«Spirit» schickt mikroskopisch scharfe Bilder vom Marsboden Washington (dpa) - Die US-Sonde «Spirit» hat erste mikroskopisch scharfe Bilder vom Mars auf die Erde geschickt und damit bei der NASA erneut Begeisterungsstürme ausgelöst. Die Fotos in Schwarz-Weiß sind nach Experten-Angaben vom Samstag so scharf, dass der Planetenboden «auf ein Sandkorn genau» gesehen werden kann. «Das schlägt alles bisher Dagewesene», sagte Rob Sullivan in der NASA-Bodenzentrale in Pasadena in Kalifornien. Die mikroskopische Kamera sitzt am Ende von «Spirits» Roboterarm, der ungefähr so lang ist wie ein menschlicher Arm. Fünf Gelenke sorgen für große Beweglichkeit. Der kleine Roboter soll noch bis Anfang der Woche an seinem Standort nahe der Landeplattform im Gusev- Krater weiter eifrig fotografieren und Bodenproben entnehmen. Erstmals sollte dabei auch das an der Universität Mainz entwickelte Mössbauer-Spektrometer zur Untersuchung der Bodenminerale eingesetzt werden. Zu Beginn der Woche wird das Marsmobil dann zu seiner ersten Erkundungstour losrollen. Über das exakte Ziel wird bei der NASA noch nachgedacht.
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NASA lässt «Hubble»-Teleskop sterben - Keine Wartung mehr Washington (dpa) - Die US-Weltraumbehörde NASA rangiert ihr bisheriges astronomisches Paradestück, das «Hubble»-Teleskop, frühzeitig aus. Wie am Freitagabend (Ortszeit) in Washington mitgeteilt wurde, wird es keine Shuttle-Flüge zur Wartung von «Hubble» mehr geben. Stattdessen sollen sich die noch verbleibenden Missionen der Raumfähren vor deren geplanter Einmottung 2010 ganz auf die Weltraumstation ISS konzentrieren. «Hubble» wird damit nach NASA-Schätzungen 2007 oder 2008 im Orbit zu Grunde gehen. © WELT.de
Hubbles größtes Farbfoto zeigt Geschichte des Kosmos Heidelberg (dpa) - Das bislang größte vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommene Farbfoto erlaubt neue Einblicke in die Entwicklung des Kosmos während der vergangenen neun Milliarden Jahre. Das aus 78 Einzelaufnahmen zusammengesetzte Mosaik zeigt mehr als 40 000 Galaxien in den verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung, wie das GEMS-Projekt unter deutscher Leitung in Heidelberg mitteilte. Es deckt etwa dieselbe Fläche ab, wie der Vollmond am Himmel. Die ferneren Galaxien sind in einem früheren Stadium zu beobachten als die näheren, weil das Licht umso länger zur Erde braucht, je weiter ein Objekt davon entfernt ist. Mit Hilfe dieser «Zeitmaschine» schauen die Forscher auf dem GEMS-Bild bis zu 9 Milliarden Jahre in die Vergangenheit zurück - bis 4,5 Milliarden Jahre vor die Entstehung von Sonne und Erde. Damit deckt die Aufnahme etwa zwei Drittel der Geschichte des heute etwa 13,7 Milliarden Jahre alten Universums ab. Auf dem GEMS-Bild sind einige wechselwirkende und verschmelzende Galaxien aus allen Epochen zu erkennen. Aus den manchmal bizarren Formen wie etwa doppelten Galaxienkernen lassen sich Eigenschaften der beteiligten Sternsysteme rekonstruieren. Ersten Analysen zufolge scheinen Wechselwirkungen zwischen den Welteninseln in der Frühzeit des Universums sehr viel häufiger gewesen zu sein als heute, wie GEMS-Leiter Hans-Walter Rix vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg erläuterte. «Heute werden die meisten massereichen Galaxien einfach älter, sie verblassen langsam, bis sie eines Tages in der Dunkelheit verschwunden sind.» Für das GEMS-Projekt (Galaxy Evolution from Morphology and Spectral Energy Distributions - Galaxienentwicklung nach Form und spektraler Energieverteilung) hatten die Astronomen ein Himmelsareal im Sternbild Chemischer Ofen (Fornax) am Südhimmel ausgewählt, für das auf Grund einer früheren Studie die Entfernung von annähernd 10 000 einzelnen Galaxien bereits bestimmt worden war.
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