auch das es nicht gerade angenehm ist den Status Sozialhilfeempfänger zu haben. Das ist es freilich auch heute nicht, aber durch das Bürgergeld wird ein Anreiz geschaffen nicht ewig lange, sondern nur so kurz wie möglich ohne eigenes Einkommen zu sein.

         ?Arbeitslosengeld
§
Arbeitslosengeld und Hilfe werden ersatzlos gestrichen. Jeder kann sich freiwillig privat versichern. Diese Art der Versicherungen sind wie Lebensversicherungen eine Mischung aus Risiko- und Kapitalversicherung. Wer möchte kann einfach so Geld für schlechte Zeiten sparen. Wer sich gegen das Risiko versichern will, der spart über diese Versicherung etwas Geld an, und über eine Umlage wird das Risiko eines Einzelschicksals auf mehrere verteilt. Anders als die gesetzliche Versicherung kann so eine private Absicherung nicht unbefristet sein. So wird sie nur finanzierbar sein, wenn man gewisse Parameter einbaut. Bspw. Anspruch auf Zahlung erst ab dem x. Monat der Arbeitslosigkeit, und Anspruch auf Zahlung nur für x Monate/Jahre. Und in der Höhe so wie man es braucht. Sich so zu versichern, dass man als Arbeitsloser 4000 Euro netto im Monat hat wird entsprechend teuer sein! Ist sehr vergleichbar mit der Krankenversicherung für Freiberufler, die werden sich sicher vorstellen können wie das hier aussehen könnte.
Da es sich um eine private Versicherung handelt wird die versicherte Summe ohne Einschränkungen gezahlt. Anders gesagt, finanzielle Bedürftigkeit ist nicht Pflicht, man darf privat weiter sparen. Und Bürgergeld wird vom Staat zusätzlich je nach Anspruch gezahlt. Zuschuss vom Arbeitgeber zur Arbeitslosenversicherung gibt es keinen. Da für den Arbeitgeber diese Kosten wegfallen wird der Betrag üblicherweise auf das ausgehandelte Brutto-Gehalt aufgeschlagen. Für den Arbeitgeber ist es irrelevant, ob die anfallenden Kosten in eine Arbeitslosenkasse, Rentenkasse oder direkt an den Arbeitnehmer fließen. Entscheidend sind die Gesamtkosten die für einen Arbeitnehmer anfallen. Und die sind normalerweise verhandelbar.

         ?Rentenkasse
§
Sofortige Umstellung auf private Versicherungsträger. Modell 100% kapitalbildend. Für alle die bereits im Berufsleben sind, bzw. jetzt Rentner wird eine Übergangslösung installiert. Alle Kosten die aus dieser Übergangslösung entstehen werden zu 100% Steuer finanziert. Konkret würde das bedeuten, dass evtl. einige Renten leicht gekürzt werden (zwischen 5 und 15%), aber sie werden natürlich bezahlt und verfallen nicht einfach. Arbeitnehmer im mittleren Alter, also bspw. 45 ? haben nicht mehr genügend Zeit um über einen Kapitalstock eine angemessene Rente anzusparen. Diese werden über eine Ausgleichregelung eine Teilrente bekommen. Lässt sich jeweils nach Rentenschlüssel berechnen. Für den fehlenden Teil der Rente muss der Arbeitnehmer ab jetzt selbst eine Rente ansparen ? wie alle jungen Arbeitnehmer auch. Um die erheblichen Steuerkosten abfedern zu können wird eine auf 40 Jahre befristete Sondersteuer eingeführt. Sie erhöht die oben genannten Einkommenssteuer Sätze von 25% auf 27,5% und von 35% auf 40%. Damit wird von den mittleren und besser Verdienenden ein Solidarbeitrag für diese Reform eingesammelt. Das ist aber auch gerecht, da die Reform für diese Gruppe auch sehr nützlich ist. Zahlt ein ?Spitzenverdiener? mit jährlich 60.000 ? Einkommen ab 2003 incl. Arbeitgeberanteil  über 1000 ? monatlich an Rentenbeiträgen, so fällt die genannte Sondersteuer kaum ins  Gewicht. Muss man als junger Mensch annehmen man zahlt die 1000 ? monatlich ein für nichts, weil man später keine Rente bekommen wird, so ist das sicherlich die bessere Alternative. Bei dem Beispiel (60.000 ? Einkommen) würde das bedeuten man zahlt pro Jahr 1200 ? Sondersteuer, kann dafür die restlichen 12 x 1000 ? minus die 1200 ? für eine private Rentenversorgung ansparen. Da hat man dann mehr von.
Wie schon bei der Arbeitslosenversicherung: Es gibt keinen Zuschuss vom Arbeitgeber. Die eingesparten Summen sind auf das Brutto-Gehalt aufzuschlagen. Die heute übliche 50/50 Aufteilung der Sozialversicherungskosten sind sowieso nur ein Überbleibsel aus alten Zeiten und dienen dazu die erheblichen Kosten die hier anfallen zu verschleiern. Die AV + RV wird schon heute nicht vom Arbeitgeber gezahlt, weil sie es so gerne machen. Jeder rationale Arbeitgeber rechnet diese Kosten den Gesamtkosten für die Beschäftigung eines Arbeitnehmers zu. Daher führen Einsparungen auf dieser Seite zu einer entsprechenden Erhöhung der Brutto-Gehälter. Und zu dieser Steigerung wird es kommen. Auch heute sind Arbeitgeber keine Samariter. Sie zahlen den Preis der durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Anzunehmen die Bruttogehälter würden nicht steigen, wenn die Sozialversicherungskosten von den Arbeitgebern weggenommen werden, ist naiv.

         ?Krankenkasse/-versicherung
§
Umstellung der Versicherung komplett auf das private Modell. Forcierung von Selbstbeteiligungen um die monatlichen Beiträge zu senken. Ziel ist es eine ?Standardversorgung? für einen Erwachsenen über die gesamte Lebensspanne von 18 bis xxx zu einem monatlichen Beitrag von 50 bis 100 ? zu erreichen. Dabei muss vom Versicherungsnehmer 20% jeder Behandlung selbst bezahlt werden, so lange bis eine Selbstbeteiligung von 600 ? pro Jahr erreicht ist (nur so sind die genannten 50 bis 100 ? realistisch, sonst wären es eher 150-200 ?). Freiwillig kann sich jeder auch besser versichern. Für Sozialhilfe-Empfänger wird der niedrigste Beitrag dieser Versicherung vom Staat übernommen. Bürgergeld-Empfänger bekommen einen Zuschuss in Höhe von 75 ? monatlich zur Krankenversicherung, egal in welcher Stufe (einfach bis Luxus) sie versichert sind. Die privaten Krankenkassen werden verpflichtet zu jedem Zeitpunkt den Wechsel in den günstigsten Standard-Tarif zu ermöglichen. Kinder können ? wie auch schon heute ? für 25 bis 50 ? pro Monat versichert werden ? je nach Alter. Außerdem werden alle Versicherungen dazu verpflichtet die Kinder ihrer Versicherungsnehmer in die Versicherung aufzunehmen. So wird verhindert, dass für bspw. körperlich oder geistig behinderte Kinder keine Versicherung bekommt. Unter den Versicherungen muss ein gesetzlicher Finanzausgleich in Höhe von ca. 20% der Beiträge gezahlt werden, um evtl. auftretende Polarisierungen von Krankheitsfällen etwas abzumildern. Wie auch schon zuvor, auch hier gibt es keine Zuschüsse vom Arbeitgeber. Die Kosten muss der Arbeitnehmer vollständig selbst aus seinem Netto-Einkommen bestreiten.

         ?Kindergeld
§
Sozialhilfeanspruch hat auch jedes Kind, entsprechende Versorgung wie oben beschrieben. Zusätzlich bekommt jede Familie (auch allein Erziehende) pro Kind im Alter von 0 bis 18 Jahren (sofern nicht schon selbst berufstätig und ausgezogen) Kindergeld in Höhe von 200 ? pro Kind und Monat. Allein erziehende Elternteile bekommen pro Kind 300 ? pro Kind und Monat. Existiert ein unterhalspflichtiger zusätzlicher Elternteil, so muss dieser ? sofern er das kann ? für diese zusätzlichen 100 ? neben der sonstigen Unterhaltspflicht aufkommen. Vorteil der Lösung ist, wenn es niemanden gibt der Unterhaltspflichtig ist, dann leidet die allein erziehende Person nicht so sehr darunter. Das für die Gesamte Zeit von 0 bis 18 Jahre die selbe Summe gezahlt wird hat auch einen Hintergedanken. Ältere Kinder sind i.d.R. teurer, dafür gibt es am Anfang einer ?Kinderlaufbahn? mehr Anfangsinvestitionen, die später wegfallen. Auch heute ist das Kindergeld altersunabhängig, das ist also praktikabel ? allerdings ist das Kindergeld im Moment zu gering. Neben dem Kindergeld gibt es keine weiteren steuerlichen Begünstigungen. Die Kosten für das Kindergeld werden aus Steuern finanziert.


Zwischenfazit:

Das System ist sehr einfach. Es gibt keine dutzenden Sonderregelungen, und die Steuererklärung ist total einfach, bzw. kann sogar völlig entfallen, die Steuern können quasi immer automatisch richtig berechnet werden.
Die genannten Steuer- und Einkommensgrenzen mögen vielen sicherlich komisch vorkommen. So sind 14.400 ? pro Jahr schon nicht so wenig. Es gibt durchaus Arbeitnehmer in Deutschland die diese Summe nicht verdienen ? sei es weil sie nur 20 Stunden die Woche arbeiten ? sei es weil sie einer eher niedrig qualifizierten Arbeit nachgehen. Aber man braucht ein Einkommen über 14.400 ? um den Bürgergeld-Status ?anzusammeln?.
Dabei dürft ihr aber nicht vergessen, dass die Brutto-Gehälter bei diesem System deutlich höher sind als im Moment. Allein die Veränderung bei der Sozialversicherung bewirken z.B., dass ein Gehalt von jetzt 20.000 ? jährlich auf 24.000 ? steigt, ein Gehalt von 35.000 ? steigt auf gut 42.000 ?. Das resultiert daraus, dass die Arbeitgeber keine Sozialabgaben mehr abführen müssen.
Die Veränderung sorgt dafür, dass jedem der Weg in eine private Krankenversicherung offen steht. Im Moment ist es doch total unfair, das zwei sonst identische Arbeitnehmer (gleich alt, etc.) der eine verdient 35.000 ? pro Jahr, der andere 45.000 ? pro Jahr so unterschiedlich gestellt sind. Der besser verdienende kann in die private Krankenkasse, und hat so bspw. monatlich noch mal bis zu 150 ? mehr netto als wenn er gesetzlich versichert wäre.
Was die genannten Steuersätze und Grenzen angeht, auch die Höhe von Bürgergeld, etc. Natürlich kann ich die nicht so einfach ?auswürfeln?. Das war jetzt nur ein Vorschlag für die grobe Richtung. Dem Staat liegen ja die Daten unserer Arbeitnehmer vor. Die müsste man nehmen und entsprechende Modellrechnungen durchführen ob sich das System in etwa trägt. Anfangs wird es sicher noch Defizite geben, aber diese werden durch die wirtschaftlich belebende Funktion schnell ausgeglichen. Es erlaubt nämlich Personengruppen wieder an der Gesellschaft zu beteiligen, die heute nicht mehr teilnehmen, weil es ?unwirtschaftlich? ist. Zusätzlich sind regulierende Elemente eingebaut, die Leistung belohnen und wieder für mehr Tatendrang sorgen.
Ich habe mal mein Einkommen durch das System gerechnet. Ich würde per saldo absolut 20% mehr Steuern zahlen, hätte aber Netto trotzdem auch mehr raus. Dafür müsste ich für meine Renten- und Arbeitslosenvorsorge selbst aufkommen. Das netto Mehr ist allerdings so erheblich, dass damit eine wirklich erstklassige private Absicherung möglich wäre. So gesehen doch nur Vorteile oder? Der Staat kassiert mehr steuern, erheblicher Aufwand für Verwaltung (Steuerprüfung sowie Sozialkassen) fällt weg, und ich habe sowohl netto mehr zur Verfügung, als auch eine viel bessere Aussicht auf eine ordentliche private Rente.
Und jetzt bin ich gespannt, ob es zu diesem Vorschlag konstruktive Anregungen gibt, oder ob ich einfach nur in der Luft zerfetzt werde?

Volvic

 
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49 Postings ausgeblendet.

03.12.02 20:57

1380 Postings, 7262 Tage volvicok, dann mal wieder ein paar anmerkungen von mir

@apfel: progression ist in meiner steuertabelle mit drin. niemals hast du weniger netto, wenn du mehr brutto verdienst. siehe erläuterung glasnost.

@all: zum thema krankenversicherung:

ich sehe das wir maxperformance, calexa und co. das vollkasko-system muss weg. nur so werden sie die kosten wirklich nach unten bewegen. die reine umverteilung der finanziellen belastung auf verschiedene beitragszahler bringt gar nicht. warum ich 20% selbstbeteiligung bis zu einem betrag X (bei mir 600?) besser finde als erstmal 100% bis summe x vorstrecken habe ich oben schon an special geschrieben. unnötige arztbesuche sollten vermieden werden, aber jeder der es nötig hat soll auch zum arzt gehen können und es tun!

@kritiker:

ich bin nach wie vor strikt gegen die absetzbarkeit von kosten für arbeitnehmer. wozu? kann nicht jeder selbst entscheiden, ob sich das lohnt oder nicht? wenn ich etwas investiere für meinen beruf, dann entscheide ich selbst ob sich das lohnt. wenn es keine steuern gabe, dann würde ich doch auch nur investieren (in bücher etc.) wenn es auch wirklich sinn macht. durch die steuerlich relevante abzugsfähigkeit wird aber genau dies kontakariert. mein bruder macht jährlich diverse käufe nur der steuer wegen. weil er sich sagt: hey, das kostet mich nur die hälfte, denn den rest kriege ich als steuer-erstattung zurück! es gibt einfach innerhalb der legalen grenzen viel zuviel spielraum für missbrauch. deswegen einfach weg damit. in den viel niedrigeren steuer-sätzen ist das bereits verarbeitet, dass jeder arbeitnehmer einen teil seines netto-einkommens verwenden muss, um seine arbeit zu betreiben (zur arbeit fahren mit auto, etc.), bzw. den arbeitsplatz zu erhalten (bücher, kurse, etc.). wenn man nichts extra abziehen kann ist der vorteil ganz einfach. jeder wird gleich begünstigt, ganz einfach am brutto einkommen gehangelt. bei abzugsfähigkeit wird nicht der belohnt der mehr leistet, sonder der, der am meisten bescheisst.
was die "soziale" gerechtigkeit angeht. ich finde da müssen wir ein paar schritte rückwärts gehen. sicher ist es kein paradies heute bei uns sozialhilfe-empfänger zu sein. aber ich kann mir auch deutlich schlimmeres vorstellen. wie wärs z.b. jemanden einen knüppel in die hand zu geben, in einen quadratkilometer wald auszusetzen und zu sagen: sie zu wie du klar kommst!? und verglichen mit einem afrikaner der allein in der wüste steht wäre das noch purer luxus mit dem wald! ok, ganz ernst habe ich das nicht gemeint. ich wollte nur mal darauf aufmerksam machen, das wir vielleicht unseren "nominal-null" anspruch korrigieren müssen! vor 50 jahren wäre ein einfacher arbeiter froh gewesen das zu haben, was heute ein sozialhilfe-empfänger an leistungen bekommt.

@all: kosten für sozialhilfe

das mit den hohen kosten für sozialen wohnungsbau ist echt ein problem. wobei die sachlage auch deutlich zeigt: manche sozialhilfe empfänger sind echte kaoten. warum muss so ein bau nach 10 jahren kern-saniert werden??? das müssen normale objekte doch auch nicht?! liegt es an den mietern? ich habe schon für 200 ? warm gewohnt, und auch heute zahle ich recht wenig miete. wie kann da eine sozialwohnung über 300 ? kalt kosten? ach ja, jetzt habe ich den fehler. 50 qm!!! *totlach* wozu braucht ein sozialhilfe-empfänger 50 qm??? na dann muss ich ja ein richtiger penner sein. habe mal auf 17qm gewohnt, dann auf 29qm und jetzt bewohne ich eine 44qm 2 zimmerwohung. aber gut, dafür zahle ich auch kräftig steuern, damit der sozialhilfe-empfänger weiter alle 10 jahre eine 50qm neubauwohnung bekommen kann. NE, DAS WILL ICH NICHT! und wenn meine haltung unsozial sein sollte, ja, dann bin ich unsozial, und zwar gerne!

@all: rentenreform

ja, die kosten für die renten sind gigantisch. wenn man das für die aktuellen rentner sowie für alle die jetzt nicht mehr genügend selbst ansparen können per steuern finanzieren müsste ist das ein fetter batzen. aber es ist finanzierbar. wie gesagt, ich habe das system oben auf mein einkommen angewendet. dem staat fehlen einige tausen euro an rentenbeiträgen. davon kassiert er aber direkt 60% über höhere einkommenssteuer-einnahmen wieder von mir ein. entweder müsste man ein höheres haushalts.defizit für den start in kauf nehmen, und auf eine baldige konjunkturbelebung pokern, oder man müsste die oben genannten steuergrenzen etwas nach unten anpassen, und die steuersätze leicht nach oben. das lässt sich auf jeden fall so optimieren, dass die einnahmen gerade so reichen. und dennoch ist das neue system gerechter und sinnvoller. gerechter, weil es den wichtigen schritt zur neuerung macht. sinnvoller, weil durch die anderen massnahmen an vielen stellen massiv kosten eingespart werden. wenn eine reform nur die kosten neu umverteilt ist damit nicht wirklich was gewonnen. ich will kein system wo ich allein gut wegkomme und die anderen zahlen. das ist ungerecht. ich will das die kosten sich einpendeln, sich arbeit wieder mehr lohnt und sich mehr arbeit etabliert die heute bei den hohen abgaben schon unwirtschaftlich ist.

@all: zahlen allgemein:

da ich nicht alle nötigen zahlen habe (arbeitnehmer in deutschland, rentner in deutschland, durchsch. einkommen, durchsch. steuerereinahmen pro kopf, durchsch. rente, etc. etc.) konnte ich meinen vorschlag nicht bis auf den letzten cent durchrechnen. aber das system kann relativ einfach über die zahlen optimiert werden. die 15, 25 und 35% sind ja nicht in stein gemeisselt. wenn sich ein prozent mehr oder weniger als sinnvoller erweisst, und die grenzen für die steuersätze auch verschoben werden müssen - kein problem! wichtig ist, der maximale steuersatz muss unter 40% bleiben, nur das sichert ein gerechtes leistungsprinzip, verhindert kapitalflucht und stärkt den standort deutschland für investitionen. ausserdem sollte die progression fair sein. jeder der kann sollte zum staatshaushalt beitragen. auch wenig verdiener. das absolute minimum sollte steuerfrei bleiben. und zwar so, dass jeder der arbeitet sein leben finanzieren kann. denn auch ohne hohe steuerbeiträge, jeder der für sich selbst sorgt entlastet die gemeinschaft.

volvic
 

03.12.02 21:10

1380 Postings, 7262 Tage volvicnachtrag @glasnost

thema kindergeld:

kinder sind teuer. jeder der mit kindern zu tun hat, der weiss, dass ein kind heute mindesten 250 ? im monat kostet, leicht können es auch 500 oder 600 ? im monat werden (wenn man es mal wieder besonders gut meint ;-) ). aber die gemeinschaft kann natürlich nicht dafür aufkommen, dass ein kind jeden wunsch erfüllt bekommt.

daher halte ich es für fair, wenn das kindergeld so hoch ist, dass man davon die grundversorgung des kindes gerade so sicherstellen kann. zusätzliche kosten gehen dann zu lasten der familie. ganz zu schweigen von der vielen arbeit und zeit die man in kinder investieren muss. aber dafür hat man an kindern auch sehr viel freude. es würde mich sehr wundern, wenn man eltern für die erziehung von kindern finanziell 100% "entschädigt". kinder sollte man sich aus überzeugung anschaffen, und nicht weil es sich "rechnet". eine finanzielle überkompensation für kinder würde eher eine kommerzialiserung von kinder-kriegen (also nur aus wirtschaftlichen gründen) nach sich ziehen.
nein, ich finde das kindergeld sollte zusätzliche finanzielle belastungen von den familien fern halten. das ist gerecht. das ist der beitrag der gemeinschaft für mehr kinder.

ich bin gegen eine steuerliche anrechenbarkeit von kindern. das würde bedeuten wer mehr verdient bekommt einen grösseren finanziellen vorteil für kinder, als jemand der wenig oder gar nichts verdient. das darf nicht sein. wie schon oben ausgeführt, mit einem angemessenen kindergeld wird es wohl eher selten vorkommen, dass sich familien zu einkommenmaximierung viele kinder anschaffen. ich kann mir nicht vorstellen, dass ein ehepaar mit 2500 ? kindergeld wirklich finanziell so tolle sprünge machen kann, wenn sie 10 kinder zu versorgen haben. im gegenteil - ein kind kostet sicher neben viel zeit auch immer zusätzliche finanzielle resourcen. und das ist ok so.
ein bekannter (besser verdienend) sagte mir mal, er findet es gerecht, wenn er mehr vorteile für ein kind bekommt, als jemand der weniger verdient. schliesslich hätte er auch erheblich mehr kosten um ein kind in seiner sozialen schicht zu erziehen. ich fand das ziemlich frech. ist das die staatlich subventionierte 2 klassengesellschaft? wenn jemand gut verdient, seinem kind nur das beste zukommen lassen will (sei es privatschulen oder sonstwas), dann muss er/sie auch selbst dafür aufkommen. die gemeinschaft sollte sich nur an den finanziellen belastungen der grundversorgung beteiligen. und da ein kind für uns genauso wertvoll ist egal ob es reiche eltern oder arme eltern hat sollten auch die "reichen" das kindergeld bekommen. schliesslich investieren sie ebenfalls in unser aller zukunft. ganz nebenbei zahlen besser verdienende eltern über ihre einkommenssteuer sowieso den grossteil der steuern, wieso sollten sie dann nicht den selben anspruch auf eine leistung haben wie alle anderen auch?  

03.12.02 21:37

367 Postings, 7269 Tage Amateurkinder schaft sich jeder freiwillig an!

ich kenne keinen,bei dem das finanzamt oder der staat die kinder vor die tür gestellt hat.die entscheidung trifft ein jeder selbst.das gejammer kinder kosten geld,geht mir sowas von auf die nerven.kindergeld-baukindergeld-schule kostenlos-ausbildung kostenlos-abitur und studium kostenlos.ich find das ist doch nicht übel.und übrigens---wer kinder hat,der weiß von jedem schmerz.wer keine hat,weiß von keiner freud.  amateur  

03.12.02 22:02

3862 Postings, 6801 Tage flexoWäre die Regierung ein Öltanker,

wäre der jetzt manövrierunfähig und würde gerade auf die hohe See geschleppt. Da hat man JAHRZEHNTE was davon.  

04.12.02 17:55

1380 Postings, 7262 Tage volvictada! ich bin ein profet

eben bei focus.de gelesen. das deutet doch alles auf eine lösung hin im krankenversicherungs-bereich wie ich sie auch anstrebe. runter mit den versorgungskosten und runter mit den verwaltungskosten. beides zu erreichen durch mehr eigenverantwortung und eigenleistung der versicherten. die TK geht jetzt in einem modellversuch in diese richtung. mal schaun, bin gespannt.

volvic


D ie Techniker Krankenkasse bietet als erste gesetzliche Kasse eine individuelle Ausgestaltung des Versicherungsschutzes an. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, wird die TK ab Januar kommenden Jahres einen Tarif mit Selbstbeteiligung anbieten. Damit verbunden sei auch eine Prämie, wenn der Versicherte auf einen Arztbesuch verzichte.

Gesunde Kassenmitglieder sparen mit dem neuen Tarif, wie der ?Stern? vorab berichtete. Laut Berechnung des Magazins sinkt der Beitrag bei 2000 Euro Monatslohn faktisch von 13,78 Prozent auf 11,7 Prozent.

Der Versicherte bekomme nach dem neuen Modell zu Jahresbeginn 240 Euro ausgezahlt, erklärte die TK. Wenn er das Jahr über keine medizinische Behandlung in Anspruch nehme, könne er das Geld behalten. Umgekehrt muss er bis zu dem Betrag von 300 Euro alle Rechnungen selbst zahlen, also im Höchstfall 60 Euro aus eigener Tasche zulegen. Vorsorgeuntersuchungen, der jährliche Zahnarztbesuch und die Behandlung von Kindern zahlt weiter voll die Kasse.

?Damit beschreiten wir völlig neue Wege und bieten unseren Mitgliedern die individuellen Wahlmöglichkeiten bei der Ausgestaltung ihres Versicherungsschutzes, die sie haben wollen?, sagte TK-Vorstandschef Norbert Klusen. Er verwies darauf, dass das Angebot einen Beitrag zur finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung leisten könne. Die Versicherten entwickelten ein stärkeres Bewusstsein dafür, ob eine medizinische Leistung tatsächlich in Anspruch genommen werden müsse oder nicht.

Der Modellversuch läuft bis 2007.

04.12.02, 13:08 Uhr

Quelle:  http://news.focus.msn.de/G/GN/gn.htm?snr=114226&streamsnr=7  

04.12.02 17:58

7089 Postings, 6374 Tage MützenmacherWOW, na das ist doch was - gratuliere o. T.

04.12.02 18:14

4733 Postings, 7201 Tage n1608@volvic - Bravo für Deine Vorschläge!

so oder ähnlich könnte auch ich mir die umgestaltung der gesellschaft vorstellen. selbstverantwortung stärken und den staat so weit wie möglich zurückdrängen, muß dass A und O sein.

Leider stehen uns hier vor allem die Politiker im Weg und das aus mehreren Gründen:

1. Es gibt leider zu viele, die den Staat gerne noch allmächtiger sehen (siehe Münteferings Ausführungen zu privatem und Staatskonsum)
2. Die Gewerkschaften=SPD werden etwas dagegen haben, da mündige Bürger sich nicht mehr von Ihnen bevormunden lassen werden und dies ihre machtposition einschränkt.
3. Die Politiker allg. die größten verlierer wären - siehe heutige pensions- und übergangsregelungen. stelle mir gerade scharping mit 600? bürgergeld in der hand vor.
4. Politiker allg. "abgebaut" würden, da wir keinen gesetzesdjungel mehr bräuchten

Jetzt müßten "nur" noch die ganzen Lobbyisten überzeugt werden: siehe Pharma, Bergbau, öffentl. Dienst, Agrar....

Schade es wird wohl doch nur eine wunschvorstellung bleiben - trotzdem vielen Dank!  

04.12.02 20:45

Clubmitglied, 7898 Postings, 6851 Tage maxperformancevolvic du bist der Größte o. T.

04.12.02 21:26

1380 Postings, 7262 Tage volvicsagt mal, weiss jemand ob

die mail adresse von münti wirklich stimmt? aber das ist auch nicht der richtige empfänger. da muss jemand her, der auch wirklich was bewegen kann. und am besten CC an diverse presse adressen. muss ja kein finaler reformvorschlag sein. eher eine petition in welcher richtung reformen erwartet werden. das dann mit einer mail sauber vorbereiten, in verschiedenen internet-foren promoten und somit eine 100.000´er massen mail an diesen top-regierungsvertreter auslösen. ja, das wäre schon was ;-)

volvic  

05.12.02 01:46

51328 Postings, 7031 Tage eckiGibt es schon. Von Kirchhof, Arndt, u.a.

Karlsruher Entwurf
zur Reform des
Einkommensteuergesetzes

von
Paul Kirchhof, Klaus Altehoefer,
Hans-Wolfgang Arndt, Peter Arndt,
Gottfried Eckmann, Reinhart Freudenberg,
Meinert Hahnemann, Dieter Kopei,
Friedbert Lang, Josef Lückhardt
und Ernst Schutter

http://www.bundessteuergesetzbuch.de/downloads/...rf-Druckfassung.doc

Ausnahmen weg, Spitzensteuer 35%.
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Warum es nichts wird? Siehe

http://www.n-tv.de/3084994.html

Mittwoch, 4. Dezember 2002
n-tv.de Interview
Steuern runter - aber mit wem?  

Haushaltsberatung im Bundestag. Der Kanzler hat gesprochen. Eine Rede ohne Blut, Schweiß und Tränen. Aber der Kanzler war um Antworten bemüht. Antworten, weshalb denn nun die wirtschaftliche Lage im Land so schlecht ist. An Konzepten scheint es jedenfalls nicht zu fehlen: Für den Arbeitsmarkt gibt es das Hartz-Konzept, für die Renten gibt es eine Kommission unter Führung des Finanzwissenschaftlers Bert Rürup. Und für Steuern hat der Staatsrechtler Paul Kirchhof den bestechenden Entwurf eines einfachen und klar verständlichen Steuerrechts vorgelegt.

n-tv.de sprach mit dem Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Hans-Wolfgang Arndt von der Universität Mannheim. Arndt ist Mitglied des Karlsruher Arbeitskreises, der unter der Leitung von Paul Kirchhof die Reform des Einkommenssteuergesetzes erarbeitet hat.

n-tv.de: Herr Prof. Arndt, sie haben mit dem Karlsruher Arbeitskreis ein Steuerreform-Konzept vorgelegt, das durch seine Einfachheit besticht. Es sieht vor, fast alle Steuer-Extras im Bereich der Einkommenssteuer zu streichen und dafür den Spitzensteuersatz bei 35 Prozent festzuzurren. Woran scheitert ihrer Meinung nach die Umsetzung des Konzeptes, das von vielen Seiten wohlwollend anerkannt wurde?

Hans-Wolfgang Arndt: Ich muss leider davon ausgehen, dass die Regierungskoalition unser Konzept nicht durchsetzen will, weil es unpopulär ist und wir allen Interessengruppen auf die Füße treten. Nicht nur der Industrie gefällt unser Konzept nicht - wir haben alle Privilegien gestrichen.

n-tv.de: Es gibt also weder Gewinner noch Verlierer?

Hans-Wolfgang Arndt: Am Ende gewinnen alle, nämlich der Staat. Wir haben das Einkommenssteuerrecht nur auf die Erbringung von Staatseinnahmen reduziert. Das Steuerrecht ist mit tausenden Lenkungsnormen durchwuchert. Unser Ziel war es, Licht in den Steuerdschungel zu bringen. Beispielsweise hatten wir vorgeschlagen, steuerbegünstigte Nachtarbeitszuschläge zu streichen. Wir haben nicht eingesehen, dass in einer Zeit großer Arbeitslosigkeit Nachtarbeit, oder Sonn- und Feiertagsarbeit zusätzlich steuerlich privilegiert wird, wenn zur selben Zeit Hunderttausende vor der Tür stehen. Aber das ist nur ein Beispiel von hunderten von Lenkungsnormen. Wir haben uns die Mühe gemacht zu prüfen, ob all die Lenkungsnormen berechtigt sind und sind dabei zu einem vernichtenden Ergebnis gekommen.

n-tv.de: Glauben sie, die Regierungskoalition traut sich an ihre Reformideen heran? Die Grünen sprachen ja von "populistischen Vorschlägen"?

Hans-Wolfgang Arndt: Das derzeit geltende Steuerrecht privilegiert eine Fülle von Interessengruppen. Solche Privilegien zu streichen ist immer schwierig. Den politischen Kraftakt, der dazu erforderlich ist, sehe ich bei dieser Regierung wirklich nicht. Ob eine andere Regierung dazu im Stande wäre, kann ich allerdings auch nicht genau beurteilen. Verbal nehmen Union und FDP unseren Vorschlag jedoch viel stärker an, als die SPD.

Das Gespräch führte Peter Poprawa
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Grüße
ecki  

05.12.02 08:10

Clubmitglied, 7898 Postings, 6851 Tage maxperformance@volvic

ich hab die Münti Adresse direkt von der SPD Homepage
durchaus denkbar dass das dort Fake-Adressen sind,
wegen der Menge an Beschwerden

Von mir kriegt der Münti jeden Tag ne MAil
bezüglich Mißständen wie Sozialmißbrauch u.ä
jeden Tag eine gute Tag - war ja schließlich mal Pfadfinder  

05.12.02 17:14

1380 Postings, 7262 Tage volvic@ecki

boah, sauber recherchiert. lese ich mir gleich mal durch den karlsruher entwurf. finde ich interessant in sofern, dass ich diese programme vorher nicht gelesen habe. auch das komplette steuerprogramm der FDP oder das kroatische steuermodell kenne ich nicht. klar, die zahlen 15, 25 und 35% sind nicht von mir, das sind FDP zahlen. aber die allein sind ja auch nicht so entscheidend. wichtig ist, das es einen sehr niedrigen und für fast alle bezahlbaren eingangssteuersatz gibt, und das der spitzensteuersatz unter 40% liegt. das ganze gekoppelt mit der abschaffung so gut wie aller sonderregelungen.

ich habe in meinem vorschlag oft etwas flappsig formuliert. die komission schreibt dann deutlich präziser was ich aber auch gemeint habe, wie z.b.: "... ein Beispiel von hunderten von Lenkungsnormen. Wir haben uns die Mühe gemacht zu prüfen, ob all die Lenkungsnormen berechtigt sind und sind dabei zu einem vernichtenden Ergebnis gekommen."
das ist der entscheidende punkt. sicher hat man sich früher bei jeder sonderregelung etwas gedacht und ein positives ziel gehabt (wie auch bei subventionen), aber diese ziele werden durch die meisten regelungen gar nicht mehr erreicht. und deswegen gehören sie abgeschaft! zusätzlich finde ich, dass nur wirklich triftige gründe eine sonderregelung rechtfertigen. ich nehme lieber ein steuer-gesetz mit ein paar kleinen ecken und kanten, aber auf 2 seiten für jeden verständlich, als ein vermeindlich "gerechteres" auf 100 seiten mit dutzenden sonderregeln.

sonderregeln in so grosser zahl sind nämlich ungerecht. nur der, mit viel geld und steuer-berater hat die reelle chance aus allen sonderregelungen den nutzen zu ziehen. die einfachen und mittleren verdiener zahlen in ermangelung dieser möglichkeiten drauf.

volvic
 

07.12.02 07:42

13475 Postings, 7381 Tage SchwarzerLordMeine Einschätzung

Deine Anliegen, daß sowenig Staat wie möglich sein soll, dazu niedrige Steuersätze und ein einfaches System, das jeder versteht, teile ich uneingeschränkt. Lieber irgendwo eine Ungerechtigkeit drin, aber jeder versteht es. Denn es kann nicht sein, daß wie zur Zeit der am meisten Geld vom Staat (zurück)bekommt, der sich am besten auskennt und sich 5 Berater leisten kann.
Die 3 Steuersätze finde ich auch gut, war das nicht ein FDP-Vorschlag? Die Grenzen, ab denen diese Sätze greifen, müßte man aber aufgrund der von dir vorgeschlagenen Streichung aller Absetzmöglichkeiten nochmal nach oben ziehen. Der Einstieg bei 8000? wäre noch ok. Aber der Spitzensatz wäre da zu niedrig angesetzt. Siehe Selbstständige und Unternehmer, die dann mächtig zur Kasse gebeten würden.
Mit dem Bürgergeld habe ich aber nach nochmaligem Durchlesen ein Problem: Ich dachte zunächst, das soll die Sozialhilfe/Arbeitslosenhilfe ersetzen. Das mit dem Anspruch erwerben ist gut, ebenso die Auffüllmöglichkeit. Allerdings ist der Betrag ohne Sozial/Arb.hilfe zu niedrig um wirklich leben zu können. Denn die 600? x 12 ergeben 7200?, was nach deiner Rechnung unter dem Existenzminimum wäre. Und das geht natürlich nicht. Auch ist mir unklar, ob da irgendwelche Vermögenswerte in die Anwartschaft einfließen. Was heißt "etwas" sparen?
Zur Sozialhilfe: OK, in Kombi. mit dem Bürgergeld kommt man auf eine akzeotable Summe, aber was macht man mit Langzeitarbeitslosen? Außerdem halte ich es für fragwürdig, ob für 400? im Monat nach dem Auslaufen des Bürgergeldes wirklich Verpflegung und Wohnung bezahlen kann. Gilt der Anspruch dann auch für die Familie (also geht das nach Personenzahl? Meinetwegen 4 x 400? = 1600??).
Arbeitslosengeld: Ok, dein Vorschlag geht in Ordnung, aber nur dann (!) wenn die bisherigen Beiträge von Arbeitnehmer UND -geber direkt auf den aktuellen Lohn draufkommen. Wobei wir dann wieder das Problem mit der Steuer hätten. Siehe oben, denn dann würde hier das Gehalt besteuert, das man quasi freiwillig/zwangsweise für etwaige Arbeitslosigkeit zur Seite legen muß.
Rentenversicherung: ja, ja, ja! Uneingeschränkt!
Krankenversicherung: Auch hier fordere ich ja schon länger hartnäckig eine Umstellung auf Privatkassen, freier Wechsel für alle! Dieses Ausgleichssystem mit dem bürkoratischen Wust, den ganzen Kartenschnickschnack usw. muß man sich sparen. Hier gehen Jahr für Jahr Mrd. für schwachsinnige Regelungen drauf, von denen nur ein paar Sachbearbeiter profitieren.
Kindergeld: Da habe ich aber ein Problem sowohl mit der jetzigen Regelung, die mir umständlich erscheint, aber auch mit deiner. Mit 18 ist definitiv Schluß? Überlege bitte, daß hier Gymnasiasten dann erst für ihre Prüfung lernen. Und was macht man mit Studenten, die wirklich ranklotzen wollen im Sinne eines frühen Berufsstarts? Die haben keine Zeit für Ferienjobs. Da sehe ich im übrigen auch ein Hauptproblem aktueller Studiendiskussionen. Es wird zu sehr vergessen, wieviel das Leben auch für einen bescheidenen Studenten ohne Japan-Urlaub kostet. Wer bezahlt das? Eine arbeitlose Familie mit 3 Kindern könnte sich soviel Bildung nicht mehr leisten.

Soweit erst mal am frühen Samstagmorgen.  

08.12.02 18:44

7114 Postings, 6621 Tage KritikerSozialhilfe.

Diese Zahlung ist kein fester Betrag, sondern setzt sich im westl. zusammen aus Wohngeld, Miete, Heizungspauschale und Betrag zum Leben. Die Größe ist also vor allem von der Miete gesteuert!
Die Staatl. Grundrente müßte also einen Betrag für den Haushalt (z.B. ? 4oo,-) und für jedes Haushaltsmitglied (? 4oo,-) betragen.  Für ein Ehepaar demnach 3x 4oo,- = 12oo,-.
Vom Stufen-Steuer-Satz halte ich nichts.
1. Der Einstieg ist mit 15% zu brutal und würde den Betroffenen wieder unter die Minigrenze ziehen.
2. Die 3. Stufe wird zu tief angewandt und läßt eine höhere Besteuerung bei Großeinkünften (Mio's) außen vor.
Außerdem erhält man nach dem Ausrechnen eine bucklige Linie bei der Progression, die keinen Vorteil gegenüber einer linearen Festsetzung bietet.
Überschaubar ist sie auch nicht, da sie nicht aus einer Liste abgelesen werden kann.
Die Erstbenennung von Herrn Uldall (CDU) hatte allerdings den Effekt, daß eine Reform in die Diskussion kam. - soweit - Kritiker.  

08.12.02 19:04

51328 Postings, 7031 Tage ecki@kritiker: Zu deinem Einwand Nr.1:

Ich verweise auf mein posting #26

Bei einem Einkommen von z.B. 9000 ? musst du 1000? zu 15% versteuern, also bleiben dir 8850 übrig. also Nix mit brutal und unter die Grenze ziehen. Nur jenseits von dem Grundfreibetrag muss man 15% an die Gemeinschaft/ den Staat abgeben.

Natürlich kann man über Grenzen und Sätze diskutieren. Aber dein Einwand 1 ist falsch.

Im Augenblick sind doch 2 Gruppen von höchsten Steuersätzen bedroht:
1.: Die Sozialhifeempfänger! Jede legal hinzuverdiente Mark (Euro) wird zu 100% von der Sozialhilfe abgezogen. Leistung soll sich lohnen? Wenn da einer mehrere Kinder hat, strampelt er sich nur ab und hat keinen Pfenning mehr. Da machen viele menschlicherweise nichts oder eben schwarz, und das ist falsch.

2.: Gutverdienende abhängig Beschäftigte, denen alles vorab abgezogen wird.
Ganz Vermögende und Selbstständige haben oftmals die möglichkeit, mehr oder weniger legal ihren persönlcihen Stuersatz weit unter 10% zu drücken. Fragt mal bei mamoe nach. Da wäre ein Steuersatz von echten 35% viel mehr als ein fiktiver von 48%....

Abgesehen davon hielt ich es in den frühen 90ern schon für schwachsinnig in jedes kleine Dorf der ehemaligen DDR Hotels reinzusetzen als Bauherrenmodell, völlig am Bedarf vorbei, nur weil es sich über die Steuer rechnet. Lasst den Leuten mehr Geld zum investieren übrig, dass Geld findet lohnende Objekte. Und wenn die Koreaner angeblich ihren Schiffsbau subventionieren, dann sollen unsere Deutschen Reeder eben auf Kosten des koreanischen Steuerzahlers subventioniert sein....

Grüße
ecki  

09.12.02 19:14

1380 Postings, 7262 Tage volvicok, dann will ich die aktuellen vorschläge mal

aufarbeiten.

1. kindergeld: schluss mit 18 finde ich ok. auch für die, die dann noch ihr abi machen. schliesslich geht ab dann nahtlos der anspruch auf bürgergeld los. hier würde es sonst nicht ohne sonderregelung gehen. und ich finde man kann von dem bürgergeld ein studium finanzieren. wenn die eltern dann noch 100 euro im monat drauflegen (und das sollte möglich sein), dann sogar sehr gut. ich habe keine 700 ? im monat als student gebraucht!

2. bürgergeld: bei der KV steht ja, dass man noch einen zuschuss bekommt. per saldo hat man dann also etwas mehr als nur 600 euro. die steuergrenze von 8000 ? und die 600 ? bürgergeld waren bewusst so gewählt, damit nicht jemand der 8200 ? mit arbeit verdient und steuern zahlt weniger hat als jemand mit bürgergeld. wenn die 600 ? wirklich nicht genug sind für ein "bürgerliches" leben am unteren limit, dann muss man sowohl bürgergeld etwas raufsetzen, als auch das steuerfreie existensminimum.

3. steuersätze, grenzen, etc: 15, 25 und 35% find ich durchschaubar und übersichtlich. die zahlen sind übrigens so vonder FDP. bei mir kommen zu den 25 und 35 ja nochmal 2,5 bzw. 5% zuschlag zur finanzierung der rentenreform dazu. ergibt dann also 15, 27,5 und 40% steuer. nach genauerer überlegung gibt es für mich aber keinen zwingenden grund mehr, warum man die progession stufenweise an den grenzen steigen lassen muss. eine fliessend steigender steuersatz von 15 auf 35% ist auch ok. was die summen-grenzen angeht, die muss man mal ausrechnen. der staat braucht ne ganze menge geld. sowohl für kindergeld, besonders aber für die noch über 40 jahre zu zahlenden renten (wenn man die reform so macht wie ich schreibe). das kostet so viel, da brauchen wir einfach den 35% satz schon bei recht niedrigen einkommen. natürlich muss man jetzt alles versteuern. die vollen (höheren) brutto-löhne, etc. das wird dazu führen, das nicht sehr wenige leute in die 35% gruppe hinein-reichen werden. aber sie zahlen diesen "hohen" steuersatz ja nur für die oberste summe. der grenzsteuersatz dürfte dann doch eher zwischen 20 und 30% liegen. das finde ich durchaus akzeptabel. wie gesagt, man muss das mit modell-zahlen alles mal durchrechnen. die reform kann aber nicht dazu führen, dass unser staatshaushalt um 50% sinkt. denn dann wäre die rechtsordnung und der staat gefährdet. nein, lieber die reform so starten, die steuersätze eher am oberen ende nehmen und gute einnamen fahren. wenn das system dann gut läuft und seine früchte trägt kann man immernoch jedes jahr mit guter konjunktur die steuer-sätze 1% weise zurücknehmen. bis wir mal auf einem (genialen) level sind wo der spitzensteuersatz bei 25% liegt und die meisten leute im land zwischen 10 und 20% steuern zahlen.

volvic  

09.12.02 20:52

7114 Postings, 6621 Tage Kritiker@ ecki: Dein Einwand zu meinem ...

Einwand 1 ist richtig! Habe wohl zu oberflächlich gerechnet.
Aber jetzt zur volvic-Rente:
Grober Überschlag: Arbeitsleben mit Unterbrechungen = 35 Jahre
                  Rentenleben  ohne     "          = 35 Jahre
Rentenansparung mit Verzinsung nach 35 Jahren = 100%  ergibt:
Rücklage für die Rente im Arbeitsleben = 33% macht 66%
verbleibt zum Leben während Arbeit     = 66%
Also gleicher Standard. Das wird mit 2,5% und 5% nicht gehen!
Oder bin ich schon wieder daneben? - ecki? - Gruß Kritiker.  

09.12.02 21:30

51328 Postings, 7031 Tage eckiIst natürlich alles reichlich aus dem hohlen Bauch

Aber wenn ich volvic richtig verstanden habe, will er erst malein System etablieren, was dem Staat ordentlich Einnahmen verschafft und erst später runtergehen. Trotzdem sollen in dieser Zeit die jüngeren und mittleren mit dem Zuschlag von 2,5% bzw. 5% den mitlleren und älteren Jahrgängen helfen eigene Kapitalbildende Ansprüche zu verschaffen, weil deren Zeit zu kurz ist. Gleichzeitig müssten diese aber noch wenigstens 10% drauflegen in eine Lebensversicherung, um für sich selbst was anzusparen.

Man kann sich drehen und wenden wie man will: Vollkasko und wenig zahlen. Beides zusammen geht nicht.

Grüße
ecki  

09.12.02 22:07

505 Postings, 7083 Tage TK-ONEAlles gut gemeint

...aber bei uns ist ja alles deshalb so weil sich die politische Klasse bereichert und auch weiterhin bereichern will.

Bei 250 Mrd. Steuereinnahmen nur 25 Mrd. Investitionen und davon 18 Mrd. auch noch auf Pump...das geht zu weit.

Es wird so schnell schlimmer wie bisher.
Gruss TK  

10.12.02 09:04

51328 Postings, 7031 Tage eckiTK-ONE: Auch deine Sicht greift zu kurz!

Bereicherung der politischen Klasse. Tsts. Jeder der kann will sich bereichern. Steuern verkürzen, was absetzen usw....

Also bei den Pensionen da langen sie kräftig (übermäßig) zu. Die Diäten sind schon ok. Und die Zulagen könnten sie, wie andere auch, nur auf Nachweis erhalten.

Wer am meisten plündert liegt wohl auf der Hand: Es gibt da zwei Gruppen:
1. Die vielen Leute, die von den Transferleistungen des Staates profitieren. Da kann man in der Summe nur Abbauen, wenn man entweder weniger Leute allimentiert, oder dem einzelnen berechtigten weniger gibt. Da muß man definieren, wie sozial unsere Marktwirtschaft sein soll.

Aber niemals vergessen das 2.: Stetig ansteigend:
Die Vermögenden!
Die Besitzer von Bundesschatzbriefen und ähnlichen Scheinen. Ein wachsender Anteil unserer Steuern und Abgaben fliesst weder in Investionen oder Bildung, Verteidigung oder soziales, sondern direkt zu den bestehenden Vermögen, deren Zins- und Tilgungsansprüche befriedigt werden müssen.

Wir könnten sofort alle (!) Steuersätze linear um 20% kürzen, manche Sondersteuer auch um 100%, und der Staat hätte mehr Geld, wenn dieser Schuldensockel nicht da wäre.

Grüße
ecki  

10.12.02 12:23

1380 Postings, 7262 Tage volvicnochmal zur rentenreform

natürlich kostet die rente viel geld. und die kosten kann man nicht einfach in luft auflösen. nach meinem modell wird sie in zukunft von jedem selbst finanziert. wer das nicht schaft, der kriegt bürgergeld oder sozialhilfe. niemand wird gezwungen sich enorm hoch rentenzuversichern. alles freiwillig.

von den 2,5% und 5% zuschlag bei den steuern kann man natürlich nicht die kompletten rentenkosten decken. die dienen nur als sonderzuschlag der "besser" verdienenden zur rentenreform. den gerade die profitieren ja im besonderen masse von einer reform. die zahlen mit dem heutigen system am meisten und werden später doch nichts bekommen. ich wäre sofort bereit weitere einen teil der rentenbeiträge zu zahlen (per steuern), aber zu 100% auf meine rente zu verzichten.

entscheidend ist, nach meinem system zahlen ALLE über die steuern die rentenreform der nächsten 40 jahre ab. wenn dieser berg bewältigt wird, dann können die steuern weiter sinken. aber statt einzelne gruppen besonders stark zur kasse zu bitten, über die steuer wird transparent und zumutbar jeder so belastet wie es erträglich ist.
und komme jetzt bitte keiner das würde die steuer zu weit nach oben treiben, arbeit würde sich nicht mehr lonen. wie ist es den jetzt mit den sozialversicherungsbeiträgen??? ist doch genau das selbe, für mich ist das nichts anderes als eine steuer. nur alles viel undurchsichtiger und intransparenter.
die idee bei der einführung dieser beiträge war ja noch die rentenkasse vom staatshaushalt entkoppelt zu fahren/führen. das ist aber schon lange nicht mehr so. so fliessen bspw. über die ökosteuer gelder aus der steuerkasse in die rentenkasse. und wegen der ost/west vereinigung muss das auch so sein, sonst hätten damals die renten niemals weiter gezahlt werden können.
wozu also dann noch diese sonderform? warum nicht einfach alles als steuern einnehmen und von den steuern soviel für die renten aufwenden wie nötig/sinnvoll? mit einem aufwasch hätte man dann auch die kosten für sozialversorgung und arbeitslosigkeit (hier bürgergeld) vereinheitlicht. es wird einfach alles vom staat bezahlt. und der staat kassiert dafür steuern von allen. und damit die steuern nicht zu hoch sind werden die umverteilungsmaßnahmen so gering wie möglich gehalten.

volvic  

10.12.02 12:42

1380 Postings, 7262 Tage volvicnochwas zur versorgungshöhe und rente

gepriesen sei deutschland. wo der lohn sich sehr stark nach dem alter richtet. klar muss man auch gut qualifiziert sein. und erfahrung ist sicher ihr geld wert. aber das beste beispiel sind doch beamte. je älter und je länger im dienst, desto höher das einkommen. ich finde das nicht richtig!

und wie siehst mit den kosten aus? natürlich muss man sich nicht gleich ein haus kaufen, wenn man mit 16-25 zuhause auszieht. aber fakt ist doch, wenn man sein eigenes leben lebt sind die kosten erstmal erheblich. einen ganzen hausstand, ein auto, etc. etc.
das bedeutet in den ersten 10-15 berufsjahren hat man nicht nur die laufenden kosten zu bestreiten, sondern muss auch noch einen ganz schönen batzen anfangsinvestitionen schultern. wer wohneigentum finanziert, der knabber sogar noch länger daran.

ich sehs an meinen eltern. früher ging es denen nicht so gut. das einkommen meines vaters ist immer weiter gestiegen. das haus ist jetzt schon eine ganze weile bezahlt. defacto hatten sie früher einfach zu wenig geld - seit ca. 10 jahren haben sie zuviel.

ich weiss für dieses problem auch keine perfekte lösung. für mich steht jedenfalls fest, dass ich selbst bestimmen möchte wieviel geld ich habe wenn ich arbeitslos bin, und wieviel rente ich beziehen möchte. lieber nutze ich mein einkommen jetzt um möglichst schnell alles nötige abbezahlt zu haben und baue mir dann ein rentenpolster auf, als dass ich geld dem staat an die hand gebe für meine altersvorsorge, und auf der anderen seite teure zinsen für verbindlichkeiten zahle.

ich finde wir müssen in deutschland weg vom extremen altersverdienst-zuschlag. und wir müssen uns was überlegen, dass junge menschen einen leichteren und besseren start in die eigene verantwortung haben. grosse geld-geschenke von omi und eltern sind mM nach keine wirkliche starthilfe. die nutzen nämlich nicht zu lernen und ein gespür für die verantwortung zu bekommen. wenn man jedoch mehr von seinem verdientem über hat - als starthilfe vom staat, dann fände ich das genial.

volvic  

10.12.02 15:11

176 Postings, 6392 Tage FalkeDer Kreisel dreht sich nach unten !

Reformen von wem !
Der Bundestag wird wenn ich das noch richtig auf die Reihe bringe ,von 42% Beamten 11% Öffentlich Angestellten
und 6% Angestellter der sechs Parteien gestellt .
Wenn wir davon absehen ,das nicht funktioniet wo Beamte usw. ihre Finger drin haben siehe Bahn ,Post,Tellekom
Arbeitsamt, Rentenkassen ,Krankenkassen,Finanzamt usw. auser sie haben Monopolstellungen .Und die haben sie ,den nichts fürchtet ein Beamter usw. mehr als freien Wetbewerb.

Und alle oben stehenden Reformen ,würden doch diesen Berufsstand verschlanken !
Und dann hätten alle anderen Angst um ihren Einfluß ,ihre Stellung im Staat ihre Pfründe die sie maßlos angehäuft
haben .

Vergesst das es geht abwärts ,und wenn wir gans unten sind und für die Blutsauger nichts mehr zu holen ist ,gehts wieder nach oben .


Reformen nur mit mehr Verwaltung , Behörden den die sind die waren Leistungsträger .Auf alle fälle der Bezahlung
nach, Pension und Arbeitszeit ! Und last euch nicht vom Grundgehalt täuschen Ortszuschlag Ausendienstzu.
Bürostuhlzu . usw . für alles !
Wenn wir alles wüßten würde uns zornesröte ins Gesicht fahren .

Wir alle wissen das wir in Deuschland Reformen brauchen ,und keine Reförmchen .Den für Doktorspielchen ist es zu späht.
Alle in einen Topf ,Alt und Jung , Beamter und Arbeiter und dann machen wir es für alle erträglich!
Der mündige Bürger braucht nur eine Grundsicherung für Rente und Krankheit .
Mehr Netto, weniger Verwaltung ,dann brauchen wir auch keine Zuwanderung .Denn dann werden Tausende von gut
ausgebildeten Arbeitnehmern frei.Denn der Staat nimmt nur die besten , auser wir schicken sie wieder alle mit 35 in Pension wie bisher den für Beamte ist keine Umschulung vorgesehen .
Nur für das Dummvolk!  

11.12.02 14:47

7114 Postings, 6621 Tage Kritiker@ volvic - Plus & minus!

Wenn Du Bürgergeld, Arbeitslosengeld und soziale Rentensubvention von Steuern bezahlen willst, brauchsr Du dafür mindest 25% Einkommensteuer. - schätzungsweise landest Du bei ca. 50% Besteuerung! Dazu kommt MWSt 16%, Mineralölst. usw. - ergibt für den Normalbürger eine Abgabenbelastung von 66%; - wohlgemerkt incl. staatl. Rente.
Weit bist Du da von den heutigen Verhältnissen nicht weg! - nur anders formuliert.
Vielleicht irgendwie gerechter - Gruß Kritiker.  

12.12.02 13:32

1380 Postings, 7262 Tage volvic@kritiker

du hast absolut recht kritiker. und anders kann es auch nicht sein. "geld wächst nicht auf bäumen". nur das system zu ändern bringt erstmal kein plus. wenn die ausgaben so hoch sind wie im moment, dann braucht man natürlich auch ne menge einnahmen. und die steuerlast kann so nicht sinken. nur anders verteilt werden.
aber ich rede ja konkret von einsparungen. ich rede davon die renten zu kürzen. nicht die, die am unteren ende sind. aber die, die eine sehr gute rente bekommen, dort würde ich etwas kürzen. ich würde die arbeitslosengelder abschaffen und dafür das bürgergeld einführen. das spart geld. die sozialhilfe kosten senken, das spart geld. und die krankenversorgung deutlich effizienter und günstiger machen, auch das spart geld.

das sparpotential wird sich nicht binnen einer woche einstellen, das kann 6 bis 18 monate dauern. aber es wird funktionieren. und besonders der steuer-begünstigte einstieg für niedrig verdiener bringt das entscheidende plus. wir müssen wieder weniger arbeitslose haben. dafür muss sich "einfache" arbeit wieder mehr lohnen. und wenn das klappt, dann gibts mehr jobs, mehr binnen-nachfrage und wieder mehr wirtschaftswachstum. und mit diesem, da kann man dann nicht nur bei sinkenden kosten, sondern generell die steuer leicht ermässigen. das ziel wäre je nach einkommen einen durchschnittssteuersatz über das ganze einkommen von 25% zu erreichen, wenig gut verdienende zahlen nur 5-15% im mittel, die breite masse 20-28% und die besser verdienenden 30-35%. eine zahl die absolut erträglich ist. ich gebe "gerne", oder besser gesagt breitwillig ein drittel meines einkommens ab. für einen gesunden staat und ein faires miteinander. aber 60% meiner einnahmen, DAS kann nicht sein. ist aber teilweise so, weil steuer + sozialabgaben zusammen viel zu hoch sind.

deinen einwand für mehrwertsteuer kann ich nicht gelten lassen, die zahlst du heute wie auch mit einem neuen system. und ich halte sie für ok und bezahlbar.

volvic  

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